Bewohner und Gäste des Seniorenstifts St. Katharina Treis-Karden nähen Herzkissen für Brustkrebspatientinnen
Herzkissen mit extralangen Ohren
Treis-Karden. „Das ist auch für mich eine Premiere heute – in einem Seniorenstift haben wir bis jetzt noch keine Herzkissen genäht. Das Höchstalter unserer Teilnehmer haben Sie auf jeden Fall schonmal getoppt.“ Mit diesen Worten begrüßte Alexandra Weber, die Gründerin der Herzkissengruppe Rhein-Mosel-Lahn, die etwa 20 Helferinnen und Bewohnerinnen, die im Seniorenstift St. Katharina zusammengekommen waren, um Herzkissen für Brustkrebspatientinnen zu nähen. „Tatsächlich ist die älteste unserer Teilnehmerinnen heute schon 97 Jahre alt“, sagte Diana Retterath vom Sozialen Dienst des Seniorenstifts.
„Aber fast jeder hat ja einen Bezug zu dem Thema, kennt jemanden, der betroffen ist oder war es selbst schon, da ist die Bereitschaft, sich zu engagieren, auch bei unseren Bewohnerinnen groß.“
Ab zehn Uhr verwandelte sich ein Teil des großen Aufenthaltsraums in eine Nähstube, in der fleißig buntgemusterte Stoffe zugeschnitten, Herzen ausgeschnitten, zusammengenäht und gestopft wurden. „Eine Freiwillige, die leider heute nicht herkommen konnte, hat sogar extra zuhause genäht und uns die Kissen dann vorbeigebracht“, sagt Diana Retterath. „Und die Grundschule Cochem hat in ihrer Näh-AG kleine Herzen genäht, die mit jedem großen Herz verschenkt werden und von den betroffenen Frauen an Angehörige weitergegeben werden können.“ Die großen Herzkissen haben extralange „Ohren“, so dass sie sich gut in die Armbeuge klemmen lassen. Dadurch können sie Frauen nach einer Brust-OP helfen, den Druckschmerz, z. B. beim Schlafen oder Autofahren, zu linden.
Alexandra Weber, die hauptberuflich Sozialarbeiterin ist, war 2011 auf die Idee mit den Herzkissen gestoßen, als sich ihre Mädchengruppe für einen guten Zweck engagieren wollte. Die 13- bis 14-jährigen waren von der Idee, Herzkissen für Brustkrebspatientinnen zu nähen, spontan begeistert und im Lauf der Zeit entstand daraus eine eigene Herzkissengruppe. Im letzten Jahr haben die Frauen 2.500 Kissen genäht und gespendet.
„Viele Frauen, die ein Herzkissen bekommen, sind davon überrascht, dass das Kissen ein Geschenk ist und freuen sich über die Solidarität fremder Menschen“, erzählt Weber. „Viele freuen sich sogar so sehr über die Geste, dass sie gerne etwas zurückgeben möchten und sich, wenn es Ihnen besser geht, melden, um in der Herzkissengruppe mitzunähen oder Stoff zu spenden.“
Auch im Seniorenstift St. Katharina soll wieder genäht werden. „Das gemeinsame Handarbeiten in gemütlicher Runde hat allen hier viel Spaß gemacht“, erzählt Diana Retterath. „Die nächste Aktion ist schon in Planung!“
Die Idee für die Herzkissen wurde 2006 von der dänischen Krankenschwester Nancy Friis-Jensen aus den USA mitgebracht. Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt „Heart Pillow Projects“.
Seit 2011 näht auch die Herzkissengruppe Rhein-Mosel-Lahn in Braubach und spendet die Herzen an Krankenhäuser in der Region. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann – auch ohne Vorkenntnisse – mitnähen, Kissen stopfen oder Stoff spenden. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: www.HerzkissenRheinMoselLahn.blogspot.de.
Pressemitteilung
Marien-Gruppe
