1. Bundeskönigin unterstützt erneut Frauenbegegnungsstätte UTAMARA
Hilfe für Gewaltopfer aus Krisengebieten und deren Kinder
Kreis Neuwied. „Der komplette Erlös aus dem Verkauf unseres Charity-Pins und diesbezügliche Spenden kommen Menschen in Not zugute“, hat die 1. Bundeskönigin Andrea Reiprich versprochen und seitdem auch hier Wort gehalten. 10.000 Euro an Spenden hatte die 1. Bundeskönigin über Benefiz-Projekt sammeln können – mehr als Andrea Reiprich und ihr Prinzgemahl Thomas Herschbach für ihre Wohltätigkeits-Aktion zugunsten von Frauen in Not erwartet hatten. Nachdem das Bundeskönigspaar 2022/2023 dem Verein „UTAMARA“ schon vor geraumer Zeit 2.000 Euro hatte zukommen lassen – 8.000 Euro hatte zuvor die Caritas-Interventionsstelle erhalten –, konnte Andrea Reiprich nun nochmals 500 Euro an die Frauenbegegnungsstätte aus Kasbach-Ohlenberg spenden. Das Geld kam zusammen durch die Initiative der bundesköniglichen Floristmeisterin anlässlich des Weltfrauentages Blumensträuße für die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. zu verkaufen.
„Unser Verein lebt genau von solcher Eigeninitiative, ehrenamtlicher Arbeit vieler Frauen und Spenden, wodurch wir Frauen in Not unterstützen und eine gesellschaftliche Veränderung hin zu friedlichen und nachhaltig demokratischen Lebensformen fördern können“, erläutert Vereinsvorständin Violeta Jasiqi, ebenfalls Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration auf Kreisebene. „Uns war ja bewusst, wie intensiv wir uns für unser Projekt eingesetzt haben, dass es dank unserer Helferinnen und Helfer derart erfolgreich werden würde, konnten wir aber ebenso wenig ahnen wie das andauernde Interesse an unserem Projekt. Umso schöner, dass wir mit UTAMARA jetzt wieder eine Anlaufstelle für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, unterstützen können“, freut sich Andrea Reiprich.
Zuvor hatte die 1. Bundeskönigin im Gespräch mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Neuwied, Daniela Kiefer, ausgelotet, welche Einrichtungen in der Region für den weiteren Spendenfluss in Frage kommen. Mit UTAMARA wählte die Floristmeisterin dann eine Frauenbegegnungsstätte aus, die „Frauen jeglichen Alters und jeder Nationalität, unabhängig von sozialer Situation, Religion und Weltanschauung auf der Basis von Toleranz und gegenseitigem Respekt“ miteinander vereint.
Erste Hilfe für schutzsuchende Frauen
Handlungsbasis ist eine „Schutzunterkunft“ im Landkreis Neuwied, die das Bundeskönigspaar kürzlich besucht hat. Die kurzfristige Nutzung dieser Zufluchtsstätte für akute Notfälle erweist sich Jahr für Jahr als unentbehrlich. In den vergangenen Jahren haben Frauen dort immer wieder dann notwendige Unterkunft erhalten, wenn eine Unterbringung im Frauenhaus oder sonstigen Schutzeinrichtungen nicht sofort möglich war. Ursache sind nicht nur finanzielle Gründe. Oft sind auch die Kapazitäten nicht vorhanden oder die Unsicherheiten der Frauen an einen Ort zu gehen, wo niemand die eigene Sprache spricht, ist zu groß.
Der Aufenthalt in der Schutzunterkunft dient vor allem der „Ersten Hilfe“ einer psychischen Stabilisierung der Frauen, die oft mit ihren Kindern Hilfe suchen, und bildet vielfach den Übergang zu einem nächsten Schritt. Neben kurdischen Frauen waren in den vergangenen Jahren auch deutsche, rumänische, ukrainische und arabische Frauen vor Ort. Die Beratung und Begleitung wird weiterhin ehrenamtlich geleistet.
Aktuell widmet sich UTAMARA dem Projekt iMpuls - interkulturelle mobile Kreativ- und Themencafés. Das Angebot für den Landkreis Neuwied und angrenzende Regionen richtet sich an Mütter und Mädchen mit Flucht- und Migrationserfahrungen, denen der Zugang zu örtlichen Angeboten und Vereinen ermöglicht werden soll, um ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Zugleich wird ein Raum geschaffen, in dem Mütter und Mädchen die Möglichkeit haben, Wissen und Informationen zu erwerben, Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen sowie eigene Kompetenzen und ihr Selbstbewusstsein zu fördern.
Dafür werden in den Verbandsgemeinden des Landkreises und gegebenenfalls auch überregional mobile interkulturelle Kreativ- und Themencafés in Kooperation mit bestehenden Willkommenscafés oder Frauentreffs angeboten. Die iMpuls-Cafés finden an den vertrauten Orten des Lebensumfeldes der Familien statt und überwinden in einer ländlichen Region Grenzen der Mobilität. Tagesangebote speziell für junge Frauen und Mädchen werden in Kooperation mit regionalen Trägern der Offenen Jugendhilfe und Vereinen umgesetzt.
Selbstbewusstsein von Frauen fördern
„Wir schaffen eine Umgebung, die frei von Gewalt, Zwang und Druck ist, und somit Selbstbewusstsein und Entscheidungskraft von Frauen fördert“, weist Violeta Jasiqi, die auch Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration auf Kreisebene ist, ebenfalls darauf hin, dass UTAMARA vor allem bei der Bewältigung von Gewalt-, Kriegs- und Migrationserfahrungen beratend und unterstützend tätig ist. Erklärtes Ziel sei es, zu einem grundlegenden Bewusstseinswandel beizutragen und nachhaltig demokratische Lebensformen zu fördern.
Ganz im Sinne der 1. Bundeskönigin, für die Integration und ein selbstbestimmtes Dasein frei von Selbstaufgabe keine Widersprüche bilden. „Grundsätzlich ist es immer erfolgsversprechend und inspirierend, wenn jeder seine kulturellen Erfahrungen und Schätze in ein demokratisches Gemeinwesen als Basis eines menschenwürdigen Lebens in Freiheit und Frieden einbringt“, sieht Andrea Reiprich eine gelungene Integration und den Willen dazu als Chance und Perspektive für die gesamte Gesellschaft.
