Allgemeine Berichte | 29.06.2020

Menschen über Youtube für das MEHR im Leben begeistern

Hip Hop, Sinnsuche und der Glaube an Gott

Sammy Yankey aus Andernach arbeitet als Jugendpfleger in der Pfarreiengemeinschaft Bad Hönningen-Rheinbrohl und gibt Tanzkurse in Neuwied und Andernach

Hip Hop, Sinnsuche und der Glaube an Gott

Andernach/Neuwied/Bad Hönningen. Sammy Yankey weiß, wie man junge Menschen erreichen und begeistern kann. In der katholischen Pfarreiengemeinschaft Bad Hönningen-Rheinbrohl leitet er zusammen mit seiner Kollegin Nicole Emmler in Teilzeit das „Projekt Offene Jugendarbeit“ („prOju“) und außerdem in Neuwied mit einem Freund eine Tanzschule namens „IMPULS – DANCE STUDIO“. Dort und auch in Andernach gibt er Tanzkurse im Bereich HipHop.

Gebürtig stammt er aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und hat nach der Schulzeit zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei einer namhaften Kölner Firma absolviert. Doch schon bald merkte er, das ist nicht das, was er sein Leben lang tun möchte. Nachdem er es beinahe zum Profifußballer beim 1. FC Köln geschafft hatte, doch eine schwere Verletzung ihm einen Strich durch die Rechnung machte, ging er weiter auf die Suche nach „MEHR“ im Leben.

Zunächst war er ab 2003 durch den Gewinn eines deutschlandweiten und im Fernsehen ausgestrahlten Tanzcontests bekannt geworden und dann nebenberuflich auch als Tänzer und Tanzlehrer unterwegs. „Je nachdem, wo ich gebucht wurde“, schildert er. Das Tanzen, wurde ihm allerdings, so sagt er, von seinem aus Ghana stammenden Vater in die Wiege gelegt. „Mein Vater tanzte auch gerne und bei uns zu Hause gab es immer lebensfrohe afrikanische Partys. „Ich bin mit dieser Musik beziehungsweise Soul, R´N´B, HipHop aufgewachsen und die HipHop-Kultur, mit ihrer Kleidung, ihrem Tanzstil und Lifestyle, hat mir als Teenager einfach am meisten zugesagt. Mir ist bewusst, dass HipHop unter gutbürgerlichen Menschen keinen guten Ruf hat, da es oftmals mit Kriminell-/Gangstersein in Verbindung gebracht wird. Aber das zählt nicht für jede Art von HipHop-Musik. Die Musik, die ich heute meistens höre hat andere beziehungsweise auch christliche Texte oder behandelt andere Themen des Lebens. Denn der Großteil des Mainstream HipHop, dreht sich leider, nicht nur aber oft, um die Themen wie Geld, Macht, Sex und das Leben genießen. Damit möchte ich diese Künstler nicht verurteilen, da viele Künstler aus ihren Lebenserfahrungen, ihrem sozialen Umfeld, ihren Wünschen und ihren Vorstellungen von einem guten Leben erzählen. Aber lange Jahre meines Lebens habe ich diesen Vorstellungen eines guten und erfüllten Lebens, die mir in den Medien verkauft wurden, erfolgreich, berühmt und reich zu sein, meinen Glauben geschenkt. Doch dieser alte Glaube ist einem Neuen gewichen, von dem ich heute glaube, dass er mich über die wesentlichen und wichtigen Dinge und Fragen des Lebens nachdenken lässt. Denn vielleicht geht es letzten Endes nicht unbedingt darum, sich am Leben zu berauschen und das Leben zu genießen, sondern das Leben zu leben, wofür wir gemacht worden sind.“

Während der beruflich und tänzerisch erfolgreichsten, aber innerlich leersten Phase seines Lebens, fand er in dieser großen Lebens- und Sinnkrise zum Glauben an Gott beziehungsweise zum christlichen Glauben. Durch die nebenberufliche Arbeit als Tanzlehrer und durch die ehrenamtliche Jugendarbeit seiner evangelischen Freikirche, wuchs in ihm der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, mit jungen Menschen.

Es folgten eine dreijährige theologische Ausbildung zum „Jugendreferent/ Jugenddiakon“ und im Anschluss die Tätigkeit in der offenen Jugendarbeit mit parallelem Studium in „Sozialpädagogik/Soziale Arbeit“.

Nun hat er einen Youtube-Channel eröffnet, um den Menschen seine Leidenschaft für das Tanzen, die Sinnsuche und den Glauben näher zu bringen und sie hiervon zu begeistern. Der zweifache Familienvater hat sich schon als junger Mensch die grundlegenden Fragen des Lebens gestellt und mit diesen gekämpft. „Was ist der Sinn des Lebens?“, „Woher komme ich?“, „Wohin gehe ich?“, „Gibt es einen Gott?“ und „wenn ja, wo finde ich ihn?“.

Durch das Kennenlernen junger Musiker, die HipHop und Glaube miteinander verbanden, begann ein neues Kapitel in Sammy Yankeys Leben. „Diese Jungs gingen regelmäßig in die Kirche, was ich damals eher belächelt habe. Doch unter ihnen waren auch ehemals sozialschwache und innerlich kaputte Menschen, deren Glaube sich sehr positiv auf ihren Lebenswandel ausgewirkt hat. Diese Menschen kennengelernt zu haben, war eine der entscheidenden Erfahrungen für mein neu gewecktes Interesse am christlichen Glauben und der Bibel. Dies hat dazu beigetragen, dass sich einige meiner Vorurteile, die ich gegenüber Religion, Kirche und Gläubigen hatte, gelegt haben. Denn Kirche, Glaube und Bibel waren für mich damals nur etwas für alte Leute oder irgendwelche Nerds.“ Doch nach eigenen, sehr persönlichen Erfahrungen bezeichnet sich seit dem 22. Lebensjahr als gläubiger Christ.

Heute ist Sammy Yankey ehrenamtlich im Leitungsteam der „Freien evangelischen Gemeinde (City Church) Andernach“ aktiv und war dort bis letztes Jahr circa zehn Jahre lang Jugendpastor. Er predigt dort etwa alle sechs Wochen im Gottesdienst.

Zu „prOju“, dem „Projekt offene Jugendarbeit“ in Trägerschaft der Pfarreiengemeinschaft Bad Hönningen-Rheinbrohl (Dekanat Rhein-Wied) ist er 2013 zusammen mit Nicole Emmler gekommen, welche bereits mit ihm im „HOT“ (Haus der offenen Tür) in Sinzig zusammengearbeitet hatte. Das Projekt bietet eine vielfältige Betreuung im Gemeindezentrum Sankt Peter und Paul in Bad Hönningen sowie in Leutesdorf an. Es organisiert Rock-Konzerte, Sportturniere, Freizeitfahrten, Ferienprogramme, beteiligt sich an Veranstaltungen wie den Weihnachtsmärkten in Bad Hönningen und Rheinbrohl, führt Säuberungsaktionen durch und vieles mehr. Hier wird Jugendlichen ein Angebot geschaffen, welche es sonst nicht so einfach hätten.

Der Prozess einen eigenen Youtube-Channel zu starten, der die Elemente Tanzen, Sinnsuche sowie Glauben verbindet und der unter „Sam Yankey“ zu finden ist, hat ein gutes Jahr gedauert. „Im Grunde bin ich durch das Erstellen eines Youtube-Kanals meiner Tanzschule auf den Gedanken gekommen, einen eigenen Kanal zu machen und die Dinge, für ich eine Leidenschaft habe mit anderen zu teilen. Viele Zusprüchen von Kollegen und Freunden, die es mir zugetraut und mich dazu ermutigt haben sowie das parallele Erlernen der ganzen technischen Sachen (wie Kamerabedienung, Erstellen und Führen eines Youtube-Kanals) haben dazu geführt, dass ich den Kanal im April gestartet habe.“

Es sei nicht einfach, zu sagen, welche Themen er im Einzelnen behandeln möchte. Themen, die ihn in den nächsten Monaten aufgrund von Erlebtem, Gehörtem oder Gelesenem inspirieren. „Im Moment sind es meine Gedanken zur Corona-Krise und was für Lektionen wir aus ihr für die Zukunft, den Glauben und dem Sinn im Leben mitnehmen könnten. Sicherlich werde ich auch noch etwas Einblick in mein Leben geben und Lektionen, die ich gelernt habe und als inspirierend empfunden habe, teilen. Dies können Erfolge aber auch Misserfolge sein. Ich möchte über das Leben reden, wie es ist: voller Ängste, Enttäuschungen und Versagen, aber auch über Ziele, Erfolge, Hoffnung und die Sehnsucht nach „MEHR“ als ich sehe. In allem ist mir die Person „Jesus“ ein großes Vorbild und die faszinierendste Person, die je gelebt hat und aus der ich die meiste Inspiration für mein Leben ziehe. Ich glaube, hier kann ich wie der Apostel Paulus sagen: „Jesus Christus ist mein Leben…“ (Philipper 1,21 – Die Bibel)“.

Andreas Kossmann

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