Gerichtsverhandlung auf der Burg Thurant
Hochstapler stand in Ketten vor dem Niedergericht
Alken. Auch ein noch so fein gesponnenes Netz hat irgendwo ein Löchlein, und so kommt doch irgendwann die Wahrheit ans Licht. So erging es dem Fell- und Tuchhändler Petronius von Condas. Hatte er sich doch zu Höherem berufen gefühlt und sich Titel zugelegt (honesta mercator), denen er nicht gerecht werden konnte. So landete er – in Ketten gelegt – vor dem Niedergericht, das dem Burgherrn Berlewin von Alzey von seinem Herrn, dem Grafen bei Rhein, übertragen ist. Angeklagt war er der Hochstapelei vor Besuchern der Veste sowie des Wuchers auf seinen Handelsfahrten. Den Vorsitz der niederen Jurisdiktion der Verhandlung führte der Richter und Magister Claus von Altstaden. Bei der Befragung nach seinen Missetaten war der Angeklagte uneinsichtig, und bei der Prüfung hinsichtlich der vorgetäuschten Kundigkeit versagte er kläglich. Selbst ein Blick auf die „Werkzeuge“ und den Hinweis, dass diese auch zum Einsatz kommen könnten, bewegten ihn nicht zum Einlenken. Erst das Anlegen von „Daumenschrauben“ durch den vom Gericht beauftragten Vollstrecker brachten ihn letztendlich zum Eingestehen der ihm zur Last gelegten Untaten.
Zerknirscht nahm er den Richterspruch entgegen, der ihn zur Leistung von Speis und Trank für die gesamte Burgbesatzung verurteilte. Den sich zur Zeit der Verhandlung auf der Festung aufhaltenden Besuchern wurde gezeigt, wie es bei einer Gerichtsverhandlung im 13. Jahrhundert vonstatten gegangen sein soll. Nachhaltig wurde nicht nur durch das anhaltende Handgeklapper deutlich, dass auch diese Vorführung Gefallen fand, sondern auch durch die im Anschluss gestellten Fragen von Seiten des Publikums, das selbige mit Interesse verfolgt hatte.
Nachdem die „Legatio ex Colonia Agrippinensis“ (L.E.C.A.) für die nächsten Wochen zu verschiedenen Lagern und Märkten durch die deutschen Lande ziehen wird, trifft man sich zum nächsten Hoftag am 7. August auf der Stammburg Thurant in Alken.
