Allgemeine Berichte | 29.05.2020

Eine Bilanz der Alice-Salomon-Schule: Schrittweise Öffnung und Prüfungsmarathon

„Homeschooling kann den Präsenzunterricht einfach nicht ersetzen“

Wie komplex die Einstellung auf die neue Situation ist, verdeutlicht die Abbildung des an die Anforderungen angepassten Schulplans. Foto: privat

Neuwied. Die stufenweise Wiederöffnung der Schulen stellt vor allem die Berufsbildende Schule vor besondere Herausforderungen. An einer Berufsbildenden Schule kommen eine Vielzahl verschiedener Schulformen zusammen. „Fast alle unsere Klassen sind irgendwie in diesem oder nächstem Schuljahr eine Abschlussklasse, sodass viele Klassen früh wieder an die Schule zurückkehren konnten“, so Wolfgang Künzel, kommissarischer Schulleiter. Hinzu kommt, dass an der Alice Salomon Schule der größte Teil der Schülerinnen und Schüler in Vollzeit unterrichtet wird, so dass die Wiederöffnung der Schule nur durch die kooperative Zusammenarbeit aller am Schulleben Beteiligten gemeistert werden konnte. Diese Tatsachen sowie die anstehenden Abschlussprüfungen im Bereich der Altenpflege / Altenpflegehilfe, der Heilerziehungspflege, bei den Erziehern sowie die Abiturprüfungen in der BOSII und die Fachhochschulprüfungen in der Höheren Berufsfachschule stellten die Alice-Salomon-Schule vor besondere Herausforderungen.

Einen Monat nach der stufenweisen Öffnung der Schule sowie einem Prüfungsmarathon unter besonderen Bedingungen ziehen Schüler und Lehrer der Alice-Salomon-Schule eine Bilanz.

Durch COVID-19 mussten relativ schnell neue Kommunikationsformen und Lernplattformen etabliert und genutzt werden. Dies war eine besondere Herausforderung für Lehrer und Schüler, denn nicht jeder hatte das nötige Kompetenzniveau im Umgang mit digitalen Medien bis zu diesem Zeitpunkt erreicht. Aber die Umstände sorgten dafür, dass die Situation nicht nur als Herausforderung angesehen wurde, sondern als ein Prozess des „Über-sich-Hinauswachsens“. Somit zeigten alle Personen, die am schulischen Lernprozess beteiligt sind, eine Bereitschaft, sich auf die neuen Gegebenheiten einzulassen. Man lernte neue Apps kennen, nutzte Lernplattformen wie Moodle und die Schulbox des Landes Rheinland Pfalz und tauschte sich mit Hilfe von Meetingsoftware im Online-Unterricht aus. Der kollegiale Austausch war vonnöten und die digitale Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern konnte sich mit der Zeit stetig verbessern. Natürlich ist es dem ein oder anderen Schüler einfacher bzw. schwerer gefallen mit dem Homeschooling umzugehen, sei es aufgrund mangelnder Selbstmotivation, fehlender digitaler Ressourcen und technischer Voraussetzungen oder aufgrund von fehlenden persönlichen Erläuterungen, um im Selbstlernprozess voranzuschreiten, erläuterte eine Lehrerin der Alice-Salomon-Schule. Eine Schülerin der Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz konnte diese Eindrücke ergänzen und stellte heraus, dass man in der Schule an seinen Aufgaben wächst – „die größte Herausforderung war, ohne die persönliche Hilfe der Lehrer zu arbeiten, da man ja nicht direkt nachfragen kann, sondern auch die Antwort erst einmal warten musste“. Eine andere Schülerin empfand den hohen Kommunikationsaufwand aufgrund der Vielzahl an genutzten und ausprobierten Medien sowie die eigene Strukturierung als größte Herausforderung – „Irgendwann habe ich mir Tagespläne mit einer Vorlage der Klassenlehrerin gemacht und konnte so Stress vermeiden – auch wenn ich mich manchmal selbst motivieren musste.“ Eine Vielzahl von Schülern wusste jedoch die freie Einteilung der Zeit sehr zu schätzen: „Wir konnten selber entscheiden, wann wir welche Aufgabe bearbeiteten.“ Eine Schülerin betonte: „Ich fand die praktischen Aufgaben, die der jeweilige Fachlehrer uns fürs Homeschooling gegeben hat, gut. Durch das praktische Arbeiten an einer Lesekiste oder dem Bau eines Instruments habe ich mich viel intensiver mit dem Thema befasst – so kann ich besser lernen.“ „Letztlich erfordert die dynamische Entwicklung der Krise, wie wir sie in den letzten Monaten erlebt haben, auch weiterhin ein flexibles Handeln aller Beteiligten. „Wir bereiten uns auf verschiedene mögliche Szenarien vor und hoffen natürlich, dass die Zahl der Erkrankten nicht wieder steigt,“ so Wolfgang Künzel, der kommissarische Schulleiter.

Wie komplex die Einstellung auf die neue Situation ist, verdeutlicht die Abbildung des an die Anforderungen angepassten Schulplans. Foto: privat

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