Allgemeine Berichte | 01.02.2024

Kunst gegen Bares im Jungen Schloßtheater

Hungrige Sparschweine für kreative Nachwuchskünstler

Die jungen Künstler*innen, die sich bei „Kunst gegen Bares“ dem Voting des fachkundigen Neuwieder Publikums stellten. Reni aus Frankfurt am Main (3.v.re.) konnte sich schließlich mit ihrer Gesangdarbietung durchsetzen.  Foto: Martin Grzembke.

Neuwied. Inzwischen wissen viele, dass man in Neuwied der Symbiose von Currywurst und Schokolade durchaus aufgeschlossen gegenübersteht. Wer nach diesem Kulturexperiment Lust auf noch mehr Kultur hatte, fand sich im Jungen Schlosstheater (JUSCH) zu einer Neuauflage von „Kunst gegen Bares“ (KGB) ein. In Kooperation mit der Kleinkunstbühne Neuwied hatte KGB-Moderator und Musiker Salomon Hofstötter erneut junge Künstlerinnen und Künstler verschiedener Genres aus dem Umkreis von Frankfurt bis Wuppertal in die Deichstadt eingeladen. Sechs junge Talente waren seiner Einladung gefolgt, um sich dem Neuwieder Kleinkunstpublikum zu stellen.

Das KGB-Prinzip ist denkbar einfach

Für alle Künstler stehen Sparschweine bereit. Nach den Auftritten geben die Zuschauer ihr Votum ab, indem sie die Schweine mehr oder weniger großzügig mit Geld füllen. Wer das am besten gefüllte Sparschwein hat, gewinnt den Wettbewerb.

Für den künstlerischen Auftakt sorgte Hofstötter selbst mit einem selbst komponierten Lied. Danach stellte sich Edina aus Neuwied dem Publikum im ausverkauften JUSCH vor, die sich für ihr Heimspiel“ einen Text über den sozialen Zusammenhalt ausgesucht hatte, den sie überzeugend vortrug. Abgelöst wurde sie von der Singer-Songwriterin Lia aus Köln, die das Publikum bei ihrem letzten Song stimmungsvoll mitriss. Stand-up-Comedian Alex Veltens aus Mülheim-Kärlich brachte das Publikum mit vollem Körpereinsatz zum Lachen.

Nach der Pause leitete Salomon Hofstötter mit Gesang und Gitarre zum zweiten Teil des Abends über. Reni aus Frankfurt am Main präsentierte gefühlvolle Kostproben aus ihrem deutschsprachigen Album „Über die Liebe“. Mit Stand-up-Comedian Johannes Fries aus Köln übernahm ein alter Bekannter die Moderation. Fries stand bereits im Januar 2023 mit KGB in Neuwied auf der Bühne. Mit dem vielversprechenden T-Shirt-Aufdruck „No Hope“ wagte er vor dem Neuwieder Publikum einen Neuanfang. Anna Lisa Azur aus Wuppertal sorgte mit ihrem hochprofessionellen und ausdrucksstarken Auftritt für ein fulminantes Finale des Neuwieder KGB-Abends. Die dem Genre Spoken Poetry zuzuordnende Künstlerin stellte ihr Buch Wortkomp(l)ott mit einem Text über das Leben auf dem Land und einem sehr persönlichen Beitrag über ihren an Demenz erkrankten Großvater vor.

Das Publikum hatte nun keine Zeit mehr, die vielen beeindruckenden Kultursequenzen auf sich wirken zu lassen. Schließlich warteten die leeren Sparschweine hungrig darauf, gefüllt zu werden. Nachdem die Schweine gefüttert waren und die Jury den Inhalt der Schweinebäuche sorgfältig gezählt hatte, stieg die Spannung des Abends noch einmal deutlich an. Insgesamt kam die unglaubliche Summe von 1157,79 Euro zusammen! Platz 3 belegte Anna Lisa Azur, gefolgt von Edina aus Neuwied auf Platz 2. Den 1. Platz konnte sich Reni aus der Mainmetropole mit ihren gefühlvollen Songs sichern.

Während das Publikum Renis Sieg mit viel Applaus feierte, bedankte sich Reni ihrerseits mit einer Zugabe. Natürlich ging keiner der Künstler mit leeren Händen nach Hause. Aber unabhängig vom Wert des Sparschwein-Inhalts geht es bei KGB auch um das Erleben eines gemeinsamen kulturellen Ereignisses und um die Faszination, dass sich beim Zusammentreffen verschiedener Künstler aus unterschiedlichen Genres eine kreative Eigendynamik entwickelt, die diesen einen Abend zu etwas ganz Besonderem werden lässt, zu einer Kostbarkeit für Künstler und Besucher!

Vorschau

Kunst gegen Bares wird es erst wieder im Herbst/Winterprogramm 2024/25 der Kleinkunstbühne Neuwied geben. Für folgende Veranstaltungen des aktuellen Programms können noch Karten unter www.kleinkunstbuehne-neuwied.de erworben werden: Corzilius, Dames & Hoff am 15. März und Matthias Tretter „Sittenstrolch“ am 25. April. BA

Die jungen Künstler*innen, die sich bei „Kunst gegen Bares“ dem Voting des fachkundigen Neuwieder Publikums stellten. Reni aus Frankfurt am Main (3.v.re.) konnte sich schließlich mit ihrer Gesangdarbietung durchsetzen. Foto: Martin Grzembke.

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