Allgemeine Berichte | 29.11.2016, 00:00 Uhr

Helfen gewinnt

Ida ist ein absolutes Wunschkind

Für Babys mit Trisomie 21 ist eine möglichst frühe und intensive Förderung sehr wichtig

Albert und Irina Hild war der Bunte Kreis Rheinland in der schwierigen Zeit nach der Geburt eine große Stütze Bunter Kreis Rheinland
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Region. Albert und Irina Hild haben ihr schönes Haus auf einem Hang mit Blick auf das idyllische Nassau an der Lahn gerade gekauft, als Irina wunschgemäß schwanger wird. Sie freuen sich auf den Nachwuchs, das Kinderzimmer wird eingerichtet, Kinderwagen und Maxi Cosi stehen bereit und es fehlt nur noch die kleine Ida, die im Januar 2016 zur Welt kommen soll.

Es ist Ende November, die werdenden Eltern freuen sich auf Weihnachten im neuen Heim und Irinas Bauch wölbt sich sichtbar. Bei einer termingerechten Vorsorgeuntersuchung zeigt sich eine Auffälligkeit beim Embryo und der Plazenta; der Gynäkologe schickt die Eltern zur Pränatal-Diagnostik in eine Spezialpraxis in Meckenheim. Hier wird der Verdacht auf einen Herzfehler bei Ida bestätigt und ein weiterer geäußert: Trisomie 21. Ein sogenannter „ario-ventrikulärer Septumdefekt“ eine offene Verbindung der Vorhöfe und der Hauptkammern im Herz, findet sich sehr häufig bei Menschen mit Down-Syndrom. Um ganz sicher zu sein, empfiehlt die Ärztin eine Fruchtwasser-Untersuchung, aber die lehnen Albert und Irina wegen des zu hohen Risikos einer Fehlgeburt ab. „Wir waren geschockt und erst einmal total überfordert“, so Irina. „Und irgendwie konnten wir mit dieser Diagnose nicht richtig umgehen, wollten sie nicht an uns ranlassen“, meint Albert. Zuhause wurde gegoogelt und gelesen, mit Verwandten und Freunden über den schockierenden Verdacht gesprochen. Der Trisomie 21 liegt eine Chromosomenstörung zugrunde; das 21. Chromosom oder Teile davon liegen dreifach vor. Damit stört das überzählige Chromosom das genetische Gleichgewicht und es kommt bereits beim Embryo und in der kindlichen Entwicklung zu Wachstums- und Funktionsstörungen sowie einer verlangsamten mentalen Entwicklung. „Natürlich hatten wir immer einen Rest Hoffnung, dass sich der Verdacht eines Down-Syndroms doch nicht bestätigen würde“, meint die junge Frau. „Unsere Hauptsorge war jedoch, ob unser Baby es überhaupt schaffen wird.“

Eine Herzoperation wurde notwendig

Mitte Dezember wurde die werdende Mutter dann in die Universitäts-Frauenklinik auf dem Bonner Venusberg aufgenommen. Eine Plazenta-Insuffizienz bedrohte das Leben der kleinen Ida. Die schaffte es aber noch, sich bis zum 5. Januar 2016 über die zu schwach arbeitende Plazenta zu ernähren, dann wurde die Geburt eingeleitet und Ida kam mit 49 cm und 2.400 Gramm Gewicht auf die Welt. „Es war aber alles andere als eine Geburt, wie man sie aus dem Fernsehen kennt“, meint Irina. „Man hat mir Ida nach der Geburt kurz in die Arme gelegt und sie dann blitzschnell auf die Intensivstation gebracht.“ Nach drei Tagen wurden Mutter und Kind in die Unikinderklinik an der Adenauerallee in Bonn auf die Normalstation verlegt. Papa Hild bekam ein Elternzimmer auf dem Gelände, um seiner Familie beistehen zu können. Dank seiner Selbstständigkeit konnte er auch dort seiner Arbeit weiter nachgehen. In der Klinik bekam die Familie Besuch von Schwester Nadine vom Bunten Kreis Rheinland, die sie sofort mit dem Nachsorgeteam in Koblenz vernetzte. Und noch bevor Ida im September 2016 stark genug für die Herz-Operation war, half Dagmar van den Berg, Nachsorgeschwester des Bunten Kreis im Team Koblenz, der Familie beim Übergang von der Rundumversorgung in der Klinik in den Alltag zuhause. Wichtig war vor allem die Vernetzung zu Kinderarzt, Physiotherapie für Ida, regelmäßige Kontrollbesuche, um Fragen zu klären und Unsicherheiten zu beseitigen. Für Ida wurde ein Behindertenausweis beantragt und ihre Ernährung und Medikamentengabe besprochen.

Ida ist nun ein munteres und fröhliches Baby,

„Für Babys mit Trisomie 21 ist eine möglichst frühe und intensive Förderung sehr wichtig“, meint Schwester Dagmar. Ihr war es ein großes Anliegen, die Eltern auf alle Möglichkeiten der motorischen, sprachlichen und muskulären Förderungen für Ida hinzuweisen. „Darüber hinaus galt es, die Eltern umfassend über diese Behinderung zu informieren und ihnen Mut zu machen für eine lebenslange Verantwortung für ihre Tochter.“„Der Bunte Kreis war uns allen eine große Stütze in dieser schwierigen Zeit,“ meint Irina Hild. Und heute ist Ida ein munteres und fröhliches Baby, das von seinen Eltern über alles geliebt wird. „Wir haben nicht eine Sekunde über eine Abtreibung nachgedacht“, meinen beide Eltern. Für sie ist Ida ein absolutes Wunschkind, ihr erstes Kind und sie möchten noch viel mehr Kinder haben. Bunter Kreis Rheinland

Albert und Irina Hild war der Bunte Kreis Rheinland in der schwierigen Zeit nach der Geburt eine große Stütze Foto: Bunter Kreis Rheinland

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