Allgemeine Berichte | 04.10.2021

Mitglieder des Vereins Brexbachtalbahn bei der Großdemo in Koblenz

Im Zug mit Fridays for Future

Mitglieder des Vereins Brexbachtalbahn bei der Großdemo in Koblenz.Foto: privat

Koblenz. Bahnhöfe sind ein guter Ort, um einen Zug zu besteigen und eine Reise zu beginnen - oder einen Aufbruch. Am Koblenzer Hauptbahnhof setzte sich dafür ein besonderer Zug in Bewegung - für mehr Klimaschutz und zur Einhaltung des 1,5 Grad Ziels aus dem Pariser Klimaschutzabkommens, zu dem sich Deutschland verpflichtet hat. Nach der Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie kann das nur gelingen, wenn es zeitnah nachhaltige und attraktive Alternativen gibt. Denn aktuell verwandeln Staus Mobilität in Stillstand, mit Milliardenschäden für die Wirtschaft, Menschen und Umwelt leiden zunehmend unter den Folgen des Verkehrs.

Höchste Zeit also für eine Verkehrswende, die nachhaltigere und umweltverträglichere Mobilitätsformen und modernen ÖPNV gezielt unterstützt, auch um den ländlichen Raum besser zu erschließen. Dafür muss die benötigte Infrastruktur geschaffen werden, die Reaktivierung von Bahntrassen gilt dabei als wichtiger Baustein und steht in fast allen Wahlprogrammen der Parteien als Handlungsrahmen. Dafür engagieren sich die Vereinsmitglieder in Bendorf seit vielen Jahren, zumal es die Kommunen sind, die eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz spielen. Umso unverständlicher deshalb, dass eine Koalition aus WUM, SPD und CDU genau das Gegenteil will, obwohl die Reaktivierung der Brexbachtalbahn im Koalitionsvertrag in Mainz festgeschrieben steht und eine Verlagerung des Verkehrs auf die Bahn bis 2035 auf das Doppelte steigen muss. Für die Wirtschaft wie den Tourismus ist das von besonderer Bedeutung, denn je höher die CO2-Bepreisung steigt, desto wichtiger sind kostengünstige und nachhaltige Alternativen.

Auch die in einer bisher noch unveröffentlichten Studie des Zweckverbands SPNV Nord prognostizierten Zahlen von bis zu 2.500 Fahrgästen am Tag sind ein starkes Signal für einen attraktiven, schienengebundenen ÖPNV - auch als Impuls für die Innenstadt von Bendorf, wo aktuell wieder zwei Betriebe geschlossen haben oder eine Landesgartenschau mit bis zu 750.000 Besuchern. Doch auch im Mobilitätskonzept für so ein Zukunftskonzept spielt Bahnbetrieb keine Rolle. Gernot Kallweit berichtete auf der Abschlusskundgebung am Deutschen Eck über diese Haltung des Bendorfer Stadtrates, den Inhalt der Resolution gegen Bahnverkehr und gab Einblick in die Arbeit des Vereins und der seit Juni stattfindenden Holzverladung in Ransbach. Durch private Initiative werden dort jetzt signifikant LKW-Verkehre auf der Straße und CO2-Emissionen eingespart. Die Forstindustrie und die örtlichen Förstereien im Westerwald sind für das Engagement von Betreiber und der Vereinsmitglieder im höchsten Masse dankbar, denn die Mehrzahl der Großsägewerke verfügen über einen eigenen Bahnanschluss. Bahntransport ist zudem die wirtschaftlichere Alternative und nebenbei werden dadurch dringend benötigte Fuhrkapazitäten für den Nahtransport freigehalten.

Pressemitteilung des

Vereins Brexbachtalbahn

Mitglieder des Vereins Brexbachtalbahn bei der Großdemo in Koblenz.Foto: privat

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