Allgemeine Berichte | 18.10.2017

Theaterensemble Treis erfreut mit einem Ritterspektakel

Im herzoglichen „Zuber“ geht die Post ab

Herzog Alberich auf Konfrontationskurs. Er jagt seinen Bediensteten gerne einmal einen tüchtigen Schrecken ein.  TE

Treis-Karden. Zum 34. Mal steht in diesem Jahr ein Ensemble des Treiser Theatervereins auf der Bühne. Und was dieses auf den Brettern, die angeblich die Welt bedeuten, präsentiert, ist wirklich aller Ehre wert. Im großen Theatersaal der Alten Knabenschule entführen die versierten Akteure um ihren Regisseur Thomas Bleser aktuell ins Hochmittelalter; und damit in die Blütezeit von Rittertum und Minne.

In der Kulisse eines rustikalen Burggemachs, im wehrhaften Gemäuer von Alberich, Herzog der Rheinlande, spielt sich in amüsantes Beziehungsdrama mal mit, mal ohne Mantel und Degen ab. Dabei bedienen sich die ausnahmslos vortrefflich agierenden Akteure überwiegend der mittelhochdeutschen Sprache und binden in Monologen und Dialogen deftige Verbalentgleisungen erster Güte mit ein. Selbige tangieren hin und wieder auch schon einmal die hochwohlgeborene Gürtellinie, was man, fein dosiert, als nostalgisch-frivole Burgerotik mit viel Liebe zum Detail in Szene zu setzen weiß. Ein bekannter hölzerner Waschzuber steht neben der toll agierenden Truppe im Mittelpunkt des Geschehens, denn in diesem erfährt nicht nur Herzog Alberich, sondern auch Sohn und Jungprinz Hartmann seine täglichen Waschungen unter der mit Lappen versehenen Hand von Bademagd Sieglinde. Herzogin Kunigunde, resolute Gemahlin von Alberich, ist das Gehabe schon seit langem ein Dorn im Auge, und sie bittet Pater Anselm, seines Zeichens scheinheiliger Burggeistlicher, um die Anstellung einer Benimm-Mamsell. Diese entpuppt sich wenig später als die klostererfahrene Maximiliane von Sittenkofen, die sich gegenüber dem männlichen Geschlecht eher abweisend zeigt und mit viel Herz und Galanterie im burgeigenen Waschzuber lieber den weiblichen Schinken in die Hände nimmt.

Diese Gelegenheit ergibt sich, als die alemannische Prinzessin Theodora per Depesche ihre Aufwartung ankündigt. Ihr wurde von Herzogin Kunigunde unter der Hand dieselbe von Jungprinz Hartmann versprochen, der aber von einer Heirat nichts wissen will und sich lieber im Schwertkampf mit dem Knappen Diether übt. Schließlich steht in naher Zukunft seine Ritterprüfung ins Haus. In dem mit verbalen Spitzen exzellent bestückten Dreiakter von Dieter Bauer erfreut Jürgen Pellio als Herzog Alberich und scheinbarer Herr des Hauses. In Wirklichkeit hat aber seine resolute Labertasche Kunigunde, erstklassig gespielt von Elke Gräf, die herzoglichen Beinkleider an. Marcus Pellio weiß sich als Jungprinz Hartmann überzeugend in Szene zu setzen, während Jannik Sturm ohne Tadel den aufmüpfigen Knappen Diether gibt. Sabine Boos ist die Rolle von Bademagd Sieglinde förmlich auf den Leib geschrieben, und Carolin Pellio begeistert als mittelalterliche Benimm-Mamsell, die ausschließlich der weiblichen Spezies schöne Augen macht. Last but not least der Burggeistliche Pater Anselm: Dirk Mandernach verleiht dem Kuttenträger mit Bravour ein Spitzbubengesicht. TE

Herzogin Kunigunde versucht, ihrem Gatten die Hochzeit von Prinz Hartmann mit Prinzessin Theodora schmackhaft zu machen.

Herzogin Kunigunde versucht, ihrem Gatten die Hochzeit von Prinz Hartmann mit Prinzessin Theodora schmackhaft zu machen.

Die täglichen Waschungen im herzoglichen Zuber stehen meist im Mittelpunkt des herrschaftlichen Burgalltags.

Die täglichen Waschungen im herzoglichen Zuber stehen meist im Mittelpunkt des herrschaftlichen Burgalltags.

Herzog Alberich auf Konfrontationskurs. Er jagt seinen Bediensteten gerne einmal einen tüchtigen Schrecken ein. Fotos: TE

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