Allgemeine Berichte | 20.01.2016, 13:50 Uhr

Über 1.600 Anmeldungen in den vier Beratungsstellen des Rhein-Sieg-Kreises

Immer die passende Hilfe für Familien

Rhein-Sieg-Kreis. 1.600 Familien wurden 2015 in den insgesamt vier Erziehungs- und Familienberatungsstellen des Rhein-Sieg-Kreises in Bornheim, Eitorf, Rheinbach und Siegburg unterstützt.

Hilfe bei einer breiten Palette von Fragestellungen

Fragestellungen rund um die Entwicklung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen, Konflikte zwischen Eltern oder Geschwistern, die Neuorganisation des Familienlebens nach einer Trennung oder ein hilfreicher Ratschlag zum Umgang mit dem pubertierenden Jugendlichen - die Palette der möglichen Gründe für eine Anmeldung in der Erziehungs- und Familienberatungsstelle ist bunt.

Für viele Eltern ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden, sich Unterstützung zu suchen, wenn zu Hause einmal nicht alles rund läuft. Ein Anlass kann zum Beispiel sein, dass Eltern sich Sorgen um die altersgerechte Entwicklung ihres Nachwuchses machen, weil dieser Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern in der Kindertagesstätte oder der Schule hat. Besonders häufig werden Jungen im Grundschulalter mit impulsiv-aggressivem Verhalten in der Beratungsstelle vorgestellt. Umgekehrt sorgen sich manche Eltern um das eher zurückhaltende oder ängstliche Auftreten ihrer Kinder.

Einen weiteren wichtigen Anmeldegrund stellt das gesamte Spektrum der familiären Konflikte dar. Wenn Eltern viel streiten, sich vielleicht mit dem Gedanken an eine Trennung beschäftigen oder Jugendliche ihre Ablösung vom Elternhaus in sehr rebellischer Weise vollziehen, stehen die insgesamt zwanzig Beraterinnen und Berater bereit. Nicht selten wird dann die gesamte Familie in den Beratungsprozess einbezogen.

Auch Familien, die sich neu gründen und in denen einer oder beide Partner Kinder mit in die neue Beziehung bringen, finden ihren Platz in der Familienberatung. Gerade die Neuorganisation von Familienstrukturen benötigt viel Begleitung und Unterstützung. Zahlenmäßig hat diese Gruppe von Ratsuchenden in den letzten Jahren stark zugenommen.

Wie kann Beratung aber konkret in Anspruch genommen werden? Telefonisch oder persönlich melden sich Eltern in der zuständigen Beratungsstelle an. Auch Jugendliche können Beratung in Anspruch nehmen. Im ersten Gespräch, das in aller Regel innerhalb von zwei Wochen nach der Anmeldung erfolgt, besteht genügend Zeit, das Anliegen zu schildern und mit der pädagogisch-psychologischen Fachkraft das weitere Vorgehen zu besprechen. Häufig lernen die Beraterinnen und Berater daraufhin das Kind, um das es in der Beratung gehen soll, kennen.

Beratung ist auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt

„Es ist sehr hilfreich zu wissen, von wem wir in der Beratung sprechen und uns ein persönliches Bild von dem betreffenden Kind oder dem Jugendlichen machen“, so Diplom-Psychologe Volker Neuhaus, Abteilungsleiter für die vier Beratungsstellen im Kreis. Wie die Beratung dann fortgesetzt wird, ist sehr individuell. Das hängt vor allem von den Bedürfnissen der jeweiligen Familien ab. Beispielsweise sind intensive Elterngespräche ebenso möglich wie eine therapeutische Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus gibt es in allen vier Beratungsstellen Gruppenangebote für Kinder, zum Beispiel zur Förderung der sozialen Kompetenz oder als Unterstützungsangebot zur Bewältigung der Trennung der Eltern. „Unsere Beratung soll für die jeweilige Familie genau passen, nur dann kann sie erfolgreich wirken“, so Neuhaus.

Drei Dinge sind für die Familien allerdings gleich: Die Beratung ist kostenfrei, freiwillig und unterliegt der Schweigepflicht. Einen weiteren Vorteil für Familien im Rhein-Sieg-Kreis stellt die Wohnortnähe der Beratungsstellen dar. Durch die Aufteilung auf jeweils zwei Standorte rechts und links des Rheins müssen die Bürger keine weiten Wege in die jeweilige Einrichtung bewältigen. Noch kürzer sind die Wege in die offenen Sprechstunden in den 33 kooperierenden Familienzentren der Kommunen. Hier können Eltern sehr kurzfristig eine Beratung in Anspruch nehmen. Die Familienzentren sind außerdem häufig der Ort, um gemeinsam mit anderen Eltern und einer Fachkraft Erziehungsthemen von allgemeinem Interesse zu besprechen. Zahlreiche Elterngesprächsabende zum Beispiel mit den Inhalten „Frühkindliche Sexualität“, „Kinderängste“ oder „Geschwisterrivalität“ rundeten das Angebot der Beratungsstellen im Jahr 2015 ab.

Da die Beratungsstellen gemeinsam mit dem schulpsychologischen Dienst in Form eines Amtes für psychologische Beratungsdienste organisiert sind, gibt es einen engen fachlichen Austausch und gute Kooperationsmöglichkeiten. Für die Ratsuchenden bedeutet dies, dass sich sowohl bei familiären als auch bei schulischen Fragestellungen die kompetenten Ansprechpartner quasi unter einem Dach befinden.

Ratsuchende finden wohnortnahe Hilfe

Die Beratungsstellen im Rhein-Sieg-Kreis: Erziehungs- und Familienberatungsstelle Bornheim, Brunnenallee 31, 53332 Bornheim, Tel. (0 22 22) 92 79 800 (für Alfter und Bornheim); Erziehungs- und Familienberatungsstelle Eitorf, Brückenstraße 25, 53783 Eitorf, Tel. (0 22 43) 92 20 (für Eitorf, Windeck und Ruppichteroth); Erziehungs- und Familienberatungsstelle Rheinbach, Aachener Straße 16, 53359 Rheinbach, Tel. (0 22 26) 92 78 56 60 (für Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg); Erziehungs- und Familienberatungsstelle Siegburg, Mühlenstraße 49, 53721 Siegburg, Tel. (0 22 41) 13 27 10 (für Lohmar, Siegburg, Neunkirchen-Seelscheid und Much).

Pressemitteilung des

Rhein-Sieg-Kreises

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