Allgemeine Berichte | 10.05.2017, 14:50 Uhr

Medien-Infoabend am Städtischen Gymnasium Rheinbach

Immer jüngere Kids nutzen Smartphones

Vielschichtiges Thema erklärt und Eltern umfassend informiert

Medienpädagoge Uli Gilles zeigt Probleme und Lösungsstrategien auf.-CEW-
118

Rheinbach. Unter dem Titel „Was sich liebt, das app’t sich“ fand in der Aula des städtischen Gymnasiums in Rheinbach eine Infoveranstaltung statt. Medienpädagoge Uli Gilles aus Hennef, Referent des Projektes „Eltern und Medien“, verschaffte Eltern, Lehrern und anderen Interessierten einen Überblick. Er referierte über das Thema Mediennutzung allgemein sowie über die Entwicklung der sozialen Medien im Alltag der Familien und der Kinder. Auch Probleme und Fragen, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, wurden erörtert.

Oftmals sitzen Eltern mit gemischten Gefühlen, die zwischen Überraschung, Verwunderung und Sorge schwanken, vor der Mediennutzung der Kinder. Besonders oft läuten die Alarmglocken, wenn Kinder gemobbt werden oder wenn plötzlich Personen in den sozialen Medien auftauchen, die man aus der Lebensrealität der Kinder nicht kennt. Was also ist zu tun, wenn die Kinder ihre Augen kaum mehr vom Handy abwenden? Woher weiß ich, welche Medien mein Kind konsumiert? Welches Maß der Handy- und Computernutzung ist noch in Ordnung? Welche Risiken bergen die sozialen Medien und was muss ich tun, um mein Kind zu schützen?

Ohne Smartphone im Tal der Ahnungslosen

Diese und viele andere Fragen wurden an dem Abend in der Aula des Gymnasiums erörtert. Bevor Uli Gilles das Wort ergriff, begrüßte Oberstudiendirektor Stefan Schwarzer die Eltern der Erprobungsstufenschüler sowie Eltern der Grundschüler der vierten Klassen aus den umliegenden Schulen.

Er skizzierte humorvoll treffend die Situation der Kinder und Erwachsenen, die in der heutigen Zeit ohne Smartphone leben. Da seit einem Jahrzehnt immer mehr Menschen diese Medien nutzen, entgehen den Nichtnutzern zwangsläufig soziale Entwicklungen selbst in ihrem direkten Umfeld. Das ergibt sich daraus, dass vieles mittlerweile nicht mehr von Angesicht zu Angesicht geteilt wird, sondern digital.

Landesanstalt für Medien bildet Medienscouts aus

Die Medienscouts der Schule stellten sich an diesem Abend ebenfalls vor. Vier Schüler und Schülerinnen aus der Jahrgangsstufe zehn wurden von der Landesanstalt für Medien zu Scouts ausgebildet. Danach fungierten sie selbst als Multiplikatoren, die ihr Wissen seit eineinhalb Jahren an Mitschüler aus der Jahrgangsstufe acht weitergeben. Auf diese Weise verfügt das städtische Gymnsaium nunmehr über zwölf Medienscouts, die als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und innerhalb der Schule über Medien informieren.

Thematisiert werden in diesem Rahmen Art und Umfang der Smartphonenutzung, Suchtpotenzial von Medien, Mobbing und Computerspiele. Die Mitschüler aber auch die Eltern können sich mit Fragen unter der E-Mail-Adresse medienscouts@sg-rheinbach.de an die Medienscouts wenden. Für diesen Abend hatten auch die Schüler und Schülerinnen des Leistungskurses Pädagogik unter der Leitung von Herrn Rautenbach Informationen für die Eltern aufbereitet.

Die Medienlandschaft ändert sich rasant

Uli Gilles, der sich als Medienpädagoge seit rund zehn Jahren mit dem Thema befasst, stellte zu Beginn seiner Ausführungen klar: „Die Fragen, mit denen wir uns beschäftigen, sind die gleichen wie vor zehn Jahren.“ Allerdings haben sich die äußeren Bedingungen geändert. Er greift sogar deutlich weiter in die Geschichte unserer Gesellschaft zurück und verweist auf das Aufkommen der ersten technischen Massenmedien, dem Radio und dem Fernsehen. Der große Unterschied sei, dass sich diese Medien im Laufe von Jahrzehnten etabliert hätten, während eine App sich innerhalb eines halben Jahres etablieren könne. Dazu käme, dass die Nutzung von Medien über Smartphones in einem immer geringeren Alter anzutreffen sei. Mit Erstaunen stellte er auf seine Frage hin fest, dass rund die Hälfte der knapp fünfzig Eltern in der Aula Kinder in der vierten Klasse hatten.

Eltern wissen häufig nicht, womit ihre Kinder es zu tun haben

Diese Entwicklung hatte Direktor Schwarzer im Gespräch mit Blick aktuell bestätigt. Man habe festgestellt, dass die Schüler, die in der fünften Klasse eingeschult werden, oft bereits erste Erfahrungen mit den Neuen Medien gesammelt hätten. Schwierig sei dies, weil die heutigen Eltern meist keine „digital natives“ seien, also Menschen, die selbst mit diesen Medien groß geworden seien. Deshalb käme es viel zu häufig vor, dass Kinder bereits im ausgehenden Grundschulalter Zugang zu Smartphoneapps hätten, die weder für ihr Alter geeignet noch ungefährlich seien. So sei oft genug „das Kind längst in den Brunnen gefallen, wenn die Kinder bei uns ankommen“. Aus diesem Grunde habe man sich entschlossen, auch die umliegenden Grundschulen anzuschreiben und die Eltern zu diesem Informationsabend einzuladen.

Kinder früh genug für Datenschutz sensibilisieren

Nicht nur das immer geringere Alter der Smartphonenutzer sei ein Problem, erklärte Uli Gilles, sondern auch die im Gegensatz zu früher bekannten Medien rasante Entwicklung. Deshalb sei es wichtig, mit den Kindern von Anfang an zum Beispiel die sogenannten „Privat-Einstellungen“ in den Apps durchzugehen. Datenschutz allgemein sollte frühzeitig thematisiert werden. Die Aufklärung der Kinder sei besonders angesichts der Tatsache wichtig, dass das Handy mit seinem massiven Potenzial den heimischen Computer fast abgelöst habe. Deshalb haben Eltern deutlich weniger Einblick in die medialen Aktivitäten ihrer Kinder. Nicht zuletzt sei es wichtig, von Anfang an zu verdeutlichen, dass man mit den eigenen Daten auch die eigene Person schützt.

Medienscout Uli Gilles informierte in einem Gespräch mit Blick-aktuell darüber, dass Schulen sich jederzeit zu solchen kostenneutralen Veranstaltungen informieren und anmelden können. Im Internet findet man unter www.elternundmedien.de Daten und Materialien für Veranstalter. Für den Fall, dass die Veranstaltungen für ein Jahr bereits ausgebucht sind, gibt es dort auch die Möglichkeit, sich auf einer Warteliste einzutragen.

Immer jüngere Kids nutzen Smartphones

Immer jüngere Kids nutzen Smartphones

Immer jüngere Kids nutzen Smartphones

Medienpädagoge Uli Gilles zeigt Probleme und Lösungsstrategien auf.Fotos: -CEW-

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
 Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606 / Anzeige Heizung Fokus Q3
Heimat aktiv
Anzeige Allerheiligen
05-Marktbericht 2026
Heimat aktiv AW
Empfohlene Artikel
Chancenpatin Caroline Albert-Woll begleitet seit 2024 eine Familie aus Syrien auf ihrem Weg in ein neues Leben in Deutschland. Aus ehrenamtlicher Unterstützung ist mittlerweile Freundschaft geworden - eine herzliche Begrüßung mit Umarmung inklusive.
25

In der Verbandsgemeinde Montabaur gibt es das Projekt der Chancenpatenschaften, das darauf abzielt, geflüchtete Familien in ihrem neuen Leben in Deutschland zu unterstützen. Diese Patenschaften bieten den Familien Hilfe bei Alltagsfragen und tragen entscheidend zur Integration bei. Das Projekt richtet sich an Geflüchtete in der Region, steht aber grundsätzlich allen offen, die Orientierung und Unterstützung im Alltag suchen.

Weiterlesen

Gruppenfoto im Wald
29

Der Kreiswaldbauverein/Forstbetriebsgemeinschaft (KWBV) hatte zu einem umfangreichen Waldbildungstag in die Engelsburg nach Hausen und anschließend zu einer Pflanzaktion auf den Malberg eingeladen. Nach der obligatorischen Begrüßung und Einführung in das Thema durch den Vorsitzenden Uwe Werner übergab dieser das Wort an Justus Schmidt, den bisherigen Betreuer für den Privatwald, der künftig für das Forstamt Kastellaun tätig sein wird.

Weiterlesen

Beim Waldbegang mit Revierförster Steffen Koch (Mitte) und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher (hat hier fotografiert) informierten sich die Mitglieder der städtischen Gremien über die aktuelle Situation im Stadtwald, insbesondere nach dem Tornado im August.
38

Die Auswirkungen des Tornados auf den Stadtwald und die Entwicklung der geschädigten Flächen standen im Mittelpunkt eines Waldbegangs, an dem Mitglieder des Umweltausschusses, der AG Wald und des Montabaurer Stadtrates teilnahmen. Gemeinsam mit Revierförster Steffen Koch und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher verschafften sich die Teilnehmer ein Bild von den durch den Tornado im August verursachten Schäden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild
1157

Bad Honnef / Linz. Die Anschlussstelle Bad Honnef/Linz auf der A3 in Fahrtrichtung Oberhausen wird von Freitagabend, dem 6. November, um 20 Uhr bis Montagmorgen, dem 9. November, um 5 Uhr gesperrt. Eine Umleitung führt über die Anschlussstelle Siebengebirge und ist mit einem roten Punkt bzw. blauen Tafeln „U 13“ gekennzeichnet. Diese Sperrung ist Teil der umfassenden Instandsetzungsarbeiten der Autobahn GmbH Rheinland an der A3.

Weiterlesen

vor der Porta Nigra
577

Tambour-Corps-Tour nach Trier

Tambour-Corps Rheinbrohl auf Tour

Am Wochenende nach der Nachkirmes hieß es für die aktiven Musiker des Tambour-Corps Rheinbrohl: Koffer packen und auf nach Trier! Die Reise startete am Samstagmorgen mit dem Zug ab Bad Breisig. Bereits während der Fahrt kam - dank des eigens kreierten „Hitster - Tambour-Corps-Version“ - beste Stimmung auf. Bei Getränken und Snacks wurde geraten, gesungen und viel gelacht.

Von Anna Rott aus Rheinbrohl

Weiterlesen