Allgemeine Berichte | 22.02.2018

Bilderausstellung im Foyer der Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel

Impressionen aus einer Wildvogel-Pflegestation

v.l.: die Künstlerin Ruth Rebell, Anja Barnonetzky-Mercier betreuende Tierärztin und Vorsitzende der Pflegestation und Bürgermeister Alfred Schomisch.Privat

Mayen. Seit über 25 Jahren kümmert sich die Wildvogel-Pflegestation in Kirchwald um in Not geratene Wildvögel. Die Station ist inzwischen zu einer der größten in Deutschland geworden. Die einheimischen Wildvögel sind an das Leben in der freien Natur sehr gut angepasst. Der Selektionsdruck mit dem unterschiedlichen Wetter während der vier Jahreszeiten in den verschiedenen Landschaften hat über Jahrtausende dazu geführt, dass jede Vogelart ihre ökologische Nische gefunden hat. Auf der Suche nach Futter müssen die Vögel gerade während der Zeit, wo sie ihren Nachwuchs versorgen müssen, immer größere Entfernungen zurücklegen. Die Gefahr, dass sie dabei verunfallen ist extrem hoch. So kümmern sich die Helferinnen und Helfer in der Wildvogel-Pflegestation in Kirchwald jedes Jahr um mehr als 1000 verwaiste Nestlinge und Jungvögel, versorgen jedes Jahr circa 400 überlebende Autounfallopfer, circa 200 Opfer von Fensterscheiben und

circa 300 Opfer unserer Hauskatzen. Die verletzten Tiere erhalten die nötige chirurgische Versorgung genauso wie die erforderlichen Medikamente und Infusionen. Wärmeboxen und Sauerstoffboxen stehen bereit, um die oft sehr geschwächten Tiere zu versorgen. Die verwaisten Nestlinge müssen am Anfang stündlich gefüttert werden, sonst können sie nicht überleben, so die Vorsitzende Banonetzky-Mercier. Beeindruckt zeigte sich Bürgermeister Alfred Schomisch nicht nur von den ausgestellten Fotoaufnahmen, sondern auch von der täglichen Arbeit, die in der Pflegestation geleistet wird. Das Ziel der Wildvogel-Pflegestation ist es, jeden Wildvogel, der hilfesuchend gebracht wird, gesund wieder in die Freiheit zu entlassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Auffangstationen kümmern sie sich um alle Wildvogelarten. Kein hilfesuchender Wildvogel wird abgewiesen. Vom Höckerschwan bis

zur Tannenmeise, vom Zaunkönig bis zum Uhu reicht das Artenspektrum, dem Hilfe angeboten wird. „In den letzten beiden Jahren wurden etwa 2500 Wildvögel von rund. 100 verschiedenen Vogelarten versorgt und verschafften ihnen eine zweite Chance auf ein Leben in Freiheit. Eine Auswilderungsrate von circa 70 Prozent ist der Lohn für unsere Mühe. Wir hoffen, dass alle Unfallopfer nach Ihrer Rückkehr in die Natur besser aufpassen und Glück haben“, so Anja Baronetzky-Mercier. Um eine so hohe Anzahl unterschiedlicher Vogelarten versorgen zu können, werden viele unterschiedlich eingerichtete Volieren und mehr als 30 verschiedene Futtermittel benötigt. Obwohl inzwischen 29 kleine und große Volieren auf dem Stationsgelände in Kirchwald erbaut sind, steht die Station immer wieder vor Platzproblemen. Viele Vogelarten vertragen sich nicht untereinander und um gesund werden zu können benötigt jedes Individuum eine stressfreie Umgebung. Wildvögel sind es nicht gewohnt auf engem Raum zusammenzuleben. Würden sie in der Station dazu gezwungen, würden sie einfach sterben. Auch der Personalaufwand ist über die Jahre immer höher geworden. Interessierte können in der Station im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres oder im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes mitarbeiten. Die Wildvogel – Pflegestation Kirchwald lebt ausschließlich von Spenden und ist vom Finanzamt Mayen als gemeinnützig anerkannt. Die Ausstellung, die gestalterisch von dem Künstlerpaar Ruth und Werner Rebell unterstützt wird, ist bis Ende Mai während den Öffnungszeiten der VG-Verwaltung im Foyer zu sehen.

v.l.: die Künstlerin Ruth Rebell, Anja Barnonetzky-Mercier betreuende Tierärztin und Vorsitzende der Pflegestation und Bürgermeister Alfred Schomisch.Foto: Privat

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