Kindertagesstätte „Luftikus“ in Reifferscheid feierte Jubiläum
In 20 Jahren vieles und viele bewegt
Einrichtung wurde mit dem Bewegungssiegel RLP zertifiziert - Drei Plätze für behinderte Kinder geschaffen
Reifferscheid. Mit einem Gottesdienst im Festzelt, mitgestaltet von den Kindern und musikalisch begleitet vom Chor „Chorios“, begann das gelungene Geburtstagsfest der Kindertagesstätte Luftikus unter dem Motto „Afrika“. Afrika deshalb, weil Kita und Grundschule Reifferscheid 2012 eine gemeinsame Partnerschaft mit einer Schule in Gitwe in Ruanda, dem rheinland-pfälzischen Partnerland, unterhalten. So zelebrierten den Geburtstagsgottesdienst neben Pfarrer Michael Schäfer aus Reifferscheid und Diakon Hans Gerd Grevelsberg aus Köln auch Pfarrer Jospelt aus Ruanda und Abbé Pierre aus Burkina Faso.
Nachmittags folgte die Vorführung der Trommlergruppe „Agwaba“ mit anschließendem Workshop, fürs leibliche Wohl war mit afrikanischen und einheimischen Leckereien bestens gesorgt. In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Guido Nisius, auch Vorsteher des Kindergartenzweckverbands Reifferscheid-Rodder, Ursula Thelen, die von der ersten Stunde an als Leiterin dabei ist, und ihrem Team für die geleistete Arbeit. „Die ersten Lebensjahre in solch einer Umgebung verbringen zu dürfen, verhilft ihren Schützlingen zu einem Grundstock fürs Leben, wie man ihn sich besser kaum vorstellen kann“, betonte Nisius. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch gegenüber Thelen, dass es so bleiben möge.
Ursula Thelen ließ anhand einer Riesengeburtstagstorte, die von den Kindern für jede Neuerung mit einem Hinweis verziert wurde, die 20 Jahre noch einmal Revue passieren. Als 1995 die Einrichtung in Schuld zu klein wurde, war schnell der Entschluss gefasst, für die Kinder aus Reifferscheid und Rodder einen zweigruppigen Kindergarten zu bauen. In mehr als 1000 Stunden Eigenleistung entstand 1996 im ehemaligen Jugendheim ein Provisorium. Das Bistum Trier als Eigentümer des Jugendheims lehnte einen Anbau ab, für einen Kindergarten mit zwei Gruppen war nicht genug Geld da. Die Entscheidung wurde für eine abgespeckte Version gefällt, die statt 50 nur 40 Kinder aufnehmen konnte. Wie ein Einfamilienhaus konzipiert wurde das Gebäude neben der Schule errichtet. 2000 erfolgte die Einweihung des Gebäudes, und zwei Jahre später wurde das großzügige Außengelände – ebenfalls in Eigenleistung gestaltet – fertig. Im Jahr 2001 wurde das erste behinderte Kind aufgenommen. Seit Mai 2002 bietet die Tagesstätte Ganztagsbetreuung. Außerdem konnte 2002 mit einem Landeszuschuss ein naturnahes Außengelände mit Obstwiese und Kindergartenwald gebaut werden. Unter Mithilfe der Eltern wurde eine Seillandschaft mit Niedrigkletterbereich angelegt. Seit 2005 dürfen Zweijährige aufgenommen werden, und Einzelintegration für drei behinderte Kinder wird angeboten.
2006 wurde die Einrichtung zertifiziert mit dem Qualitätssiegel „Bewegungssiegel RLP“ als einer von bis dahin drei Bewegungskindergärten in Rheinland Pfalz, außerdem bereits mehrfach von der AOK in Sachen Bewegung und gesunde Ernährung ausgezeichnet. Seit 2007 gibt es eine vom Land unterstützte Sprachförderung für Migrantenkinder. Im Oktober 2012 wurde gemeinsam mit der Grundschule die Partnerschaft mit Gitwe geschlossen. Seit 2013 existiert nur noch eine Gruppe, in der heute 21 Kinder von sechs Erzieherinnen betreut werden. Nicht besetzt sind derzeit die Kindergartenplätze für Behinderte. SES
Guido Nisius begrüßte nicht nur als Bürgermeister und Verbandsvorsteher die Gäste, sondern gestaltete als Leiter von „Chorios“ das Geburtstagsfest auch aktiv mit. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM
Leiterin Ursula Thelen ließ 20 abwechslungsreiche Jahre Revue passieren. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM
