30 Jahre Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und 13 Jahre Willy-Brandt-Forum in Unkel
In Unkel steht nicht nur Willy Brandts Arbeitszimmer
Unkel. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und des 13-jährigen Jubiläums des Willy-Brandt-Forums fand am 25. Oktober im Willy-Brandt-Forum Unkel ein feierlicher Empfang statt. Um 16 Uhr begrüßte der Leiter des Forums, Scott H. Krause, die geladenen Gäste.
Willy-Brandt-Forum und Stefan-Andres-Schule schlossen Vertrag
Nach zwei Podiumsgesprächen, die Scott H. Krause mit Karsten Brenner, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und Dr. Hanns Bölefar, Vorsitzender der Bürgerstiftung Unkel Willy-Brandt-Forum, führte und eines weiteren, von Sarah Wördemann, Bildungsreferentin der Stiftung, mit Hannes Kuhn, Lehrer an der Stefan-Andres-Schule in Unkel, folgte noch eine Vertragsunterzeichnung: Das Forum Unkel unterzeichnete mit Sylvia Gruber, Konrektorin der Stefan-Andres-Schule, einen Vertrag über die künftige Zusammenarbeit. Denn Ziel sei es, so Wördemann im Podiumsgespräch, durch Projekte, Workshops und Aktionen das politische Erbe und Gedankengut Willy Brandts „auch an die weiter zu geben, die ihn nicht kannten oder erlebt haben“. Freiheit, Demokratie und Menschenrechte seien einige wesentliche Kernpunkte Brandts politischer Agenda, die auch heute noch Bedeutung haben, so Scott H. Krause im Gespräch zuvor.
Freiheit, Demokratie und Menschenrechte
Krause leitet seit Mai 2022 das Willy-Brandt-Forum in Unkel, er wird in wenigen Wochen in Elternzeit gehen und während seiner Abwesenheit von Sarah Wördemann vertreten. Das Unkeler Willy-Brandt-Forum zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es den Originalsessel Willy Brandts aus dem seinerzeitigen Plenarsaal ausstellt, es besitzt auch das Arbeitszimmer Willy Brandts, ein Kernpunkt der Forums-Ausstellungsgegenstände. „Außerdem wird das von Ehrenamtlern über eine Bürgerstiftung gegründete Forum auch heute noch ganz wesentlich vom Ehrenamt getragen“, sagte Wördemann zu Blick aktuell. Seit September 2021 gehört das Willy-Brandt-Forum in Unkel zur Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in Berlin und bildet mit dem Standort Lübeck, dem Geburtsort Brandts, den dritten Standort der Stiftung.
Künftiger Schwerpunkt des Forums sollen „zielgruppenspezielle Bildungsangebote sein, um die Themen Willy Brandts in die Gegenwart zu bringen. Was ist Demokratie und welchen Beitrag kann ich leisten, sind die Fragen, die wir mit insbesondere jungen Menschen beantworten wollen“, sagte Wördemann.
Willy Brandt-Forum in Unkel seit 2011
Das im März 2011 gegründete Willy-Brandt-Forum in Unkel befindet sich in einem ehemaligen Sparkassengebäude am Willy-Brandt-Platz 5. Dort gab es bereits im Dezember 1993, noch im Sparkassenumfeld, eine Willy-Brandt-Ausstellung. „2024 hatten wir bereits über 5.000 Besucher, die aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus zum Beispiel aus den Niederlanden und Amerika kommen“, so Scott H. Krause zu Blick aktuell. Das Willy-Brandt-Forum kann dienstags – sonntags von 11 bis 17 Uhr besucht werden, der Eintritt ist frei. Jeden ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr gibt es eine ebenfalls kostenfreie Führung.
Willy Brandt lebte 13 Jahre in Unkel
Willy Brandt ist im April 1979 mit seiner Lebensgefährtin Brigitte Seebacher, die er im Dezember 1983 heiratete, nach Unkel zunächst in eine Wohnung gezogen. Später bezogen sie ein Haus. Er hat dort bis zu seinem Tode am 7. Oktober 1992 gelebt. Das Arbeitszimmer Brandts stiftete seine Witwe als Dauerleihgabe. Es stand zunächst „schwer erreichbar“, wie Böhlefar es umschrieb, im Unkeler Rathaus.
Die Überschrift Willy Brandts erster Regierungserklärung von 1969, „Mehr Demokratie wagen“, ist vielen noch genau so in Erinnerung, wie sein Kniefall beim Warschau-Besuch vor dem Ehrenmal der Helden des Warschauer Ghettos im Dezember 1972. Willy Brandt ist auf dem Waldfriedhof in Berlin - Zehlendorf begraben, sein Grab ist ein Ehrengrab der Stadt Berlin, deren Bürgermeister er von 1957 bis 1966 war. Es befindet sich neben dem Ehrengrab von Ernst Reuter, der 1948 bis 1953 Bürgermeister von Berlin war.
Das originale Arbeitszimmer von Willy Brandt ist das Glanzstück des Willy-Brandt-Forums in Unkel.
Ex-Stiftungsvorstand Karsten Brenner (r.) im Gespräch mit Scott H. Krause: „Wir wollen Kinder und Jugendliche befähigen, demokratisch zu wirken“.
Im Anschluss an das Jubiläumsprogramm bot das Forum den geladenen Gästen das, was es als Hauptauftrag versteht: Ein Forum, um ins Gespräch zu kommen.
