Allgemeine Berichte | 23.04.2019

„Woche der Pflege“ im Kreis Ahrweiler

In Würde sterben dürfen

CDU-Bundestagsmitglied Mechthild Heil besuchte das stationäre Hospiz in der Kreisstadt

Die beiden Christdemokratinnen Hedi Thelen und Mechthild Heil (Zweite und Dritte von links) erhielten von Ulrike Dobrowolny (Vierte von links) Informationen aus erster Hand. Foto: KG

Bad Neuenahr. Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil (CDU) besuchte im Rahmen der „Woche der Pflege“ in Begleitung der Landtagsabgeordneten Hedi Thelen, seit 2001 sozialpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, und Michael Schneider, ihrem Büroleiter im Wahlkreis Ahrweiler, das stationäre Hospiz oberhalb des Krankenhauses Bad Neuenahr, das zehn Plätze für Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt bereithält.

Arbeit wird von Ehrenamtlichen getragen

Die beiden Vorsitzenden des seit 27 Jahren bestehenden „Hospiz-Vereins Rhein-Ahr e.V.“, Ulrike Dobrowolny und Hildegard Schneider, erläuterten die Aufgaben des Vereins und der Hospiz-Arbeit, die von Ehrenamtlichen getragen wird. Der Verein, Vorreiter in der Hospizarbeit im Land Rheinland-Pfalz, hat derzeit 1.344 Mitglieder und ist neben den „Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel“ und de Marienhaus GmbH einer der drei Träger des Hospizes.

Sterben und Tod sollen enttabuisiert werden

Die Mitglieder des Hospiz-Vereins sehen es als ihre Aufgabe an, sich aktiv und offen mit Leben und Tod zu beschäftigen und das Thema Tod und Sterben aus der gesellschaftlichen Tabuzone heraus in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Die Bürger müssen sich vor dem Hintergrund der sich dramatisch veränderten Demographie bewegen und lernen, damit umzugehen. Im Hospiz sorgen neben 19 ausgebildeten ehrenamtlichen Helfern mehrere hauptamtliche Fachschwestern für eine engagierte Hospizarbeit, die den Respekt vor dem Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Hilfe vor Ort durch Hospizbegleiter

Oberstes Ziel der Hospizarbeit ist es, Schwerstkranken und sterbenden Menschen bis zuletzt ein selbstbestimmtes und würdiges Leben zu ermöglichen und ihnen und ihren Angehörigen die am Ende des Lebens benötige Zuwendung und Unterstützung zu geben. Die Dienste und Angebote des Vereins sind kostenlos und unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung.

Der Wunsch vieler Menschen ist es, bis zuletzt in vertrauter Umgebung zu leben. Fachlich ausgebildete und sorgfältig auf ihre Aufgaben vorbereitete ehrenamtliche Hospizbegleiter kommen auf Wunsch nach Hause, ins Alten- oder Pflegeheim und ins Krankenhaus, sie schenken den Schwerstkranken und ihren Angehörigen Zeit, um zuzuhören und zu entlasten. Zurzeit „arbeiten“ 90 ehrenamtliche Mitarbeiter im ambulanten Dienst, im Jahr 2018 wurden 344 Menschen begleitet. Die beiden anwesenden ehrenamtlichen Mitarbeiter Klara Rauwald und Karl Schimmel erklärten den Besuchern ihre Arbeit anhand von typischen Beispielen. Mechthild Heil führte zudem ein Gespräch mit einer zufällig vorbeikommenden Bewohnerin, die vor vier Monaten aus dem Raum Mendig nach Bad Neuenahr gekommen ist und sich, wie sie ausdrücklich betonte, im Hospiz sehr wohl fühlt: „Hier wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen und jede Art der Hilfestellung angeboten, auch Essenswünsche werden berücksichtigt, nette Ärzte kommen regelmäßig ins Hospiz und ganz wichtig: Man ist nicht einsam.“

Bevor Heil und ihre Begleiter den Informationsbesuch beendeten, machten sie noch einen Rundgang durch das Hospiz, konnten sich dabei auch einen Eindruck von einem der zehn Zimmer machen und verweilten für einen Moment im ‚Raum der Stille‘. Sie waren beeindruckt vom vorbildlichen Engagement des Vereins mit seinen zahlreichen Ehrenamtlern, und Heil plant, nach ihrem ersten Besuch das Hospiz im Juni mit Mitarbeitern ihres Berliner Büros zu besuchen.

Die beiden Christdemokratinnen Hedi Thelen und Mechthild Heil (Zweite und Dritte von links) erhielten von Ulrike Dobrowolny (Vierte von links) Informationen aus erster Hand. Foto: KG

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