Tomburg-Realschule Rheinbach feiert letztes großes Jubiläum
In die Feierstimmung mischte sich eine gehörige Portion Wehmut
Nach der Gründung der Gesamtschule Rheinbach-Alfter wird die Realschule in fünf Jahren aufgelöst
Rheinbach. In die Feierstimmung mischte sich eine große Portion Wehmut, denn ausgerechnet im 50. Jahr ihres Bestehens ist das Ende der Tomburg-Realschule Rheinbach absehbar. Die Gründung der Integrierten Gesamtschule Rheinbach-Alfter bedeutete zum Schuljahresbeginn zugleich das Aus für die angesehene Realschule.
So war das Schulfest zum 50. Geburtstag wohl die letzte Jubiläumsfeier der Tomburg-Realschule - doch von schlechter Laune war auf dem ganzen Schulgelände nichts zu spüren. Vielmehr scheint die anfängliche Lethargie mittlerweile einer „Jetzt erst recht“ Haltung gewichen zu sein, die Konrektor Helmut Radlanski so zusammenfasste: „Das Kollegium ist fest entschlossen, unseren verbliebenen Schülern den bestmöglichen Unterricht zu erteilen, damit sie einen optimalen Abschluss erreichen.“ Derzeit besuchen 500 Schüler die Realschule, sie werden von 32 Lehrkräften unterrichtet. „In der Zeit ihres Bestehens hat die Tomburg-Realschule als Teil der Stadtgeschichte den guten Ruf der Schulstadt Rheinbach mitgeprägt“, war Schulleiter Rüdiger Steppke in seiner Begrüßungsansprache überzeugt. Das erzieherische Handeln sei immer auf die Gestaltung der Zukunft gerichtet gewesen: Schüler stark zu machen für ein erfolgreiches und gelingendes Leben. „Erfolg und Selbstverständnis der Tomburg-Realschule beruhen bis heute darauf, dass sie sich als Element unseres demokratischen Gemeinwesens versteht“.
Ihre Entwicklung und Veränderung sei möglich gewesen durch ein pädagogisches Konzept, das Schülern keine fertigen Antworten gegeben habe, sondern durch Selbstentdeckung und Mitgestalten ihr aktives Handeln und Engagement gefördert und Freude am Lernen und Zusammenleben vermittelt habe. Die Tomburg-Realschule sei für viele Schülergenerationen ein Lebensraum gewesen, an den sie gerne zurückkämen.
Ausstattung der Schule wird nicht vernachlässigt werden
Schuldezernent Achim Eckstein hob die bemerkenswerten Qualitätsstandards der Schule hervor und lobte die hervorragende Arbeit der Pädagogen. Namens der Bezirksregierung versicherte und versprach er zugleich, in den restlichen fünf Jahren des Bestehens die Ausstattung der Schule nicht zu vernachlässigen. Bürgermeister Stefan Raetz erinnerte sich in seiner Ansprache daran, dass er beim Schuljubiläum vor zehn Jahren die Realschule als enorm wichtigen Bestandteil der Rheinbacher Schullandschaft gelobt habe, „aber es hat sich vieles verändert seither, was letztlich dazu geführt hat, dass die Schule geschlossen werden muss“. Er lobte die bisherige hervorragende Arbeit und versprach, auf das Wohl der verbliebenen Schüler stets im Auge zu haben. Er wusste aber auch.
Aus der Sicht eines ehemaligen Schülers hatte Michael Firmenich so manche Anekdote zu erzählen aus den Gründungsjahren der Schule. Damals habe man sich zusammenraufen und in gemeinsamen Anstrengungen von Lehrern und Schülern die Schule entwickeln müssen. Das habe sich bis heute nicht verändert. Das bestätigte auch Astrid Koppitsch, die Vorsitzende der Vereinigung der Ehemaligen, Freunde und Förderer (VEFF). Eine unbürokratische und schnelle Hilfe zugunsten der Schüler sei oberstes Anliegen, „denn jeder weiß, dass eine gute Bildung die eigentliche Basis einer erfolgreichen Zukunft unserer Kinder ist.“ Doch sei der VEFF kein Ersatz für eine vernünftige Bildungspolitik, es gehe ihm auch nicht um spektakuläre Maßnahmen. „Wir wollen immer dort Hilfestellung leisten, wo sie den Schülern und der Schule unmittelbar zugute kommt.“ So sei der Ruf nach dem Staat für mehr Mittel für die Schulen und Bildung zwar gerechtfertigt, ersetze aber nicht den Mut und die Bereitschaft zur Selbsthilfe und zum eigenen Anpacken.
„Schüler wurden mit Erfolg auf ihr Leben vorbereitet“
Für die Schulpflegschaft betonte die ehemalige Vorsitzende Martina Zavelberg-Pütz die gute Zusammenarbeit mit der Schulleitung und hob das außergewöhnliche Engagement der Eltern hervor. Ihr Wunsch sei es, dass auch in den verbleibenden Jahren dieser Einsatz unvermindert fortbestehe. „Trotz der wechselvollen Geschichte hat die Schule es immer geschafft, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Schüler mit großem Erfolg auf ihren Beruf und ihr Leben vorzubereiten.“
Einer der zahlreichen Auftritte bei der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen der Tomburg-Realschule Rheinbach war die Gesangseinlagen des Schulchores unter Leitung von Birgit Wortmann. Fotos: JOST
Entschlossen geht die Schulleitung in die verbleibenden Jahre (v.l.) Konrektor Helmut Radlanski, Konrektorin Monika Porath und Schulleiter Rüdiger Steffke.
Roboter aus Legoelementen waren eine der Attraktionen, die die Schüler nach der Projektwoche präsentierten.
