Vorbildliches Engagement im Dienst der Nachwuchsförderung
Innung der Installateure will Interesse am Beruf anfeuern
Mayen. Wie fast überall im Handwerk, mangelt es an Nachwuchskräften. Doch die Installateur- und Heizungsbauer-Innung Mayen will handeln statt klagen. Mit viel Herzblut und Kreativität geht der eigens gegründete Ausbildungsausschuss auf junge Leute zu, um das moderne Berufsbild des Installateurs bekannter zu machen. „Die Lehrlinge kommen nicht auf einen zu“, bringt Christian Lorenz, Vorsitzender des Ausbildungsausschusses, die Problematik auf den Punkt. „Also gehen wir zu den jungen Leuten und zeigen als Innung gemeinsam Flagge.“ Mit dem wohl gewichtigsten Vorteil für alle Auszubildenden heizt die Innung gleich ordentlich ein: Sie kann den Lehrlingen eine Übernahmegarantie für einen Betrieb in der Umgebung bieten, verteilt auf 25 der 33 Mitgliedsbetriebe.
Die Vorteile
Arbeitslosigkeit bleibt folglich ein Fremdwort für engagierte Installateure. „Der Beruf ist ohnehin einer der Vielgesuchtesten bundesweit“, so Gerd Köhl, Obermeister der Innung. Er und sein Team möchten noch mehr Vorteile bekannt machen, „das Berufsbild hat sich geändert“. Viele junge Leute haben Vorurteile im Kopf. Die Beschäftigung mit sanitären Einrichtungen oder Heizungsanlagen erscheint ihnen wenig attraktiv. Grundlos, finden die Experten. Denn bei näherem Hinsehen finden gerade Technikfreaks mit Sinn für neueste digitale Entwicklungen ein reiches Betätigungsfeld vor: „Klimatechnik, Heizungstechnik, Sanitär und Umwelttechnik sind unsere vier großen Sparten heute“, erklären Lorenz und Mitstreiterin Genoveva Bleser vom Ausbildungsausschuss. Dazu gehört die Installation von Solaranlagen, Block- und Holzheizungen beziehungsweise ganzen Passivenergiehäusern ebenso wie die Steuerung der Haustechnik über Apps. Seit fünf Jahren ist der Ausschuss aktiv. Und der Einfallsreichtum ist groß. So stellt sich die Installateur- und Heizungsbauer-Innung Mayen regelmäßig auf der Pellenzer Lehrstellen- und Informationsbörse vor. Die Bildungsmesse ermöglicht es jungen Leuten, mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu treten und sich ein Bild über verschiedenste Berufe zu machen. „Damit die Besucher nicht achtlos an unserem Stand vorüberziehen, bieten wir Mitmach-Aktionen an“, erklärt Christian Lorenz. „Letztens, zum Beispiel, konnten die jungen Leute eine Stehleiter aus Rohrstücken bauen. Das sorgte für Andrang.“ Weiter geht die Innung auf Schulen zu. Mit einem Schreiben wurden diese gebeten sich zu melden, falls eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme über Praktika, Projektwochen, Sonderaktionen und so weiter besteht. So konnten sich die Installateure etwa in der Mendiger Realschule plus im Rahmen einer Projektwoche vorstellen. „Wir haben Werkbänke aufgebaut und die Schüler Kunststoff schweißen, trennen und biegen lassen – so entstanden kleine Brillen.“ Projektfilme über Passivenergiehäuser und die Kunst, ein Badezimmer in eine Wohlfühloase zu verwandeln ergänzten die Initiative. Kontakte zur Handwerkskammer, zum Girls- und Boysday, dem bundesweiten Berufsorientierungstag, hat die Innung verstärkt. Eine weitere Idee von vielen: Ein Praktikant wurde aufgefordert zu fotografieren, was ihn am Arbeitsleben interessiert. Diese Fotos wurden dann neben entsprechenden Texten in einem Facebook-Blog veröffentlicht.
Praktika
Grundsätzlich empfehlen die Installateure dringend Praktika. Nicht nur ausgehend von der Schule. Junge Leute ab 14 Jahren haben auch die Möglichkeit, in den Ferien ein Praktikum zu absolvieren. „Das hat auch Erholungswert“, weiß Genoveva Bleser aus vielen Jahren Erfahrung. „Mal etwas ganz anderes zu erleben als die Schule und etwas selbst zu erarbeiten.“ Pädagogische Leistungen aus den Kollegen herauszukitzeln, ist ein weiteres Steckenpferd des rührigen Ausschusses. Damit die jungen Leute positive Erfahrungen machen und ihren Horizont erweitern können, empfiehlt er allen Betriebsinhabern dringend, sich um die eigene Ausbildungskultur zu bemühen. Gerd Köhl, Christian Lorenz und Genoveva Bleser jedenfalls sind sich einig: „Mit unseren Aktivitäten wollen wir die Kollegen mit begeistern.“ Wer Interesse an Praktikum oder Ausbildungsplatz hat, kann sich informieren unter www.shk-my.de.
