Allgemeine Berichte | 28.02.2017

KG „Me haalen et us“ Rheinbreitbach

Jeck op Live und der Zoch

Karnevalswochenende in Rheinbreitbach

Spaß an der Freud und Kamelle Ansgar Federhenn

Rheinbreitbach. Frühlingshafte Temperaturen und Sonnenschein - ein wohlmeinender Wettergott hat den Jecken von Rheinbreitbach bei ihrem traditionellen Zoch durch die Gassen Traumwetter beschert. Schlag 15.11 Uhr startete der Tross bestehend aus 23 Gruppen, die es zusammen auf rund 700 Teilnehmer brachten. Die Ersten hatten sich bereits gegen 14 Uhr in der Westerwaldstraße am Sportplatz eingefunden. Zugleiter Rolf Laufenberg, der gemeinsam mit seinem Team aus KG-Mitgliedern für die Sicherheit rund um die Wagen und einen reibungslosen Ablauf sorgen musste, hatte alle Hände voll zu tun. „So groß und gut besucht wie dieses Jahr war der Zoch schon lange nicht mehr“, sagte auch der Zweite Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft, Michael Frings, der selbst in seiner Familiengruppe „Spaß an de Freud“ mitlief. Den Anfang jedoch machten die Weckmöhnen in ihren traditionellen Schlafanzug-Kostümen, gefolgt vom Obst- und Gartenbauverein, der sich als frühlingshafte Gänseblümchenwiese präsentierte - Platz 1 bei der später stattfindenden Kostümprämierung! An dritter Stelle kam der Kindergarten Sonnenschein als Bauernhof. Hier wuselten Schäfchen und Küken, kleine und große Hähne, Kälblein und Schweine, Pferde, Vogelscheuchen und Mägde kreuz und quer durcheinander. Mit dem Musikzug der freiwilligen Feuerwehr Leubsdorf marschierte die erste von insgesamt vier Kapellen auf. Ihr folgte Rheinbreitbachs Bürgerverein, der sich besonders originelle Kostüme hatte einfallen lassen: In Anlehnung an die Rheinland-Pfalz-weite Aktion für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, bei der an gefährlichen Übergängen Gehweg-Markierungen angebracht sind, hatten sich einige Mitglieder als überlebensgroße „Gelbe Füße“ verkleidet. Den Mittelteil des Zuges führte der Kindergarten St. Maria Magdalena an. Betreuerinnen, Eltern und Kinder hatten sich als Raupe Nimmersatt in Schale geschmissen. Rheinbreitbachs Pfadfinder präsentierten sich als Softeis, der Junggesellenverein als Zoo, die Fußballer als Indianerstamm mit mobilen Tippi-Zelten. Auch eine große Abordnung der Unkler Karnevalsgesellschaft mit ihren Soldaten, Marionetten und natürlich mit ihrer Kinderprinzessin Caroline I. schmückte den Breitbacher Zoch. Allergrößtes Lob für ihre aufwendigen Kostüme bekamen die Freunde des Sportecks, genannt „Sporteckhexen“, die sich in diesem Jahr riesige, bunte Schmetterlingsflügel an ihre Arme gehext hatten. Auch die Mitglieder des Stammtischs „Me losse et krache“ kochten ihr eigenes Süppchen – als „Stammköche“. Nun wurde es Zeit für die alten und neuen Kindertollitäten. Der Kinderelferrat präsentierte sich gewohnt bunt, doch Crufti-bleich im Gesicht. Die Kamelle flogen sackweise, vor allem vom Kinderprinzenwagen, so wie es Prinzessin Heidi I. und ihre Paginnen Finja und Fiona in den Wochen zuvor immer wieder angekündigt hatten. Als letzte Kapelle spielten die Burgbläser, stolze Träger des diesjährigen Karnevalsordens, der ihnen zum 40-jährigen Jubiläum von der KG gewidmet worden war, gefolgt von der Karnevalsgesellschaft selbst, und als Abschluss der Feuerwehr. So gelangten die Jecken nach einer großen Doppelschleife durch den Ort schlussendlich wieder in die Westerwaldstraße, wo sie zum Finale in die Hans-Dahmen Halle einmarschierten. Hierhin hatte die Karnevalsgesellschaft bei freiem Eintritt zur After Zoch Party geladen. Eltern und Kinder, alte und junge Zugteilnehmer ebenso wie Zugbesucher konnten so noch bis in den späten Abend hinein ausgiebig den Abschluss des Rheinbreitbacher Straßenkarnevals feiern. Bereits am Abend zuvor hatten Rheinbreitbachs Jecken hier vor der großen Showbühne bei Livemusik abgefeiert. Zum Kostümball „Jeck op Live“ hatte die Karnevalsgesellschaft drei regional bekannte Partybands engagiert, damit sie auf ihrer extra großen Showbühne auftreten könnten. Gegen 20 Uhr spielten als Erstes die Schäl Pänz auf, die mit ihrem breiten Repertoire an Karnevalshits bereits im vergangenen Jahr für Begeisterung unter den Rheinbreitbachern gesorgt hatten. Am Ende ihres ersten Auftritts (mehrere sollten noch folgen) war die Stimmung schon ausgelassen und die Hans Dahmen Halle nahezu voll. Viele Karnevalisten waren in Gruppen angereist und besorgten für ihre Runde gerne gleich ein ganzes Fässchen mit Kölsch zum Selberzapfen am Tisch. Das und der Auftritt der Partyband Hi-Five trieben die Stimmung nun zu weiteren Höhen. Als drittes Ensemble trat erstmals die Tom Browne-Band um RTL-Reporter Gerrit Obermann vor das Breitbacher Publikum. Spätestens bei Brings-Hits wie „Sulang mer noch am lääve sin“ oder „Halleluja“ fing die Halle an zu kochen. Als traditionell-karnevalistische Showeinlage hatte die KG Rheinbreitbach zu späterer Stunde noch die befreundeten Musiker vom Funkencorps Blau-Wiess Linz eingeladen. Für ihre Schwarzlichtshow auf den New Order-Song „Blue Monday“ ernteten sie tosenden Beifall samt „Zugabe“-Rufen, und so wurde die Zugabe gerne gewährt. Wann das rauschende Karnevalsfest endete, konnte am nächsten Tag niemand mehr genau sagen. Sicher ist nur, dass auch „Jeck op Live“ (neben der SWR3 ElchParty und der After Zoch Party) eine von drei Karnevalsveranstaltungen war, bei der in der Hans-Dahmen Halle volle Hütte und großartige Stimmung geherrscht haben. Auf ein Neues in der 116. Session 2018!

Jeck op Live und der Zoch

Jeck op Live und der Zoch

Spaß an der Freud und Kamelle Fotos: Ansgar Federhenn

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