Allgemeine Berichte | 27.11.2019

Stadt Meckenheim profitiert von dem reichhaltigen Erfahrungsschatz des 49-Jährigen

Jeff Gisimba ist neuer Integrationshelfer

Trifft den richtigen Ton: Jeff Gisimba (2.v.l.) erreicht mit seiner Erfahrung und den Sprachkenntnissen die Asylsuchenden in Meckenheim.Foto: Stadt Meckenheim

Meckenheim. Der Fachbereich Soziales, Migration und Integration freut sich über personelle Verstärkung. Seit Kurzem bringt sich Jean-Francois „Jeff“ Gisimba vom städtischen Kooperationspartner RheinFlanke als Integrationshelfer in Meckenheim ein. Der 49-jährige Familienvater hat die Aufgaben seines Vorgängers Heiko Leubecher übernommen und stellt eine Idealbesetzung dar: Denn Gisimba verfügt aufgrund seiner persönlichen Vita nicht nur über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz. „Ich bin auch für Flüchtlinge ein gutes Beispiel für gelungene Integration“, sagt Jeff, wie ihn im und abseits des Rathauses alle nennen.

Schon im ersten Gespräch weiß er zu überzeugen: Gisimbas Lächeln steckt an, sein Lebensweg beeindruckt. In Ruanda aufgewachsen, ließ der Bürgerkrieg Anfang der 90er Jahre seinen Traum vom Studium erst einmal platzen. Stattdessen hatte die Bewerbung bei Radio Ruanda Erfolg. „Ich habe bereits in der Sekundarstufe Zeitungsartikel geschrieben und mich immer schon für internationale Politik, Nachrichten und das Weltgeschehen interessiert“, erklärt Jeff, dessen vielsprachiger Vater im Ausland für internationale Organisationen tätig war. Der Anschlag auf den Staatspräsidenten verstärkte die Unruhen im Land, sodass Gisimba Schutz in einem Kinderheim fand. Dieses hatten seine Eltern in Ruanda gegründet – das erste von einer Bürgerinitiative forcierte Kinderheim überhaupt. Ärzte ohne Grenzen gab ihm eine neue berufliche Heimat. Vom Logistiker arbeitet er sich bis zum Pressesprecher hoch. Dreieinhalb Jahre später führte der Weg aus Nairobi/Kenia zurück nach Ruanda, zu einer irischen Menschenrechtsorganisation. „Meine zwei Ziele habe ich aber nie aus den Augen verloren: Studium und Journalismus“, so Gisimba. Neugierig auf Neues begann er sein Jura-Studium, schaute sich im Ausland nach Stellen um und verfasste schließlich als freier Mitarbeiter Radiobeiträge und Nachrichten für Agenturen.

Im Jahr 2001 erreichte ihn das Angebot der Deutschen Welle. Jeff wechselt nach Köln, um seine Vorgesetzten in der Redaktion Afrika/Nahost schnell zu überzeugen. Die Festanstellung war das Ergebnis seiner vorzüglichen Arbeit. Als Ehefrau Alice-Marie mit den beiden Mädchen nach Deutschland folgte und zwei weitere Kinder in Köln das Licht der Welt erblickten, schien das Glück komplett. „Wir haben uns als Familie sehr gut integriert. Die Kinder sprechen ohne Akzent Deutsch“, blickt der stets fröhlich wirkende Gisimba auf die Anfangszeit in Deutschland zurück. Er selbst besuchte Integrations- und Orientierungskurse. Dennoch gestaltete sich seine damalige Zukunft unsicher. Sein Vertrag lief aus, sein Visum ab, als Jeff als Französischlehrer bei einer Privatschule eine Anstellung fand. Über weitere Nebenjobs konnte er seine Familie ernähren, bis seine Heimat rief. In Ruanda – Frau und Kinder blieben in Köln – unterrichtete der heute 49-Jährige an einer Hochschule für Journalismus.

Ein Verkehrsunfall stellte ihn schließlich vor eine weitere Probe. Es dauerte ein Jahr, bis der Fuß vollends geheilt war, da klingelte das Telefon: „Dennis Diedrich von der Rheinflanke war dran.“ Der Kooperationspartner der Stadt Meckenheim konnte den aufgeschlossenen Familienvater für sich und die Arbeit mit Flüchtlingen gewinnen. „Der richtige Job für mich, denn ich selbst bin unter anderem als Logistiker für Ärzte ohne Grenzen schon mit Flüchtlingsarbeit beschäftigt gewesen“, erklärt Gisimba. „Somit wusste ich direkt, wie die Arbeit funktioniert.“ Zu Beginn galt es, die enorme Welle flüchtender Menschen zu bewältigen. Jeff nahm sich der bedürftigen Menschen, vor allem der Kinder und Jugendlichen bedingungslos an, vermittelte sie in Sprachkurse und Schulen. Später wirkte er bei der Kooperation mit einem Kölner Fußballverein aktiv mit. Unter dem Dach des Klubs bildeten sich drei eigenständige Teams, bestehend aus Flüchtlingen, die heute immer noch am Spielbetrieb des Fußballkreises teilnehmen. „Sport im Allgemeinen und Fußball im Speziellen sind wichtige Instrumente der Integration“, weiß Gisimba. „Es bauen sich Freundschaften und somit Vertrauen auf.“

Diese Erfahrung ist es, die Jeff Gisimba seit dem Spätsommer so wertvoll für die Stadt Meckenheim macht. „Ich bin sofort mit offenen Armen und einem Lächeln empfangen worden“, strahlt der Familienvater noch immer über das Willkommen von Monika Biesterfeldt. Die Leiterin des städtischen Fachbereichs Soziales, Migration und Integration begrüßte ihn auf Kisuaheli. „Mir war sofort klar, dass ich all meine Energie und mein Herz in die Arbeit in Meckenheim legen werden, um das Vertrauen von Rheinflanke und Stadt Meckenheim zurückzuzahlen“, sagt der Nachfolger von Heiko Leubecher.

Der neue Integrationshelfer versteht sich als direkter Ansprechpartner für geflüchtete Menschen. Er nimmt sich ihrer individuellen Fragen und Probleme an und sucht nach Lösungen, stellt Kontakte her, ebnet Wege zu Sprachkursen, in Ausbildungen und in die Arbeitswelt. „Es ist schwierig für fremde Menschen, in einem anderen Land, einem anderen System, vor allem Bildungssystem Anschluss zu finden“, spricht Jeff von eigenen Erlebnissen, die er mit seiner Familie in Deutschland gesammelt hat. „Ich weiß, wie es ist, einen offiziellen Brief in fremder Sprache zu bekommen und ihn nicht zu verstehen. Das bedeutet auch Frustration.“ Diese unsicheren Zeiten der Orientierung liegen längst hinter ihm, „sodass die Flüchtlinge an meiner Person, meinem Lebenslauf sehen können, was für sie möglich ist. Ich bin der beste Beweis für gelungene Integration“, erkennt Gisimba auch eine Vorbildfunktion in sich, die er sympathisch ausfüllt.

Monika Biesterfeldt schätzt den neuen Integrationshelfer als wertvollen Mitarbeiter und wichtigen Kommunikator. „Zu seinem großen Erfahrungsschatz, bedingt durch Lebenslauf und beruflichen Werdegang, verfügt er über eine gute Menschenkenntnis und ein hohes Verständnis für die verschiedenen Nationalitäten und Kulturen. In der Ansprache und im Zuspruch mit den Ausländern trifft Jeff Gisimba stets den richtigen Ton, da er sich gut in die individuelle Lage versetzen kann und schnell eine Basis für eine zielführende Konversation auch aufgrund seiner vielfältigen Sprachkenntnisse findet“, berichtet Monika Biesterfeldt. Denn „er weiß, wovon er spricht.“

Der Menschenfreund Gisimba und seine zugängliche Art kommen an. „Die Flüchtlinge in Meckenheim haben das Gefühl, dass ich sie verstehe, wodurch sich ein gegenseitiges Vertrauen aufbaut.“ Erfolgserlebnisse, die zufrieden stimmen und anspornen. „Ich liebe das Leben. Genau das möchte ich weitergeben. Wenn mir das gelingt und ich es schaffe, jemanden, der in Schwierigkeiten steckt, zu motivieren und zufriedener zu machen, dann bin ich glücklich“, lächelt der neue Integrationshelfer der Stadt Meckenheim.

Pressemitteilung

der Stadtverwaltung Meckenheim

Trifft den richtigen Ton: Jeff Gisimba (2.v.l.) erreicht mit seiner Erfahrung und den Sprachkenntnissen die Asylsuchenden in Meckenheim.Foto: Stadt Meckenheim

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