Allgemeine Berichte | 15.11.2022

Veranstaltung des Kreises Ahrweiler zum Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf

Joachim Gauck fand tröstende Worte der Hoffnung

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck war der Hauptredner anlässlich des Gedenkens zum Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf.  Fotos: RASCH

Bad Bodendorf. Die kreisweite Veranstaltung des Kreises Ahrweiler zum diesjährigen Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf lockte bei strahlendem Herbstwetter besonders viele Besucher. Dies mag auch an der Prominenz des Festredners gelegen haben. Denn der einstige Bundespräsident (2012-2017) Joachim Gauck fand bei seiner Ansprache tröstende Worte der Hoffnung und der Zuversicht.

„Wir leben in Zeiten, in den wieder Krieg ist in Europa, in denen erneut ein menschenverachtendes Regime die Freiheit und den Frieden bedroht“, so Gauck mit Klartext in Richtung der Ambitionen von Wladimir Putins Russland. „Gerade in dieser Zeit in der wieder Krieg in Europa herrscht, wollen wir an den Preis des Krieges erinnern. Krieg zerstört umfassend. Er zerstört nicht nur die Wege, die Städte, die Häfen, Krieg zerstört den Menschen. Er verwandelt Lebendige in Tote und hinterlässt in unzähligen Überlebenden tote Seelen. Wer Gewalt ausübt, oder ihr ausgesetzt ist, wandelt sich in seinem Wesen. Er wird ein Anderer“, fand Gauck eindringliche Worte.

Aber der Bundespräsident vermittelte auch Zuversicht und Hoffnung: „Wir, die wir hier versammelt sind, dürfen neben der Trauer über Krieg und Katastrophen auch Hoffnung schöpfen, Hoffnung darauf, dass mit entschlossenem Handeln und praktizierter Solidarität das Unheil überwunden werden und eine neue Zukunft aufgebaut werden kann. Mit Zuversicht wollen wir daran mitwirken, dass alle Menschen - egal ob hier im Ahrtal oder in der Ukraine - eine Zukunft in Freiheit und Frieden haben“, schloss er seine Ansprache.

Willkommen geheißen hatte den einstigen Bundespräsidenten und die vielen Besucher unter ihnen Vertreter der Politik auf allen Ebenen, der Bundeswehr, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Sozialverband VdK, Landrätin Cornelia Weigand. „Gerne heiße ich sie am Volkstrauertag willkommen, damit wir auf dem Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf gemeinsam ein klares Zeichen für Frieden und Demokratie setzen“, so die Landrätin. „Trauer: wir im Ahrtal wissen, was das ist. Wissen, was Verlust und Trennung bedeuten“, bezog Weigand in den Willen zur Trauer auch ausdrücklich die Opfer und die Folgen der Flutkatastrophe vom Juli 2021 in ihre Rede mit ein. Worte des Gedenkens gab es auch vom katholischen Pastor Frank Werner aus Sinzig und seiner evangelischen Kollegin Kerstin Laumann. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgte der von Andrea Ernst dirigierte Männergesangverein Eintracht Westum, der verstärkende Stimmen aus den Vereinen Sinzig und Bad Bodendorf an Bord geholt hatte, sowie der von Rüdiger Stiehl geleitete Posaunenchor Bad Neuenahr.

Die zentrale Gedenkfeier des Kreises lieferte einen würdigen und auch sehr nachdenklich stimmenden Rahmen zum Volkstrauertag. Und den erlebten immerhin fast 300 Besucher mit, so viele wie seit Jahren nicht mehr.

BL

Landrätin Cornelia Weigand konnte zahlreiche Ehrengäste bei der kreisweiten Veranstaltung begrüßen.

Landrätin Cornelia Weigand konnte zahlreiche Ehrengäste bei der kreisweiten Veranstaltung begrüßen. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Knapp 300 Besucher verfolgten die Veranstaltung in Bad Bodendorf.

Knapp 300 Besucher verfolgten die Veranstaltung in Bad Bodendorf. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Der Männergesangverein Eintracht Westum gestaltete die Feier musikalisch mit.

Der Männergesangverein Eintracht Westum gestaltete die Feier musikalisch mit. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Pastor Frank Werner aus Sinzig.

Pastor Frank Werner aus Sinzig. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck war der Hauptredner anlässlich des Gedenkens zum Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf. Fotos: RASCH Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

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