Großes Finale des Westerwälder Krimifestvials
Joe Bausch entführte seine Zuhörer auf Schloss Arenfels in den Gefängnis-Alltag
Westerwald. Im Rahmen des ersten Krimifestivals „Mordsregion Westerwald“ begeisterte der Tatort-Pathologe und Autor Joe Bausch das Publikum. Bausch, der seit 32 Jahren im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses tätig ist, las aus seinen neuesten Werken „Gangster-Blues“ und „Maxima Culpa“ vor. Die Veranstaltung wurde von Micha Krämer für die „Wäller Rumkugeln e.V.“ und Landrat Dr. Peter Enders im Auftrag seiner Westerwälder Amtskollegen eröffnet.
Bevor Bausch die Bühne betrat, führte Micha Krämer ein Interview mit ihm. Dabei ging es unter anderem darum, wie Bausch als Mediziner in einen Hochsicherheitstrakt gelangte und schließlich beim Tatort landete. Der Arzt erläuterte, dass seine Tätigkeit als Gefängnisarzt durch den Kontakt mit RAF-Terroristinnen während eines Hungerstreiks begann. Über eine Beratungsanfrage für die Maskenabteilung des Tatorts wurde er dann als Pathologe Dr. Roth engagiert. Bausch erklärte zudem, dass seine Bücher aus persönlichen Geschichten der Gefangenen bestehen, die er in Talkshows nicht authentisch darstellen kann. Als besonderes Highlight las er aus „Maxima Culpa“, seinem neuesten Werk, vor.
Das Fazit des Abends: 150 hochzufriedene Zuschauer, viele verkaufte und vom Autor signierte Bücher und eine eindrucksvolle Bilanz. Bausch betonte, er habe sich stets für einen humanen Strafvollzug eingesetzt, aber auch erkannt, dass es immer nicht therapierbare Täter geben werde.
Die Organisatoren des Festivals, die Gemeinschaftsinitiative Wir Westerwälder und die „Wäller Rumkugeln e.V.“, zeigten sich hocherfreut über die positive Resonanz. Sandra Köster, Vorständin von Wir Westerwälder, bedankte sich bei allen Beteiligten und betonte die Bedeutung der Veranstaltung für die heimische Autorenszene.BA
