Dokumentationsstätte Regierungsbunker begrüßte 700.000ten Besucher
Jubiläumsgast kam aus Südafrika nach Ahrweiler
Zahlreiche Highlights im Museumsjahr 2016
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit ihrer Eröffnung im Jahre 2008 ist die Dokumentationsstätte Regierungsbunker ein absoluter Publikumsmagnet. Daran hat sich auch in der inzwischen neunten „Regierungsbunker-Saison“ nichts geändert. So ist bereits jetzt abzusehen, dass am Jahresende erneut rund 80.000 Gäste aus Deutschland, dem europäischen Ausland und darüber hinaus, beispielsweise aus Kanada, Japan oder den USA, das einmalige Relikt aus der Zeit des „kalten Krieges“ auf dem Silberberg besucht haben werden. Apropos international: Auch ein ganz besonderer Gast, genauer gesagt der 700.000te, den das 53-köpfige Museumsteam um Leiterin Heike Hollunder und den Vorsitzenden des Heimatvereins „Alt-Ahrweiler“, Dr. Wilbert Herschbach jetzt begrüßen konnte, hatte eine weite Anreise hinter sich. Aus dem mehr als 13.000 Kilometer entfernten Kapstadt in Südafrika war der 16-jährige Max Godfrey zur Dokumentationsstätte nach Ahrweiler gekommen. Der junge Mann weilt während der Herbstferien als Gastschüler im baden-württembergischen Salem und hat überdies Wurzeln im Ahrtal, leben doch seine Großeltern Manfred und Brigitte Wilke seit über 30 Jahren in Heimersheim. Max Godfrey war erstmals in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker und interessiert sich sehr für die deutsche und regionale Geschichte. Ein Besuch im benachbarten Museum Römervilla ist bereits fest eingeplant. Zur Feier des Tages präsentierte Heike Hollunder noch einige interessante Zahlen und Fakten. So haben im Jahre 2016 bislang um die 37.000 Besucher ihre Anmeldung über den Ahrtal Tourismus als Gruppe vorgenommen, 10.000 Besucher über das Museum selbst. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Schulklassen und andere Gruppen, die museumspädagogisch betreut werden. Alle anderen Gäste fanden ihren weg als Einzelbesucher mittwochs, samstags und sonntags in die Dokumentationsstätte. Etliche örtliche Unternehmen, Weingüter, Hotels und Kliniken buchen regelmäßig die Zeitreise zurück in den Kalten Krieg als besonderes Angebot für ihre nationalen und internationalen Gäste.
Auch bei Kindern beliebt
Als großer Renner hat sich das Angebot für Kindergeburtstage „Top Spion – Top Sectret“ entwickelt, bei dem Kinder ab sechs Jahren in die Rolle von Agenten schlüpfen und einen Geheimcode knacken müssen, um am Ende ihren Agentenausweis zu erlangen. Auch die monatlichen Familienführungen für Eltern mit Kindern sind immer lange im Voraus ausgebucht. Highlights diesen Jahres waren unter anderem die Ausstellung „Deutsche Einheit“ von Thomas Baumgärtel und Harald Klemm. Zum ersten Mal wurden dabei Gemälde und Objekte im Regierungsbunker direkt gezeigt. Insgesamt über 100 Werke der beiden Künstler fanden die Besucher im Museum verteilt. Die Ausstellung, die im Rahmen der „Ahrweiler Freiheitswochen“ stattfand, wurde schon vor der Saisoneröffnung im März präsentiert und fand großen Anklang. Dies galt auch für den Vortrag von Günter Wetzel, der für Gänsehaut bei den Besuchern sorgte, als er im ausverkauften Kinosaal der Dokumentationsstätte über seine spektakuläre Ballonflucht 1979 aus der DDR berichtete. Auch im nächsten Jahr wird Günter Wetzel wieder im Regierungsbunker zu Gast sein.
„Bunker-Legende“ Paul Groß verabschiedet
Einer der emotionalsten Momente für die „Bunker-Mannschaft“ im Museumsjahr 2016 war der Abschied von Paul Groß. Insgesamt 46 Jahre verbrachte er als Schlosser in der damaligen „Dienststelle Marienthal“ und begleitete als letzter Mitarbeiter den Rückbau der Anlage. Groß sorgte dafür, dass viele ehemalige Regierungsbunker-Relikte heute im Museum zu sehen sind, in das er sich als Gästeführer und Zeitzeuge einbrachte. Besonders bemerkenswert war auch der Vortrag über die Regierungsbunker Ost, und insbesondere über den „Honecker-Bunker“, den Jürgen Freitag am 1. Oktober vor 90 Zuhörern hielt. Am 13. November ist der letzte Besichtigungstag für Einzelbesucher, bevor das Museum an den Adventswochenenden noch einmal seine Pforten öffnet. Am 8. April 2017 beginnt dann die neue Saison in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker.
