Langjähriger Jugendpfleger Jürgen Schwarzmann feierlich verabschiedet
Jürgen Schwarzmann verabschiedet
Müllenbach. Jürgen Schwarzmann, langjähriger Jugendpfleger in der Verbandsgemeinde Adenau, hat seine Tätigkeit im Generationenbüro mit Schwerpunkt Jugendarbeit offiziell bereits im März des Jahres beendet. Coronabedingt konnte eine Abschiedsfeier allerdings erst kürzlich stattfinden. Zahlreiche Weggefährten trafen sich, um Dank zu sagen. Mit einer heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Dorothea und Servolatius in Müllenbach begann die Feier, Pfarrer Klaus Kohnz begrüßte den zu Verabschiedenden, der für die Kirchenbesucher nicht sichtbar auf der Empore Platz genommen hatte. „Das ist seit Jahren mein Platz, er soll es auch heute sein“.
„Jürgen Schwarzmann im Ruhestand?“ so Klaus Kohnz, „das kann man sich gar nicht vorstellen“. Dass ein so agiler Mann, der in Rom ebenso wie in Santiago de Compostela und selbstverständlich in allen Orten im und um das Adenauer Land herum bekannt ist, auf einmal „pensionärstypisches Verhalten“ an den Tag legen sollte, „nicht möglich!“.
Und gleichwohl, man wird sich daran gewöhnen müssen, dass er, knapp 65 Jahre jung, nicht mehr überall und rund um die Uhr für alles und jedermann/-frau, da sein wird. Er war eine Säule der Jugendarbeit, hat beständige Akzente gesetzt, das ist hinlänglich bekannt . Seine Stelle trat er am 2. Januar 1994 an. Mit Humor und auch ein wenig Entsetzen erinnerte er sich an den ersten Tag seines Amtsantritts: „Ich wundere mich, dass ich so lange geblieben bin!“ Beim Anblick seines Büros, damals noch am Markt 8, traf ihn fast der Schlag: Sein Schreibtisch war ein umlackierter Küchentisch in Lila. Eine elektrische Schreibmaschine stand auf einer kippeligen Schreibtischablage eines bekannten schwedischen Möbelhauses, alles war liafarben, selbst die Toilettenbürste. Zwei Vorgängerinnen der Stelle hatten ihre Möbel aus Studentenzeiten im Job untergebracht.
Nach einem Monat Arbeit wäre die Stelle fast wieder unbesetzt gewesen. Schwarzmann erinnerte sich an einen Leserbrief, in dem die Einstellung eines Kollegen ohne absolviertes Studium beanstandet wurde. Der Jugendpfleger biss die Zähne zusammen und hielt durch, und dies über 28 Jahre und mit geradezu beispielhaftem Erfolg, wie man weiß.
Rentner haben meist keine Zeit, so ein Sprichwort. Tatsächlich war die Hochwasserkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 ursächlich dafür, dass Jürgen Schwarzmann ab da buchstäblich keine Zeit mehr hatte. Als Ortsbürgermeister von Hönningen hat er durch die Flutfolgen alle Hände voll zu tun, sein Organisationstalent kommt ihm zugute. Er ist zuversichtlich, dass der Wiederaufbau mit vereinten Kräften wieder gelingen wird, dass die Ahrregion spätestens im Jahre 2030 als Modellregion wieder gut dastehen wird.
Den Dank vieler Gäste für seine überaus engagierte Arbeit, für Aktionen mit Modellcharakter, erwiderte Schwarzmann mit seinem Dank an alle Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, an alle Kooperationspartner, an die Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Jugendpflege im Kreis Ahrweiler. Sein Dank richtete sich an die Verbandsgemeindebürgermeister, an die Ortsbürgermeisterinnen und -bürgermeister, an alle Ehrenamtlichen, die sich in den 28 Jahren wie auch immer für die Jugendarbeit eingesetzt haben. Seinen Nachfolgern, einem Trio mit zwei Damen und einem Herrn, wünschte er guten Erfolg und Freude an der Arbeit. Die Feierstunde fand in der Elsberghalle in Müllenbach statt, einem Ort, den Schwarzmann als eine Art Wahlheimat adaptiert hatte. Persönliche Abschiedsgespräche, Erinnerungen an viele Begebenheiten, gelegentlich auch emotionale Elemente, in 28 Jahren ist vieles geschehen. Fotowände, chronologisch sortiert, gaben Kunde von Aktionen, von Pressestimmen zu der erfolgten Jugendarbeit.
Ein Clou für die Gäste war der Auftritt des beliebten Karnevalduos De Eeen un de Anne“, die mit viel Spaß an der Freud‘ Vorboten der bald beginnenden fünften Jahreszeit waren.
Werner Dreschers
Jürgen Schwarzmann, langjähriger Jugendpfleger in der Verbandsgemeinde Adenau, hat seine Tätigkeit im Generationenbüro mit Schwerpunkt Jugendarbeit offiziell bereits im März des Jahres beendet. Foto: Werner Dreschers