„Vertigo“ – Internationaler Workshop in Mendig und am Laacher See
Junge Geologen erforschten Vulkanasche
Mendig/Maria Laach.Der im April 2010 ausgebrochene isländische Vulkan „Eyjafjallajökull“ war für Dr. Ulrich Küppers von der Ludwig-Maximilians-Universität München und einige seiner Kollegen der Anlass für ein Forschungsprojekt, das in der Zeit vom 9. bis 14. Mai in Mendig und am Laacher See realisiert wurde.
Der Ausbruch des isländischen Vulkans, der sich unter dem gleichnamigen Gletscher befindet, hatte über Island hinaus großräumige Auswirkungen. Insbesondere wurde aufgrund der ausgetretenen Vulkanasche der Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas eingestellt, was eine bis dahin beispiellose Beeinträchtigung des Luftverkehrs in Europa infolge eines Naturereignisses darstellte.
In einem Gespräch mit „Blick aktuell“ erläuterte Dr. Ulrich Küppers: „Für uns stellten sich nach dem Ausbruch des ‚Eyjafjallajökull‘ einige Fragen im Zusammenhang mit der Vulkanasche, die es zu klären galt. Im Rahmen unserer Überlegungen entstand das internationale Projekt ‚Vertigo‘, welches von der Europäischen Union über vier Jahre lang mit ca. vier Millionen Euro gefördert wird. Insgesamt erforschen wir mit 13 Doktoranden aus sechs Ländern unterschiedliche Themen rund um die Vulkanasche.
Bei unserem Workshop hier in Mendig stehen neue Erkenntnisse über die Prozesse beim Vulkanausbruch sowie die Auswirkungen von Vulkanasche auf die moderne Gesellschaft im Focus“, so Dr. Küppers, der erklärend hinzufügt: „Unter Vulkanasche verstehen wir alle Bruchstücke der Lava, die kleiner als zwei Millimeter sind. Nachdem die Partikel bei einem Vulkanausbruch ausgeworfen wurden, interagieren sie mit uns.“
Verschiedene Themen rund um Vulkanasche werden erforscht
Zu den weiteren Forschungsfeldern des „Vertigo“-Projekts zählen u.a. die Gesundheit und die Landwirtschaft. Hier gilt es u.a. zu klären, welche Folgen es hat, wenn Wiesen und Felder von Vulkanasche bedeckt werden oder was mit dem menschlichen Körper passiert, wenn Vulkanasche eingeatmet wird.
Ein Bestandteil des Workshops in Mendig war neben zahlreichen Vorträgen und Exkursionen eine spielerisch anmutende Präsentation diverser Forschungsergebnisse durch die jungen Teilnehmer am Samstag, 14. Mai im Hof Michels und in den Räumlichkeiten des ehemaligen Vulkanmuseums der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft.
Präsentation diverser Forschungsergebnisse
So platzierte eine junge Vulkanologie-Doktorandin aus Rostock einen Luftballon in einer kleinen Plastikwanne, die mit Vulkanasche gefüllt war. Nachdem sie den Ballon mit einer Nadel angestochen hatte, gab es eine Mini-Explosion und es entstand ein Krater (Caldera), aus dem Asche in die Luft geschleudert wurde.
Aufgenommen wurde dieses beeindruckende Experiment mit einer Spezialkamera, die ca. 400 Bilder in der Sekunde schießt und dadurch den gesamten Ablauf sichtbar macht. Eine weitere Studentin demonstrierte anhand von sich unterscheidenden Flüssigkeiten die Erzeugung verschiedener Druckverhältnisse, die wiederum unterschiedliche Eruptionen hervorrufen. Last, but not least demonstrierte ein junger Student aus Hongkong ein weiteres Experiment, indem er sich auf einen Stuhl stellte und zuvor präparierte Tischtennisbälle zu Boden fallen ließ. Die interessierten Zuschauer, darunter auch eine Besuchergruppe, die u.a. die Felsenkeller besichtigt hatte, durften erraten, welcher der Bälle zuerst den Boden berührte.
Im Rahmen ihrer Exkursionen statteten die jungen Geologen neben der Wingertsbergwand selbstverständlich auch dem Laacher See einen Besuch ab.
Im Anschluss an den auch von der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft organisierten bzw. vorbereiteten Aufenthalt der Forschergruppe bedankte Dr. Ulrich Küppers sich noch einmal per Mail bei Heinz Lempertz für die hervorragende Organisation und die Unterstützung während des Workshops.
FRE
