Allgemeine Berichte | 29.03.2017

„Die Brücke“ im Theater im Tunnel geht in die neunte Spielzeit

Kartenvorverkauf hat begonnen

Premiere ist am Freitag, 9. Juni

Letzter verzweifelter Versuch der Brückensprengung, im Hintergrund die Zivilbevölkerung und jugendliche Flakhelfer. Landesbühne Rheinland-Pfalz

Erpel. Aufgrund der großen Nachfrage wird es 2017 wieder eine Spielzeit für das Theaterstück „Die Brücke“ im Theater im Tunnel geben. Um auch Schulen die Möglichkeit zu bieten, das im Geschichtsunterricht behandelte Geschehen des Zweiten Weltkriegs auch in der Kunstform des Theaters aufzuarbeiten, hat der ad Erpelle Kunst- und Kulturkreis die Spielzeit in diesem Jahr bewusst vor den Beginn der Sommerferien gelegt. Premiere ist am Freitag, 9. Juni und am Freitag, 30. Juni geht dann die letzte Aufführung über die Bühne. Das vom bekannten Bonner Theaterintendanten Walter Ullrich inszenierte Schauspiel „Die Brücke“ geht auf den historischen Roman „Die Brücke von Remagen“ des Journalisten und Schriftstellers Rolf Palm zurück.

Ganz anders als in dem auch heute noch immer wieder im Fernsehen gezeigten gleichnamigen amerikanischen Spielfilm, legt das Theaterstück großen Wert darauf, die Geschehnisse des 7. März 1945 historisch korrekt darzustellen. So haben zuverlässige Zeitzeugen, unter ihnen der damalige Flakhelfer und spätere Innenminister von Rheinland-Pfalz Heinz Schwarz, ihre Erinnerungen mit eingebracht.

Auch das hervorragende Schauspielerensemble ist mit einem ganz besonderen Engagement bei der Sache. Die wichtigsten Rollen sind seit der Premiere im Jahr 2006 mit den gleichen Akteuren besetzt: Matthias Kiel als Major Scheller, Heiko Haynert als Hauptmann Bratge und Karl-Heinz Dickmann als Brückenkommandant Friesenhahn verkörpern die Wehrmachtsoffiziere, die in ihrem Konflikt zwischen Gehorsam und eigener Verantwortung in der äußerst prekären Situation vor der Sprengung der Brücke ihre Lage mit den Worten zum Ausdruck bringen: „Uns droht die Todesstrafe wegen zu später Sprengung oder wegen zu früher Sprengung“, um gleichmütig festzustellen: „Das ist gehoppt wie gesprungen“. Tatsächlich wurden vier der Offiziere damals nach einem äußerst fragwürdigen Prozess wenige Tage später standrechtlich erschossen, während Hauptmann Bratge der Vollstreckung des Todesurteils in amerikanischer Kriegsgefangenschaft entkommen konnte.

Jüngere Zuschauer werden besonders durch die Situation der damals noch jugendlichen Hitlerjungen und Flakhelfer angesprochen, die sehr ausdrucksstark von den Schauspielern dargestellt werden. Sie schwanken zwischen der Begeisterung für das nationalsozialistische System mit ihrem Führer, dem Fatalismus der aussichtslosen Situation und der schieren Angst um ihre Angehörigen auf der anderen Rheinseite und ihr eigenes Überleben.

Auch die Rolle des amerikanischen Leutnants Timmermann ist mit Hanno Dinger hervorragend besetzt. Wohltuend setzt sich seine Darstellung von den um den Fall der Brücke von Remagen rankenden amerikanischen Heldengeschichten ab: „Im Krieg liegt kein Ruhm, nur wer nie in einer Schlacht war, sieht Ruhm und Glorie darin“, sind Worte aus seinem Epilog, der zu einem starken Friedensappell an die Zuschauer wird.

Auch die Nöte und das beherzte Eingreifen der Zivilbevölkerung werden thematisiert

Die damals mitten in das Kampfgeschehen involvierte Erpeler Zivilbevölkerung mit ihren Nöten und Sorgen, aber auch mit ihrem beherzten Eingreifen wird ebenfalls im Theaterstück thematisiert. Die hierbei eingesetzten Kinder, Jugendlichen und erwachsenen Erpeler Statisten spielen ihre Rolle an der Seite der professionellen Schauspieler mit großer Ernsthaftigkeit.

Der Kartenvorverkauf hat inzwischen bereits begonnen, da auch in diesem Jahr wieder mit einer großen Nachfrage zu rechnen ist. Der Verein hat den Vorverkauf der bekannten Agentur bonnticket übertragen. Die Karten sind sowohl online unter bonnticket.de, unter Tel. (02 28) 50 20 10 und in den Verkaufsstellen, zum Beispiel im Mediamarkt in Unkel, erhältlich. Erstmalig gelten die Tickets auch als Fahrausweis im erweiterten Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS-Netz).

Der Spielort liegt etwa fünf Minuten vom DB-Bahnhof Erpel entfernt. Hier halten jeweils kurz vor jeder vollen Stunde Züge der rechtsrheinischen Eisenbahnlinie aus den Richtungen Köln und Koblenz. Die Anfangs- und Endzeiten des Theaters sind auf den Fahrplan der DB abgestimmt. Die Temperatur im Tunnel beträgt permanent 13° C, daher ist warme Kleidung empfohlen.

Letzter verzweifelter Versuch der Brückensprengung, im Hintergrund die Zivilbevölkerung und jugendliche Flakhelfer. Fotos: Landesbühne Rheinland-Pfalz

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  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
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