Allgemeine Berichte | 24.07.2023

Verbandsgemeinderat Selters gibt der Natur seine Stimme

Kein Gewerbegebiet auf dem Grießing

Ca. 100 Bürger nahmen an der Sitzung des Verbandsgemeinderates Selters teil.  Foto: Harry Neumann/NI

Selters. Bei nur 5 Gegenstimmen haben 25 Ratsmitglieder des Verbandsgemeinderates Selters der Natur ihre Stimme gegeben und den Antrag der Stadt Selters auf Ausweisung eines fast 10 ha großen Gewerbegebietes im Flächennutzungsplan abgelehnt.

Damit wird es kein Gewerbegebiet auf dem Grießing geben. Der mehrjährige Einsatz der Naturschutzinitiative (NI) und vieler Bürger und weiterer Naturschützer für den Erhalt dieses wertvollen Lebensraumes hat sich gelohnt. Unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung des Verbandsgemeinderates hatten die Naturschutzinitiative (NI) und der NABU Montabaur und Umgebung zu einer Demo aufgerufen, an der über 100 Personen teilnahmen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger forderten die Ratsmitglieder in leidenschaftlichen Appellen auf, dem Grießing als wertvollen Naturraum ihre Stimme zu geben und die weitere Versiegelung der Westerwälder Natur- und Kulturlandschaft abzulehnen.

Die Mehrheit der Ratsmitglieder hat offensichtlich erkannt, dass im Zeitalter des Artensterbens, des Verlustes an Biodiversität und Lebensräumen sowie im Angesicht des Klimawandels der Schutz der Natur Vorfahrt vor allen ökonomischen Überlegungen haben muss. Die Ratsmitglieder haben erkannt, dass die Zukunft im Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen liegt und es keine weiteren Flächenversiegelungen geben darf.

Die Entscheidung des Verbandsgemeinderates Selters ist beispielgebend auch für andere Verbandsgemeinden und Kommunen. Hier wurde der Mut aufgebracht, endlich der Natur und der Biodiversität eine Stimme zu geben. Hierfür dankt die NI den Ratsmitgliedern.

Großen Respekt und Dank zollt die NI auch Verbandsbürgermeister Oliver Götsch für seine klaren Worte in der Sitzung. Er steht als Politiker beispielgebend zu seiner aus Naturschutz- und Biodiversitätsgründen ablehnenden Haltung zum Gewerbegebiet Grießing, wie er bereits vor seiner Wahl öffentlich erklärt hatte.

„Die NI hofft, dass nun weitere Städte und Kommunen dem Natur- und Biodiversitätsschutz oberste Priorität einräumen und der fortschreitenden Versiegelung einen Riegel vorschieben. Denn das Artensterben und der fortschreitende Biodiversitätsverlust bestimmen, ob wir auf der Erde überleben. Daher bieten wir den politischen Entscheidungsträgern an, bei Eingriffen in den Naturhaushalt rechtzeitig unsere Expertise einzuholen: Sei es bei der Planung neuer Bau- und Gewerbegebiete, dem Straßenbau oder der Errichtung von Freiflächenphotovoltaik- und Windindustrieanlagen. Wir schützen unsere Landschaften, Wälder, Wildtiere und Lebensräume bei allen Eingriffen“, betonten Harry Neumann, Vorsitzender der NI und Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.

Pressemitteilung der

Naturschutzinitiative e.V.

Ca. 100 Bürger nahmen an der Sitzung des Verbandsgemeinderates Selters teil. Foto: Harry Neumann/NI

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