Eifelverein Remagen
Kein Heilwasser für die Wanderer
Remagen. Wer den Lahnsteig wandert, begegnet einer Fülle von Sehenswürdigkeiten. Gleich neben der Lahnmündung in den Rhein steht die bedeutende romanische Johanneskirche, deren Turm schon im neunten Jahrhundert erbaut wurde. Gegenüber wacht hoch oben über dem Tal Burg Lahneck. Direkt an der Straße aber steht das berühmte historische Wirtshaus an der Lahn, von deren Wirtin es unzählbar viele, keineswegs stubenreine Verse gibt. Hochwassermarken, mehrere Meter über dem Straßenniveau, stimmen dort nachdenklich. Nach wenigen Kilometern erwartete die Remagener Eifelfreunde dann schon der Einstieg in die Ruppertsklamm. Sie vermittelt eingezwängt zwischen Felswänden durchaus ein alpines Wandererlebnis. Dank angebrachter Trittstufen und stählernen Halteseilen ist sie bei trockenem Wetter ungefährlich, nach Starkregen aber unpassierbar. Sie ist ein Vogelparadies und auch der artenreiche Laubwald genießt besonderen Schutz. Gerastet wurde in der Zwei-Tannen-Hütte, neben der erstaunlicherweise aber vier gewaltige Nadelbäume stehen.
Die frisch vergoldete Zwiebelkuppel der russisch-orthodoxen Kirche in Bad Ems zeigte schon von Weitem das Ziel der ersten Etappe des Lahnsteigs an. Das Tal ist anmutig und grün, nichts erinnert mehr an den intensiven Bergbau noch vor einer Generation, ja, Bad Ems war sogar bis 1960 der Sitz des Oberbergamtes von Rheinland-Pfalz. Aber der Abbau und die Verhüttung von Blei, Silber, Zink, Kupfer lohnte sich nicht mehr und seitdem beschränkt sich Bad Ems wieder ganz auf seine historische Funktion eines Kurbades.
Einen Schluck aus der gesundheitsfördernden Römerquelle hätten sich die Remagener Wanderer gerne gegönnt. Aber der Quellenpavillon ist bis April geschlossen wegen Frostgefahr. Dabei herrschten an diesem Frühlingstag gut und gerne 20 Grad im Schatten. Auch der Robert-Kampe-Sprudel hielt noch Winterschlaf. Mit 57 Grad Celsius gehört er zu den heißesten Quellen in Deutschland, sprudelt als artesischer Brunnen bis acht Meter hoch und dies mit 600 Litern pro Minute. Daraus lassen sich täglich 3000 Kilogramm Mineralsalze gewinnen, die zur Herstellung der berühmten Emser Pastillen genutzt werden.
