Streuobstverein Eifel/Ahr e.V.
Kein achtes Weltwunder in der Eifel
Herbst 2020: Blüten und Frucht zugleich am Apfelbaum
Leimbach-Adorferhof. Was ist in diesen Zeiten schon normal?! Der „Streuobstverein Eifel/Ahr e.V.“ hatte einen „überzähligen“ Baum (Apfel „Goldparmäne“) im letzten späten Herbst in Erde eingeschlagen zum Überwintern in einem Garten in Leimbach-Adorferhof. Der Baum kam erst im April dieses Jahres „richtig“ in die Erde. Und der Baum „erinnert“ sich jetzt vegetativ offenbar, dass er wegen der zwischenzeitlichen Unterbrechung im Wachstum noch nicht geblüht hat! Jahreszeit hin oder her! Falsch gedacht? Guido Holzem sendete dem Verein kürzlich ein Bild aus seinem dortigen Obstgarten auf den Höhen über der Ahr: Ein Apfel „Boskop“ am Baum und dazu Blüten an den Zweigen. Was manche Fruchtbäume in anderen Klimazonen können, etwa die Orangen in den Subtropen am Mittelmeer, kann offenbar in wesentlich kälteren Regionen der gemäßigten Breiten inzwischen auch der Apfelbaum!
Meldungen aus anderen Räumen verstärken diese Auffassung! Ursachen? „Das kommt immer mal wieder vor, es ist nicht das achte Weltwunder, aber schon etwas Seltenes“, erklären Apfelexperten (Pomologen). Der Hintergrund sei höchstwahrscheinlich, dass die Witterung den Baum durcheinandergebracht hat. „Die Blütenansätze für das kommende Jahr sind bei jedem Baum jetzt schon vorhanden, in diesem Fall hat der Baum sich schlicht in der Jahreszeit geirrt.“ Die anhaltende Trockenheit mag auch eine Rolle spielen bei diesem Signal zur Fortpflanzung. Wegen das laufenden Klimawandels sollte das Phänomen sich in Zukunft verstärkt bemerkbar machen. „Eine positive Entwicklung zeigt sich da nicht“, ist sich Winfried Sander vom Streuobstverein „Eifel/Ahr e.V.“ sicher, denn „der Stress für die Bäume ist mit Frucht und Blüte sehr groß, wie Fachleute versichern!“
Dieses Phänomen kommt immer mal wieder vor. Fotos: Winfried Sander, Guido Holzem
