Allgemeine Berichte | 08.03.2017

Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg

Kein flächendeckender Fachkräftemangel in NRW

Bonn. Aktuell zeigt sich kein flächendeckender Fachkräftemangel in Nordrhein-Westfalen. Allerdings sind Engpässe in verschiedenen Ausprägungen in einzelnen Berufsfeldern und Regionen zu erkennen. Die für das Frühjahr neu erschienene Fachkräfte-Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit gibt auch Auskunft über die Situation im Rheinland.

Im Rheinland (in der Wirtschaftsregion Rheinland sind die nachfolgenden Arbeitsagenturbezirke enthalten: Aachen-Düren, Bonn, Brühl, Düsseldorf, Köln, Krefeld, Mönchengladbach und Wesel) liegt die Vakanzzeit über alle Berufe hinweg leicht über dem bundesdeutschen Durchschnitt bei 96 Tagen, auf 100 Arbeitsstellen kommen 420 arbeitslose Fachkräfte. Besonders stark erfüllten die vier Berufsgruppen „Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“ (Fachkraft), „Altenpflege“ (Fachkraft), „Fahrzeugführung im Eisenbahnverkehr“ (Fachkraft) und die „Nicht ärztliche Therapie und Heilkunde“ (Spezialist) die Engpasskriterien.

Es haben sich einige Änderungen gegenüber den letzten Analysen ergeben, so sind in unterschiedlichen Ausprägungen neue Berufsgruppen, wie zum Beispiel die Berufsgruppen „Hochbau“ (Spezialist) und „Körperpflege“ (Spezialist), jeweils in moderater Ausprägung, für das Rheinland hinzugekommen.

Bei den Experten der Softwareentwicklung und Programmierung liegt ein Engpass in moderater Ausprägung für die Wirtschaftsregion Rheinland vor. Die Vakanzzeit beträgt 134 Tage, auf 100 gemeldete Arbeitsstellen kommen 163 Arbeitslose, aber mit -70 Arbeitslosen mit sinkender Tendenz.

Die abgeschlossene Vakanzzeit misst die Dauer von dem Zeitpunkt, zu dem eine gewünschte Stellenbesetzung erfolgen sollte, bis zur tatsächlichen Abmeldung einer Stelle bei der Arbeitsvermittlung.

Um Engpässe zu identifizieren, werden verschiedene Faktoren betrachtet. Zum einen muss die Personalsuchdauer auffällig verlängert gegenüber der Suchdauer aller Berufe sein. Engpässe sind dann zu vermuten, wenn die Vakanzzeit eines Stellenangebotes mindestens 40 Prozent über dem Durchschnitt aller Berufe in Deutschland liegt. Derzeit beträgt die Vakanzzeit im Mittel in Deutschland 95 Tage, der Grenzwert beträgt daher 133 Tage.

Als weiteres Kriterium zur Identifizierung von Engpassberufen muss die Bewerberauswahl für den Arbeitgeber eingeschränkt sein. Man geht von einem Engpass aus, sofern weniger als 200 Bewerber für 100 gemeldete Arbeitsstellen im Bestand vorhanden sind.

Die Fachkräfte-Engpassanalyse für Nordrhein-Westfalen (Frühjahr 2017) ist im Volltext herunterladbar. Pressemitteilung Agentur

für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg

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