Eifelverein Remagen wanderte rund um Neuwied
Keine Angst vor großen Tieren
Remagen. Was tun, wenn einem auf einer Wanderung plötzlich ein ausgewachsener Elefant gegenüber tritt? Die Wanderer des Eifelvereins Remagen blieben da ganz gelassen. Denn erstens wussten sie, dass dies kein Elefant, sondern ein Mammut war und zweitens, dass diese schon seit der letzten Eiszeit ausgestorben sind. Aber beeindruckend ist das lebensgroße Modell vor dem Schloss Monrepos durchaus, zumal der aufgewühlte Boden aussieht, als habe der Bursche soeben noch mit den Füßen gescharrt. Er steht dort als Blickfang für das im Schloss untergebrachte steinzeitliche Museum. Von Monrepos ging der gewählte Rundwanderweg erst ein Stück auf der Höhe mit prächtiger Fernsicht ins Neuwieder Becken und hinüber auf die Höhenzüge von Eifel und Hunsrück, denn der Himmel war zwar bedeckt, aber die Luft ganz klar. Unten dann im Tal überquerten die Wanderer die Wied auf einer historischen kleinen Steinbrücke mit mehreren Bögen. 1648 wurde sie erstmals erbaut, vom Hochwasser weggespült, wieder errichtet, im Krieg gesprengt und schließlich 1948 in alter Form rekonstruiert.
Witzbold in Altwied
Ein Witzbold hat in Altwied an seinem malerischen Fachwerkhaus eine Tafel angebracht: „Hier hat Wolfgang Amadeus Mozart 1776 auf seiner dritten Reise nach Prag nicht übernachtet“. Mozarts Reise nach Prag ist eine völlig frei erfundene Künstlernovelle von Mörike. In Wirklichkeit hat es diese Reise nie gegeben. Die Tafel amüsiert sicher jeden Vorübergehenden, der Mörikes Novelle kennt. Schade, die Burgruine Altwied, Stammsitz der Fürsten zu Wied, ist zwar durchaus sehenswert, aber das Mauerwerk ist in weiten Teilen ungesichert, sodass ein Betreten nur im Rahmen der seltenen Führungen möglich ist. So blieb den Remagenern das Burgtor leider verschlossen. Aufwärts ist die Wied ein wenig gestaut zu einem kleinen See. Dort stand im Uferdickicht ein großer, weisser Vogel. Nein, das war bestimmt kein Storch und auch kein Graureiher. Es kann nach allen Kennzeichen nur ein hierzulande seltener Silberreiher gewesen sein. Gleich daneben trat ein Kormoran in Schönheitswettbewerb zu ihm und breitete seine bis 160 Zentimeter weiten Schwingen zum Trocknen aus, sodass sein Rückengefieder in dunklem Stahlblau glänzte.
Zurück zum Ausgangspunkt
Auf einem schmalen überdachten Holzsteg wurde die Wied erneut überquert, und dann ging es sanft, aber unerbittlich wieder alles bergauf, zurück zum Schloss Monrepos. Im prähistorischen Museum gibt es ein Restaurant, das ein Steinzeitmenü anbietet, also ein Essen ausschließlich mit Zutaten, die auch den Steinzeitmenschen zur Verfügung standen. Das hätten die Remagener gerne gekostet, aber es war kein Platz mehr frei.
Pressemitteilung
Eifelverein Remagen
