Allgemeine Berichte | 30.11.2020

Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg in Bad Neuenahr-Ahrweiler erfolgreich entschärft

Keine Gefahr mehr durch „GP 500“

Rund 320 Anwohner mussten evakuiert werden

(v.l.) Jürgen Wagner, Sascha Hummrich und Marco Ofenstein vom Kampfmittelräumdienst mit der amerikanischen 250-Kilogramm-Bombe. Fotos: DU

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die nicht selten gefährlichen Hinterlassenschaften des zweiten Weltkriegs sind auch in der Kreisstadt noch präsent. Dank umfangreicher Kampfmittelprospektierungen wurde kürzlich im Bereich der Bahnhofstraße 12 unweit des „Mittelzentrum“ unter der Erde eine Fliegerbombe entdeckt. Nach präziser Lokalisierung, Freilegung und Sichtung durch Fachleute stand jetzt die Entschärfung des explosiven Kriegsreliktes an. Zuvor musste ein 300-Meter-Sektor rund um die Bombe evakuiert werden, im Helmut-Gies-Bürgerzentrum stand für die rund 320 von der Evakuierung betroffenen Bürger eine Anlaufstelle bereit. Trotz umfangreicher Ankündigungen via Internet, soziale Medien und Presse wurden bei der anschließenden Überprüfung durch Polizei und Ordnungsamt in zwei Häusern noch Personen angetroffen, so dass mit der Entschärfung erst kurz vor elf Uhr begonnen werden konnte.

Keine größeren Probleme

Den positiven Gesamtverlauf schmälerte dies jedoch nicht. „Alle Anwohner haben sich vorbildlich verhalten. Es gab keine größeren Probleme“, betonte Udo Schumacher, der von städtischer Seite den Einsatz leitete. Insgesamt waren 150 Einsatzkräfte sowie 40 Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei, DRK, Stadtverwaltung und Kampfmittelräumdienst im Einsatz. Nach knapp 30 Minuten war es dann vollbracht: die Kampfmittel-Experten Marco Ofenstein, Jürgen Wagner und Sascha Hummrich hatten die 250 Kilogramm schwere, teil-detonierte US-Fliegerbombe „GP 500“ erfolgreich entschärft. „Wir haben den Kopfzünder entfernt, danach die Bombe aus der Grube herausgehoben und für den Abtransport ins zentrale Zwischenlager verpackt. Bei der Entschärfung haben Teile des Zünders die geplante Position verlassen, so dass wir Spezialwerkzeuge einsetzten mussten um die restlichen Komponenten des Kopfzünders zu entfernen. Das war schon etwas anspruchsvoller“, resümierte Marco Ofenstein.

Dank an alle Beteiligten

Die einsatzleitenden Personen aller Hilfsorganisationen trafen sich zur Abschlussbesprechung am „Corpus Delicti“. Dort dankten Bürgermeister Guido Orthen und der erste Beigeordnete Peter Diewald allen Beteiligten und lobten die hohe Professionalität und die fast schon routinierte Arbeit. „Allerdings hoffen wir nicht, dass diese Einsätze wirklich zur Routine werden“, bemerkte die Stadtspitze mit Blick darauf, dass erst 2017 eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zentrum von Ahrweiler geborgen worden war.

Ein 300-Meter-Bereich rund um die Fliegerbombe wurde evakuiert.

Ein 300-Meter-Bereich rund um die Fliegerbombe wurde evakuiert.

Das Lagezentrum war im Rathaus untergebracht.

Das Lagezentrum war im Rathaus untergebracht.

(v.l.) Jürgen Wagner, Sascha Hummrich und Marco Ofenstein vom Kampfmittelräumdienst mit der amerikanischen 250-Kilogramm-Bombe. Fotos: DU

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