In Mülheim durften Schüler selbst den Grundstein für das 6,3 Millionenprojekt legen
Kinder freuen sich auf den Neubau
Schon Ende nächsten Jahres soll die Grundschule in das moderne Gebäude einziehen
Mülheim-Kärlich. Mülheimer Kinder freuen sich auf ihre neue Grundschule. Das war zu spüren bei der Grundsteinlegung, die die Schüler selbst ausführen durften. Schnell war die geschlossene Kupferrolle mit Euros, Zeitungen und Urkunde in der niedrigen Wand versenkt. Ein Bauarbeiter verteilte Mörtel, Deckel drauf, ein paar Schläge mit dem Holzhammer und schon war der Grundstein für die neue Kirschblütenschule gelegt.
Doch zuvor führten verschiedene Klassen der Mülheimer Grundschule Singspiele auf zur Freude der zahlreichen Kommunalpolitiker und Gäste. Stadtbürgermeister Uli Klöckner betonte in seiner Begrüßungsrede, dass in Mülheim, Kärlich und Urmitz-Bahnhof Grundschulen entstehen. „Mit Gymnasium, fast perfekter Realschule ist Mülheim-Kärlich der modernste Schulstandort im Land, wenn nicht sogar in Deutschland. Dazu tolle Kindertagesstätten, was will eine Gemeinde oder die Bevölkerung mehr?“ fragte Klöckner.
Georg Hollmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, verwies darauf, dass vor etwa zwei Wochen der erste Spatenstich für neue Kita der Verbandsgemeinde ebenfalls in Mülheim-Kärlich stattfand: „Das alles fügt sich in dieses Gesamtbild einer familienfreundlichen Verbandsgemeinde insgesamt ein“, sagte Hollmann und wandte sich an die Kinder: „Wir wollen, das Ihr eine hervorragende schulische Ausbildung erfahrt in der Grundschule Mülheim, weiterführenden Schule und auch im Gymnasium in der VG.“
Der Bürgermeister erläuterte, dass für die neue Kirschblütenschule, Bauherr ist die Stadt Mülheim-Kärlich, 6,3 Millionen Euro angesetzt sind, von denen 4,5 Millionen Euro bereits vergeben wurden: „Eine stattliche Summe und wir danken der ADD für die Genehmigung eines vorzeitigen Baubeginns.“
Apropos Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion: Bettina Luitz, Schulaufsicht bei der ADD, attestierte dieser Schule, dass sie sich einer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet fühlt in Form der Ganztagsschule. Diese zu gestalten brauche Zeit und Geld.
Darauf ging Landrat Dr. Alexander Saftig ein und unterstrich, dass der Kreis Mayen-Koblenz 400 000 Euro zu diesem Schulneubau gibt: „In Mülheim-Kärlich sehen wir eine besondere Form der kommunalen Zusammenarbeit, da das Schulzentrum mit Gymnasium in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde ist. Hier ist zu sehen, dass die Kinder sich freuen. Für ein Lernumfeld, das Kindern Spaß macht, ist jeder Cent, den wir ausgeben, richtig ausgegeben.“
Architekt Wolfgang Rumpf blickte zurück auf Ausgrabungen an der Stelle, wo die alte abgerissene Schule stand. Hier entsteht auch die neue und so schlug der Architekt einen Bogen zu den jetzt eingemauerten Münzen und Zeitungen, die einmal an diese Grundsteinlegung erinnern. „Ein Trakt steht schon. Wir setzen alles daran, die Schule Ende 2017 termin- und kostengerecht in hoher Qualität zu übergeben.“
Bis dahin, das sind insgesamt etwa zweieinhalb Jahre, sind die 225 Grundschüler, ihre 25 Lehrer und 10 weitere Mitarbeiter in Containern vor und in der Rheinlandhalle untergebracht. Gegenüber Blick aktuell erklärte Schulleiterin Claudia Seidel: „Wir haben ordentliche Klassenräume und es läuft eigentlich sehr gut, denn wir haben alles, was wir brauchen. Im Neubau ist dann jedoch alles zusammen und zwischen den Klassenräumen sind noch kleine Gruppenräume, sodass dort Kinder sich zurückziehen und alleine arbeiten können. Da wir Schwerpunktschule sind, haben wir Förderlehrer und pädagogische Fachkräfte, die auch dort mit den Kindern arbeiten können.“
Die neue Kirschblütenschule wird ein zweigeschossiger Massivbau ohne Keller in U-Form von ca. 72 mal 30 Metern mit einer Nutzfläche von fast 2.190 m². Das Gebäude kann barrierefrei erreicht werden, auch wegen eines Aufzugs. Decken und Wände der 12 Klassenräume, 6 Gruppenräume, Mehrzweckraum, Mensa, Küche, Bibliothek, Räume für die Ganztagsbetreuung sowie Verwaltungs- und Nebenräume werden entweder verputzt oder mit Klinkerriemchen verkleidet. Dies gilt auch für die Außenfassade, die jedoch auch Platten erhält. Geheizt wird mit einer Wärmepumpe, die eine Gasbrennwerttechnik unterstützt.
HEP
Fest eingemauert wurde mit Hilfe der Kinder die Kupferrolle als Grundstein für die neue Schule.
