Arbeitskreis für entwicklungspolitische Bildung e.V. Remagen
Kinderolympiade oder: Wer baut den höchsten Turm?
Integrationsprojekt bietet zahlreiche Aktivitäten für jung und alt
Remagen. Jeweils zwischen 20 und 50 Kinder tummelten sich in den letzten Wochen an vier sonnigen Nachmittagen auf dem Schulhof der Remagener Grundschule St. Martin, um an einer Kinder-Spielolympiade teilzunehmen oder mitzumachen bei der Aufgabe, mit 100 Holzklötzen den höchstmöglichen Turm zu bauen. Am Ende gewannen der neunjährige Denis und die achtjährige Aicha (Namen geändert) mit der pfiffigen Idee, ihre Bauklötze einfach zusammenzulegen und gemeinsam zu bauen. Das hatten die Betreuerinnen Leyla Dilbaz und Münteha Bulut so nicht vorgesehen, aber diese ausgesprochene Kreativität und Teamarbeit wurde belohnt, und das Team erhielt für das gemeinsam errichtete Bauwerk einen Sonderpreis. Eingeladen hatte der Arbeitskreis für entwicklungspolitische Bildung e.V., der im Rahmen des Lokalen Aktionsplans Remagen und mit Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben“ sowie Mitteln des Landesintegrationsministeriums von Rheinland-Pfalz seit Jahren verschiedene Aktivitäten zur Integrationsförderung durchführt. Die Spielnachmittage sind seit Jahren fester Bestandteil des Angebots. Dazu gehört aber auch die Betreuung von Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben oder von Schülern mit Migrationshintergrund, die schnell ihre Deutschkenntnisse vervollständigen wollen, weil sie den Sprung aufs Gymnasium oder die Gesamtschule machen möchten. Aber es werden auch Sport- und Gesprächsnachmittage speziell für Mädchen angeboten. Hierzu gehören immer wieder auch Treffen für einige, die nach vollendetem Schulabschluss in ein „schwarzes Loch“ fallen. Andere Angebote gibt es für Frauen, die gerne unter sich bleiben wollen, wenn sie Yoga oder Bewegungssport machen oder sich zum gemeinsamen Backen treffen. Dass dabei möglichst deutsch gesprochen wird, um sich in der Sprache der neuen Heimat fit zu machen, gehört zu den Zielen des Integrationsprojektes. Da mittlerweile Vertreterinnen aus bis zu acht verschiedenen Nationen an den Veranstaltungen teilnehmen, wird Deutsch hierbei automatisch zur einzigen verbindenden Sprache. Für die Kinder auf dem Schulhof ist das Sprachproblem längst kein Thema mehr. So funktioniert auch an den Spielnachmittagen das Zusammenspiel bestens. Mit den kreativen Geräten des Remagener „Akteums“ wurde aber auch die Geschicklichkeit herausfordert, wenn es galt, 15 Meter lang auf einer nur fünf Zentimeter breiten Kante zu balancieren oder möglichst lange auf dem „Wackelhocker“ auf nur einem Bein stehen zu bleiben. Nicht nur wegen der kleinen Preise für die „Bestleistungen“ freuen sich die Kinder nun auf die nächsten Spielnachmittage, die für Ende November, dann unter einem sicheren Dach, geplant sind.
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