Allgemeine Berichte | 04.01.2021

Kinderschutzbund Kreisverband Westerwald

Kinderschutzbund zieht positive Bilanz der „Mobilen Sorgenbüros“

Höhr-Grenzhausen. Mehr als 600 Kinder haben den Rat eines „Mobilen Sorgenbüros“ gesucht –trotz der Corona-Zwangspause. Der Kinderschutzbund Kreisverband Westerwald/Ortsverband Höhr-Grenzhausen zieht eine positive Bilanz des Schuljahres 2019/2020 und appelliert an die Verantwortlichen, Schulen und Kitas auch in diesen schwierigen Zeiten möglichst offen zu halten.

Die sozialpädagogischen Fachkräfte in den 15 Grundschulen und zwei Realschulen plus werden sich noch lange an den Tag erinnern, als die Schulen nach dem Lockdown wieder geöffnet wurden. Die Kinder und Jugendlichen waren so froh, endlich wieder in „ihren“ Schulen zu sein – ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass hier ein wertvoller Sozialraum bevölkert wird, und dass es hier etwas gibt, was beim „Homeschooling“ so sehr vermisst wurde: Freunde und Kontakte.

Die Freude war auch bei den Fachkräften des Kinderschutzbundes groß. Während der Schulschließungen wurde das Angebot zwar digitalisiert, auf Internet, E-Mail und Telefon verlegt. Aber die Arbeit der „Mobilen Sorgenbüros“ und der Schulsozialarbeit braucht die persönliche Begegnung in geschützten Räumen. Im Lockdown gab es stattdessen: Mitarbeit in der Notbetreuung, Telefonkonferenzen mit sensibilisierten und besorgten Lehrer*innen, Kontakte zum Jugendamt – aber die Kinder waren fern. Dann endlich die Rückkehr, die sich aber nicht nach Normalität anfühlte: Hygienekonzepte und deren Überarbeitung, alles auf Abstand, das Lehrerzimmer als Kommunikationszentrum fiel weg, versetzte Pausen, Masken – es herrschte eine trübe Stimmung – auch bei den Kindern.

Freunde fehlten

Und das, obwohl alle froh waren, wieder da zu sein. Es gab jede Mange Nachholbedarf. Die „Sorgenbüros“ haben ihre Räume an die Hygiene-Vorschriften angepasst, das Angebot aufgestockt, wo es möglich und nötig war, viele, viele Gespräche geführt, vor allem mit den älteren Kindern, die die Sorgenbüros schon kannten; bei den Jüngeren musste Vertrauen neu aufgebaut werden. Worum ging es? Die Freunde haben gefehlt und sogar die Lehrer*innen, die Geburtstagsfeiern und die Ausflüge. Die Angst der Eltern und Großeltern vor dem Virus übertrug sich auf die Kinder – manche hatten Albträume. Was auch am erhöhten Konsum von Filmen, Spielen und Internet gelegen haben kann. Auch wenn es nicht leicht war, wegen der Ansteckungsgefahr auf therapeutisches Material und Spiele zu verzichten und völlig kontaktfrei zu arbeiten: Es herrschte Erleichterung. Aus dem Lockdown daheim, in Familien, die oft unter der Vielfachbelastung von Home-Office, Geldsorgen, Homeschooling und Virus-Angst gelitten haben, waren sie wieder zurück in ihrer Schule. Und im „Sorgenbüro“. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes an den weiterführenden Schulen stellt nach den Erfahrungen für die Kinder in der Regel keine große Belastung dar.

Die Schuljahres-Statistik hat durch den Lockdown und beim Neustart natürlich Vergleichbarkeit mit den Vorjahren verloren. Das Thema Krankheit/Behinderung ist beispielsweise nach den Corona-Wochen so oft angesprochen worden, dass trotz der Schulschließung fast die Zahl der Vorjahres-Nennungen erreicht wurden. Die fast schon traumatische Sorge vor dem Virus und davor, dass jemand aus der Familie krank wird, hat die Kinder belastet – und wird sie weiter belasten. Damit müssen wir uns noch eine Weile auseinandersetzen, sagen die „Sozialpädagogischen Fachkräfte“.

Konflikte mit Familienmitgliedern gilt weiterhin als Ursache Nr. 1 der Kindersorgen

Die Daten aus den Monaten vor der Pandemie haben die bisherigen Erfahrungen verstetigt: Konflikte mit Familienmitgliedern werden weiterhin als Ursache Nr. 1 von Kindersorgen genannt, gefolgt von Schwierigkeiten, die aus problematischer Trennung und Scheidung resultieren – wie der Streit um Umgangskontakte. Nach wie vor gibt es fast keine Probleme mit Lehrer*Innen. In den Wochen der Corona-Krise hat neben dem Thema Krankheit auch die Rubrik Tod / Trauer an Bedeutung gewonnen.

Trotz der Phase der Schließungen lag die Zahl der Kinder, die ein „Sorgenbüro“ besuchten, bei mehr als 600 und ist im Schuljahresvergleich kaum gesunken. Das gilt auch für die Summe der Gespräche mit Kindern (2295) und der Gespräche mit Lehrer*Innen (1006), Eltern/Verwandten (209), dem Jugendamt und Beratungsstellen (zusammen 229).

„Ich bin viel allein und vermisse meine Freunde – wie gut, dass ich mit meinen Sorgen zu Dir kommen kann“ – dies und ähnliches hörten die Mitarbeiterinnen ganz häufig. Dank der Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz, der Kostenbeteiligung der Schulträger sowie eines Zuschusses des Westerwaldkreises kann dieses so wichtige Hilfeangebot umgesetzt werden.

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