Allgemeine Berichte | 04.10.2017

Dattenberg empfing beim 82. Erntedank- und Winzerfest wieder Aberhunderte Gäste

Kira Michels war der absolute Höhepunkt des legendären Festzugs

Reichlich Gemüse und Obst steuerten die Kleinbauern zur Jubiläumsfeier bei. DL

Dattenberg. „Wasser macht weise, glücklich der Wein. Drum trinke beides, um beides zu sein!“ Mit diesem Weinspruch eröffnete die noch amtierende Weinkönigin Charlotte I., flankiert von ihren Ehrendamen, Schwester Leonie, Kusine Rosalie Dietrich, Franziska Busch und Vanessa Giese, am Freitagabend im Weindorf das 82. Dattenberger Winzerfest, das auch das Erntedankfest der Verbandsgemeinde Linz ist. Während am Abend DJ Jan für Stimmung sorgte, übernahm dies am Samstagnachmittag der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Leubsdorf, während sich das Tambourcorps Dattenberg und „Napoleon’s Hijskapel“ zusammen mit Vertretern des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Dattenberg (VVD) um den Vorsitzenden Ralf Michels aufmachten, die designierte Weinkönigin Kira I. (Michels) mit ihren Weinprinzessinnen. Schwester Corinna, Cousine Maren Birrenbach sowie Annika Hausen und und Hanna Schwips zur Proklamation abzuholen.

Alles andere als trocken kam die Festgesellschaft in dem idyllisches, glücklicherweise nahezu komplett überdachten Weindorf an. Pünktlich um 17.30 Uhr trat die neue Weinmajestät dann ihre Regentschaft an, nachdem sie von ihrer Vorgängerin das königliche Diadem empfangen hatte. „Die Liebe in unserem Herzen wacht, die Sonnen auf uns herunter lacht. Der Rhein so leise am Fuße fließt, der Wein dort droben am Berge sprießt. Was könnte das denn anderes sein, als unser Dattenberg am Rhein? Des Winzers Arbeit und der Sonne Kraft steckt hier in diesem Rebensaft. Willst du nun mit uns glücklich sein, dann schenk dir auch ein Gläschen ein. Denn Liebe, Sonne, Rhein und Wein, mehr brauchst du nicht zum Glücklichsein. - Zum Wohle!“ trug Kira ihren Weinspruch vor, während die Sorgenfalten auf der Stirn ihres Vaters langsam weniger wurden, ließ der Regen doch spürbar nach.

„Der Wein ist gestern nicht länger verwässert worden, sodass die Stimmung hier bis in den frühen Morgen unheimlich gut war, nicht zuletzt wegen der tollen Band ‚Swing Dry‘, die mit Unterstützung der Joekskapel ‚De Greesbus‘ und „Napoleon’s Hijskapel“ durch fetzig-heiße Rhythmen das nass-kalte Wetter vergessen machte“, berichtete Ralf Michels dann am Sonntagvormittag nach der von Pfarrer Lothar Anhalt in der Pfarrkirche zu den Heiligen Schutzengeln zelebrierten Erntedankfestmesse. Da waren auch die letzte Sorgenfalten angesichts des strahlend blauen Himmels längst einem glücklichen Lächeln gewichen. „Der passt ja auch zum Weinspruch unserer Tochter, der sich auch in den Motiven ihres Prunkwagens wiederfindet, für den allein weit über 1000 Blüten verarbeitet worden sind“, berichtete der VVD-Vorsitzende, um sich direkt den eintreffen den Kolleginnen seiner Tochter um die Mittelrhein-Weinkönigin Daniela Simon zu widmen.

Kaum fassen konnte die große Bühne die Weinmajestäten des nördlichen Mittelrheins von Leutesdorf bis Rhöndorf, zu denen sich auch die Kolleginnen aus Remagen und Heimerzheim gesellten, ganz zu schweigen von der Politprominenz um den Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel und den Ersten Kreisbeigeordneten und künftigen Landrat Achim Hallerbach. Begrüßen konnte der Beigeordnete Stefan Betzing in Vertretung von Bürgermeister Dieter Runkel aber auch seine Kollegen aus der Verbandsgemeinde um VG-Chef Hans-Günter Fischer, dessen Unkeler Kollegen Karsten Fehr sowie den Unkeler Stadtbürgermeister Gerhard Hausen und die Bürgermeisterin von Erpel, Cilly Adenauer, die stolze Oma der Zwillings-Kinderweinköniginnen, Hannah und Lisa Reuter mit ihrer Ehrendamen, Ayla Rutherbeck und Lena Schlochtermeier. Ein ganz besonderer Willkommensgruß galt den Gästen aus Pornic, der französischen Partnerstadt von Linz um Bürgermeister Jean-Michel Brard, der wenig später mit einigen Bürgern der Linzer Partnerstadt auch im Erntedankfestzug mitfuhr, während sich der Rest der 50-köpfigen Delegation aus der Bretagne unter Tausende Zuschauer gemischt hatte.

Die mussten lange warten, bis sie Weinkönigin Kira zujubeln konnten, ließ diese doch, hoch oben auf einem Weinberg vor einer riesigen, rotierenden Sonne stehend, alle Motivwagen und Fußgruppen an ihrem Prunkwagen vorbei defilieren. Dabei standen ihre Weinprinzessinnen zu ihrem Füßen an den „Ufern des Rhein“, auf dem rosa/violette Schiffe dicke Herzkissen passierten.

„Jung, knackig, frisch, kommt heut‘ der Gemüsetopf auf den Kita-Tisch“, war das Motto der „Rappelkiste“, wobei Eltern und Kids den entsprechenden Topf auf dem Kopf trugen. Den Kinder-Weinköniginnen, die in einer riesigen purpurnen Bügelkrone thronten, folgten die Pornicer sowie die 1992-er Weinkönigin Anja II. (Bretz), die mit ihren zwischen mächtigen Säulen thronte, über die sich dicke Girlanden aus Dahlienblüten wölbten. „Lustige Landleut“, kündigten die 72- er Weinkönigin Ulrike I., einst Röhrig, heute Kräften, an, die einen mit Dahlien der „Herrlichkeit Erpel“ geschmückten Traktor durch den Ort kutschierte.

Holzfäller der Dorfgemeinschaft Heeg waren mit einem Wagen nach Dattenberg gekommen, auf dem riesige, mit Äxten und Sägen gefällte Baumstämme gestapelt waren. „Weinbau Wagner ade – Weinversando juch-hee“ war das Motto des ehemaligen Weinguts, das die unpersönliche Wein-Online-Bestellung anprangerte.

So ein Gehabe war zu Zeiten von Weinkönigin Irene I. aus dem Hause Frings, 1962 noch Schneider, die in einem offenen Cabrio den Festzug genoss, unvorstellbar gewesen. Da passten die Kleinbauern mit ihren Schürreskarren voller Obst und Gemüse für das „Jubiläum auf dem Hof“ schon besser zu der „55-jährigen“ Weinmajestät, der die aktuellen Weinköniginnen vom Mittelrhein und der Ahr folgten. „Goldhochzeit“ feierten die Rööpe Kicker und hatten zu der neben Zwiebelkuchen und Krustenbraten auch Pflaumen- und Rodonkuchen aufgefahren. Konnten an diesen Köstlichkeiten die Zuschauer nicht partizipieren, so wurden sie nicht nur von den Zugteilnehmern mit über 1000 Liter Wein verwöhnt. Freizügig sorgte die Feuerwehr für die Fortsetzung ihres Mottos, „Trennt die Spreu vom Weizen sich, kommt das Brot bald auf den Tisch“, indem sie an eben diesem Tisch frisch geschmierten Brotscheiben von ihrem Backes-Wagen aus den Zuschauern zukommen ließ.

Um Weizen ging es auch bei den Junggesellen, allerdings war ihr Leitspruch „Ähre, wem Ähre gebührt“, irreführend. Zwar verkündeten sie „Weizen ist unsere Leidenschaft, wi mmahlen ihn mit Wasserkraft. Allerdings wurde das in ihrer Mühle geschrotete Getreide zu Bier weiterverarbeitet, wie das Feld voller Weizenflaschen verdeutlichte. „In Holland keinen Wein er fand, drum reiste er ins Rööpeland“, kündigte die Gruppe „Die Beschwipsten“ ihren „Ehrengast“ Weingott Bacchus an, der in einem offenen Säulentempel weinselig die Fahrt durch den Ort genoss, in dem ihm nicht nur seine Eskorte edler römischer Senatoren huldigte, hinter denen die „sonnige“ Familie Michels um Queen-Mam Jutta, selber Weinmajestät vor 28 Jahren, den Prunkwagen von Kira ankündigte.

„Ich habe ja wegen des Engagements meiner Eltern im VVD von Geburt an das Dattenberger Winzerfest mit Herz und Seele miterlebt. Aber als Weinkönigin dabei zu sein, das ist doch schon etwa ganz anders“, erklärte die 21-Jährige drei Stunden später nach ihrer Rückkehr ins Weindorf. Für sie sei schon immer klar gewesen, dass sie einmal mit der Weinkönigin-Krone auf dem Kopf auf der Bühne stehen wolle. „Ich bin unheimlich glücklich, dass dieser Wunsch jetzt in Erfüllung gegangen ist, noch dazu heute bei so tollem Wetter, sodass der Festzug ein Traum war“, strahlte sie mit der Sonne um die Wette,um sich dann mit ihren Weinprinzessinnen unter die Weinfestgäste zu mischen, die von der California Partyband bis in den späten Abend unterhalten wurden. DL

Reichlich Gemüse und Obst steuerten die Kleinbauern zur Jubiläumsfeier bei. DL
In einer mächtigen Krone thronten die Kinder-Weinköniginnen.

In einer mächtigen Krone thronten die Kinder-Weinköniginnen.

Strahlend grüßte Weinkönigin Kira vonihrem Sonnenwagen herab das weinselige Völkchen.

Strahlend grüßte Weinkönigin Kira von ihrem Sonnenwagen herab das weinselige Völkchen.

Sogar auf dem Fahrrad werdenper Handy online-Bestellungen aufgenommen.

Sogar auf dem Fahrrad werden per Handy online-Bestellungen aufgenommen.

Reichlich Gemüse und Obst steuerten die Kleinbauern zur Jubiläumsfeier bei. Fotos: DL

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  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
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