Madonna aus dem Jahre 1250 aus der Unkelbacher Pfarrkirche St. Remigius wird restauriert
Kirchengemeinderat und Pfarrer bitten um Unterstützung und Spenden
Auch der Schrein-Tresor mit Panzerglas und die Holzverkleidung werden erneuert
Unkelbach. Sicher hätten viele Gläubige bemerkt, so der leitende Pfarrer Frank Klupsch, dass die Unkelbacher Madonna in den vergangenen Wochen nicht mehr an ihrem Platz in der Kirche und der Schrein verwaist war. Es fehlte einfach etwas in der Kirche des heiligen Remigius. „Aber keine Sorge, sie war nicht gestohlen“, so der leitende Pfarrer. Das Kleinod der Sakralkunst aus dem Jahr 1250 wird in der Unkelbacher Pfarrkirche normalerweise ausgestellt. Die thronende hochgotische Sitzmadonna wird in Fachkreisen und in der Literatur mit dem Beinamen „Unkelbacher Madonna“ bezeichnet. Sie wurde vermutlich von einem in Brabant geschulten rheinischen Künstler in einer Kölner Kunstwerkstatt geschnitzt. Sie ist ein außergewöhnliches Kunstwerk und eine der prominentesten Darstellungen dieser Art im ganzen Rheinland.
Das Werk ehrt den begnadeten unbekannten Meister und spiegelt die mittelalterliche Bildhauerkunst wider. Ihr Antlitz strahlt Anmut, Adel und ein verhaltenes Lächeln aus.
Lange Zeit hat die Madonna, die heute als Juwel der Unkelbacher Kirche gilt, unbeachtet auf dem Pfarrhausspeicher gelagert. Erst 1935 wurde die Holzplastik von einem früheren Pfarrer entdeckt. 27 Jahre später, 1962, wurde die Statue in Köln gründlich restauriert. Seither war die Unkelbacher Madonna ein beliebtes Exponat auf nationalen und internationalen Ausstellungen, wie beispielsweise in Dijon, Brüssel oder Köln. Bei den Kulturtagen des Kreises Ahrweiler wurde sie 1989 im Sinziger Schloss ausgestellt und galt als das herausragendste Kunstwerk. Historiker vermuten, dass die Statue durch die Benediktiner von Köln-Deutz während deren seelsorgerischen Betreuungszeit nach Unkelbach gelangte. Längere Zeit befand sich die Madonna im Schnütgen-Museum in Köln.
Nur unter der Bedingung von geeigneten Sicherheitsvorkehrungen, nach Anfertigung eines zweigeschossigen Schrein-Tresors mit Panzerglas, konnte die Madonna im Jahre 1976 aus ihrem langen „Asyl“ in die Heimat nach Unkelbach zurückkehren.
Nach Angaben von Fachleuten, so Pfarrer Klupsch, sei es dringend an der Zeit, den Schrein-Tresor zur restaurieren, die Stoffe zu erneuern, das Panzerglas, das leider blind geworden ist, zu erneuern, die Holzverkleidung, die völlig verzogen ist, neu auszurichten und die Statue selbst zu reinigen, damit das Kunstwerk auch für die kommenden Generationen erhalten bleibt. „Die Kosten belaufen sich auf rund 7000 Euro, die unsere kleine Kirchengemeinde selbst nicht stemmen kann. Daher bittet der Kirchengemeinderat Sankt Remigius sehr herzlich um Unterstützung und Spenden“, so Pfarrer Klupsch.
Die Madonna soll zum Fest Maria Himmelfahrt am 15. August, wie Klupsch mitteilt, wieder an ihrem angestammten Platz ausgestellt werden und dann in neuem und restauriertem Ambiente erstrahlen. „Maria, die uns nicht nur das Jesuskind zeigt, sondern uns auch zu ihm hinführt, ist für alle Gläubigen Vorbild und Schwester im Glauben. Die Sorgen und Nöte unserer Zeit dürfen wir ihr anvertrauen, aber auch unsere ganz persönlichen Anliegen sind bei ihr gut aufgehoben im Vertrauen darauf, dass sie auch erhört werden“, hebt Klupsch hervor.
AB
Die Unkelbacher Madonna ist eines der bedeutendsten gotischen Kunstwerke im Rheinland.
