Chor feierte 175-jähriges Jubiläum
Klänge der Freude beim Gesangverein 1843 Kruft e.V.
Kruft. Dieser Chor steht für Tradition und Brauchtum schlechthin. Vor sage und schreibe 175 Jahren wurde der Gesangverein Concordia 1843 Kruft gegründet. Es gibt keinen älteren Chor in der Pellenz, als diesen!
Höhepunkt der Feierlichkeiten war das Festkonzert unter dem Motto „So klingt Kruft“, das die Jubilare am vergangenen Freitagabend gemeinsam mit allen Krufter musiktreibenden Vereinen in der Vulkanhalle feierten. Mit „Klänge der Freude“ von Sir Edward William Elgar gaben die 23 singendenden Männer, im Durchschnittsalter von etwa 70 Jahren, die sich im Übrigen über Nachwuchs freuen würden, das Motto des Abends vor.
„Der Musikverein wurde am 30. November 1843 gegründet und hat viele leidvolle Jahre überlebt“, verwies Dieter Walter, 1. Vorsitzender des Vereins, in seiner Begrüßungsansprache auf die Jubiläumsfestschrift, in der ein Querschnitt der wechselvollen Geschichte des Krufter Musikvereins in Wort und Bild zu finden ist.
„Concordia ist ein Traditionsverein, in dessen Blütezeit die Söhne den Vätern folgten“, so Walter. Dass die Blütezeit längst vorbei ist, weiß auch Walter. Dennoch zeigt er sich zuversichtlich. „Trotz des Sterbens vieler Vereine, bilden sich immer wieder Musikvereine. Ich hoffe sie können bestehen. Auch wir geben die Hoffnung nicht auf, dass sich neue Sänger zu uns gesellen“, so Walter.
Modernen Medien machen es den Dorfvereinen nicht einfach
Auch der Krufter Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel, Schirmherr der Veranstaltung, erinnerte sich an Chorwettstreite, die immer bis auf den letzten Platz besetzt waren.
In den 50er und 60er Jahren sei es äußerst schicklich gewesen Mitglied im Gesangsverein zu sein. Das heutige kulturelle und musikalische Angebot durch die modernen Medien mache es den Dorfvereinen schwer, den Nachwuchs zu begeistern. „Insbesondere bei den Chören und Gesangsvereinen ist der Nachwuchs bescheiden“, so Schneichel.
Dabei warf der Ortschef die Frage auf, ob man mit der Auswahl der Musikstücke mit der Zeit gegangen sei. Sinnbildlich betrachtet schloss er: „Die Welt dreht sich mit und ohne uns. Wenn wir dabei bleiben wollen, müssen wir uns mit drehen.“ Mit der Hoffnung, dass der Gesangsverein Concordia auch die jetzige schwierige Zeit überstehe und die Gemeinde noch über viele Jahrzehnte bei allen feierlichen Anlässen begleite, gratulierte Schneichel den Jubilaren zum 175. Geburtstag. In die Schlange der Gratulanten reihten sich unter anderen auch Verbandsbürgermeister Klaus Bell, Rudi Zens, in Vertretung des Landrates, Peter Weiler, 1. Vorsitzender des Kreis-Chorverbandes Mayen e.V., Karl Wolff, Präsident des Chorverbandes Rheinland-Pfalz, Pfarrer Nobert Missong, sowie Vertreter aller ortsansässigen Vereine und Verbände ein.
Befreundete Musikvereine und Chöre sorgten für Unterhaltung
Das Unterhaltungsprogramm gestalteten die fünf Krufter Musikvereine und Chöre. Dazu spielten der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr mit Blas- und traditioneller Marschmusik munter auf.
Der Kirchenchor Cäcilia Kruft brillierte mit Festgesang vom Feinsten und zeigte sich mit „Der Jäger längs dem Weiher ging“ von Fritz Dietrich äußerst temperamentvoll.
Moderne Rhythmen präsentierte der Musikverein Kruft 1921 e.V. mit Memory aus Phantom der Oper von Andrew Lloyd Webber und „Viva La Vida“ von Guy Bergmann. Ebenso sorgte der Chor Via Nova Kruft mit Evergreens wie „You rase me up“ von R. Loveland & B. Graham und „Baba Yetu“ von Christopher Tin für gute Stimmung.
Stars des Abends waren jedoch die Jubilare, die unter Leitung von Wolfram Schenk ihre Stimmen vor dem gemeinsamen Abschlusslied „Jerusalem“ von Stephen Adams & Fritz Ihlau unter anderem zu „Tebje Pojem“ von Dimitri Bortnaianski erklingen ließen.
Ehrungen langjähriger Mitglieder
Viele der Concordia Sänger begeistern mit ihren Stimmen schon seit Jahrzehnten, so gehörten auch Ehrungen zu dem Festkonzert mit Kommers.
Für 25-jährige Vereinszugehörigkeit wurden die verdienten Sänger Alois Kretzer und Reiner Nittenwilm geehrt. 50 Jahre unterstützen Richard Schneider und Josef Schulden den Gesangsverein bereits mit ihrer Sangeskunst.
Werner Pütz wurde für sowohl für seine 65-jährige Singtätigkeit, als auch für seine 25-jährige Mitarbeit im Vorstand ausgezeichnet. Geehrt wurde auch Paul Zieglowski für seine langjährige Mitarbeit im Vorstand der Concordia, davon 50 Jahre in verantwortlicher Position.
Als Schirmherr der Veranstaltung kam auch Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel (re.) nicht mit leeren Händen zur Feierstunde und überbrachte dem 1. Vorsitzender des Vereins, Dieter Walter (li.) Glückwunsche und Präsent.
Peter Weiler, Vorsitzender des Kreis-Chorverbandes Mayen e.V. (li.) und Karl Wolff, Präsident des Chorverbandes Rheinland-Pfalz (re.) zeichneten verdiente Mitglieder des Gesangvereins Concordia mit Urkunden aus. Paul Zieglowski (Mitte) wurde für seine langjährige Mitarbeit im Vorstand geehrt.
