Der siebenjährige Tiziano soll doch nur zur Schule gehen, aber die Hindernisse sind zu groß
Kleiner Mann braucht dringend Hilfe!
Koblenz-Karthause. Eine Mutter bekommt starke Schmerzen im sechsten Schwangerschaftsmonat, nach einer Untersuchung wird beim Kind eine Hirnblutung in beiden Hirnhälften festgestellt, es wird im siebenten Monat dann in der Universitätsklinik in Bonn im Mai 2009 auf die Welt geholt und muss intensiv versorgt werden. Und dies war der Anfang einer Leidensgeschichte, des heute siebenjährigen Tiziano Rossini in Koblenz auf der Karthause. So begann sein Leben in den ersten Monaten in der Klinik, wobei seine Krankenakte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Seiten füllte.
Ihm wurde ein Rickham-Reservoir
implantiert (Das Rickham / Omaya Reservoir ist eine kleine, halbrunde Silikonkapsel, die unter die Kopfhaut eingesetzt wird und mit einem Silikonkatheter, der bis in die Hirnwasserkammern (Ventrikel, s.d.) reicht. Es ist möglich, mit einer dünnen Nadel die Silikonkapsel zu punktieren und etwas Liquor abzuziehen) und einige Jahre später musste dann doch eine Shuntversorgung eingesetzt werden.
Ein medizinisches Gerät, um überschüssige Gehirnflüssigkeit aus den Gehirnkammern körperintern abzuführen, um den Hirndruck auf einen Normalwert zu reduzieren.
Nach seinem ersten Lebensjahr traten epileptische Anfälle, mit wiederholten unterschiedlichen Anfällen auf, unter denen er heute noch leidet. Hinzu kommt eine hochgradige Sehbeeinträchtigung - der Junge ist blind. Es kommen Probleme mit der Hüfte dazu, denn auf beiden Seiten befinden sich die Gelenkköpfe außerhalb der Pfannen. Auch kann er sich nicht verständigen und wieviel er von seiner Umgebung tatsächlich mitbekommt, weiß man nicht. Trotzdem liebt die ganze Familie den Jungen von ganzem Herzen. Mutter Bianca, Papa Maurizio Rossini und auch die beiden Geschwister zeigten einen ungeheuer liebevollen Umgang mit Tiziano, als „BLICK aktuell“-Reporter Udo Stanzlawski bei ihnen zu Hause war.
Nachbarin möchte, dass der Familie endlich geholfen wird
Ausschlaggebend für diesen Besuch war die Initiative einer Nachbarin, die der Familie, aber vor allem Tiziano helfen will. „Ich kann das nicht mehr länger mit ansehen, da muss doch was passieren, damit der Kleine auch die Schule besuchen kann“, sagt sie im Gespräch mit „BLICK aktuell“.
Denn sieben Jahre lang haben sich die Familienangehörigen um alles selbst gekümmert, nahmen nie Hilfe in Anspruch, doch nun sind sie an eine Grenze gestoßen.
Tiziano ist schulpflichtig und soll in die Landesschule für Blinde und Sehbehinderte nach Neuwied gehen.
Als einzige Bildungsstätte ihrer Art in Rheinland-Pfalz hat sich diese Schule zu einem Kompetenzzentrum für die Belange blinder und sehbehinderter Kinder und Jugendlichen entwickelt, mit umfangreichen Aufgabenfeldern im schulischen und sozialen Bereich. Die ersten beiden Wochen fährt der Vater den Jungen immer in die Schule und holt ihn wieder ab, doch sein Schichtdienst lässt dies nun nicht mehr auf Dauer weiter zu. Der Junge kann auch nicht an einem allgemeinen Schülertransport teilnehmen, erklärt Bianca Rossini dem Koblenzer Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales und möchte eine Einzelbeförderung mit einer Begleitperson für ihren schwerbehinderten Sohn erwirken.
Familie wird von einer Stelle zur anderen geschickt
Ein Nachweis ist erforderlich geworden. Die Familie versucht es mit der Kreisverwaltung und die die Verwaltung erklärt: „Eine Beförderung im Rahmen des ÖPNV oder des freigestellten Schülerverkehrs ist nicht möglich. Sie muss im Rahmen der Eingliederungshilfe nach §§ 53 ff. SGB XII erfolgen. Die Beförderung muss in ruhiger Atmosphäre und auf direktem Weg erfolgen. Das Kind wird im Rollstuhl sitzend befördert. Eine Begleitperson, die medizinisch geschult ist Notfälle zu erkennen und erste Maßnahmen in die Wege zu leiten ist erforderlich.“ Dies leitete die Familie wieder an das Amt der Stadt und das Amt seinerseits forderte eine ärztliche Verordnung an, da es sich, in Bezug auf die Begleitperson um eine Sicherungspflege handele. Zum Thema „medizinisch geschulte Begleitperson“ für den Jungen hat die Familie auch die Krankenkasse informiert und als Antwort bekam sie: „Da es sich um eine Eingliederungshilfe handelt, haben wir den Antrag an das zuständige Sozialamt zur Prüfung weiter geleitet.“ „Ein ewiges Hin und Her und alles dauert so lange“, erklärte Mutter Bianca Rossini dem „BLICK aktuell“-Reporter. Die Familie weiß sich keinen Rat mehr und daher wandte sich die Nachbarin der Familie nun an „BLICK aktuell“.
Wir wollen nichts geschenkt haben und möchten auch keine Spenden sammeln, doch wir suchen jemanden, der sich mit unserem Thema auskennt und uns eventuell weiterhelfen kann. Oder vielleicht hat jemand einen anderen Ausweg für uns oder kann einen Tipp geben, denn Tiziano soll in die Schule gehen können, wie alle anderen Kinder auch“, wünscht sich Mutter Bianca von Herzen für ihren Sohn.
Wer kann also hier eine Hilfeleistung geben ? Diese Frage gibt die Familie jetzt weiter, denn alle wollen mit Tiziano nach vorne blicken, damit sie gemeinsam dann doch ein angemessenes Familienleben in Harmonie verbringen können - trotz aller Widrigkeiten.
Wer kann helfen?
Auch „BLICK aktuell“ würde sich freuen, wenn dem kleinen Tiziano geholfen werden könnte. Ein Kontakt kann die Redaktion gerne vermitteln unter Tel. (02642) 978334 oder redaktion-koblenz@kruppverlag.de.
US

Ich werde mich später telefonisch melden kannte auch mal so einen Fall denen geholfen wurde.