Vortrag beim Obst- und Gartenbauverein Rheinbreitbach
„Klimawandel in unseren Gärten“
Hans Fischerkoesen erklärte, wie sich Fauna aus wärmeren Gefilden hier ausbreitet
Rheinbreitbach. „Der Klimawandel in unseren Gärten“, so hieß das Thema eines Vortrags von Dr. Hans Fischerkoesen, den er für den Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Rheinbreitbach im Hotel-Restaurant Villa von Sayn vor saalfüllendem Publikum hielt. Er ist schon seit vielen Jahren Mitglied im OGV, Träger des „Goldenen Spatens“ und Fachmann für Bäume.
Viele Gäste und Vereinsmitglieder waren natürlich gespannt, wie sich der Klimawandel in den Obst- und Gemüsegärten zeigt und vor allen Dingen, wie man sich mit der drohenden Klimaveränderung arrangieren kann. Vertrocknetes Gemüse, brauner Rasen oder zu viel Regen machen Probleme. Städte und Kommunen reagieren bereits und wollen sich mit anderen Bäumen und Grünflächenbepflanzung den neuen Bedingungen anpassen. Man prognostiziert, dass die Sommer noch trockener und die Winter feuchter werden.
Der Kleingärtner versucht natürlich auch, auf die extrem gewordenen Veränderungen zu reagieren, und denkt über viel Sinn machende Dinge nach: Torffrei gärtnern, organische Dünger bevorzugen, Geräte wenn möglich ohne Motor verwenden (Abgase) und so weiter.
Aber Hans Fischerkoesen hatte anderes im Sinn. Er holte weiter aus und machte deutlich, dass immer schon Klimaveränderungen auf dem Erdball stattfanden und der von Menschen beeinflusste natürlich mit der Industrialisierung zwischen 1700 und 1800 zusammenhängt. Dazu zeigte er anschaulich einige Grafiken mit Statistiken. Hier sah man, wie stetig ein Auf und Ab bei den Temperaturen zu beobachten war, aber auch ein stetiges „Wärmerwerden“. Andrea und Jupp Profitlich hatten sorgfältig einen professionell gestalteten Lichtbildvortrag mit dem Autor ausgearbeitet, und es sollten nun knapp 200 Dias folgen, die zuvor alle digitalisiert und entsprechend aufbereitet worden waren. Fischerkoesen stellte sich nach den ersten Bildern als ausgesprochener Bäumeliebhaber vor. Bäume hatten es ihm schon in seiner Kindheit angetan, und natürlich kannte er alle botanischen Namen und deren Bedeutungen. Als er vor 20 Jahren nach Rheinbreitbach zog, setzte er gleich eine Palme in seinen Garten. Sie steht heute noch und hat schon strenge Winter erfahren.
Das war es also, was Fischerkoesen berichten wollte: Langsam und klammheimlich werden die exotischen Pflanzen hier heimisch.
Das fällt jetzt sofort auf, denn Kirschlorbeer und Glanzmispel stehen vielleicht schon im eigenen oder im Garten des Nachbarn auch Magnolien, Tulpenbäume, Zypressen, Pinien, Blauglocken- und Mandelbäume, Mammutbäume und Thujas, Rhododendren, Azaleen und viele mehr. All diese Bäume und Sträucher fotografiert und dokumentiert Fischerkoesen bei seinen Spaziergängen im Rheinland.
Es war erstaunlich und überraschend, was er alles gesammelt hatte, und man war sich einig, dass sich hier bereits vieles an Fauna etabliert hat, was man früher nur aus dem Urlaub im Süden kannte.
