Obst- und Gartenbauverein, Rheinbreitbach
Klosterwanderung mit Juppi
Rheinbreitbach. Zur lange vorher angekündigten Wanderung trafen sich 15 Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Rheinbreitbach an der Nikolauskapelle in Heisterbacherrott. Sie hatten sich zuvor als Fahrgemeinschaften verabredet - das Fahrziel lag nicht weit entfernt, oberhalb des Rheins.
Unmittelbar neben der Kapelle steht der ehemalige Frohnhof, dem heutigen Hotel und Restaurant „Haus Schlesien“ und hier sollte dann die Wanderung zum Abschluss kommen. Die Speisewünsche wurden dem Gastronom jetzt schon vorgetragen, sodass bei den Wandersleut´ auch schon Vorfreude aufkam.
Die Kapelle wurde wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil errichtet, seinerzeit noch zu Ehren des heiligen Markus. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Zerstörung des Gebäudes erfolgte eine Renovierung - seitdem steht sie unter dem Patronat des heiligen Nikolaus.
An der Nordseite des kleinen Gebäudes befindet sich ein in einer Nische eingelassener Bildstock mit einer Figur des Heiligen aus Metall. Eine Inschrift nennt das Jahr der Erneuerung um 1676.
Leider konnte man die Kapelle nicht von innen besichtigen und Juppi Schneider, der die Wanderung vorgelaufen und gut vorbereitet hatte, las aus einem Manuskript die wichtigsten Merkmale der Kapelle vor.
Nun wanderte man den leicht ansteigenden Weg über die sogenannte Kasseler Höhe Richtung Vinxel. Durch Felder und Obstplantagen bietet die Gegend wunderschöne Ausblicke zum Siebengebirge mit seinem Ölberg und den kleinen Dörfern Rott und Rauschendorf. Auch der Blick zum Michelsberg nach Siegburg ist überwältigend, denn das sonnige Wetter tauchte die Landschaft in ein sattes Licht mit allen Farbtönen.
Bald war Vinxel erreicht und dort wurden die Wanderer von Herrn Mollweide vor der kleinen Kapelle Mariä Heimsuchung, auch Veußeler Dom genannt, empfangen. Er schloss die schwere Holztüre auf und alle Wanderer konnten auf den Sitzbänken Platz nehmen um zu erfahren, was es denn mit dieser Kapelle auf sich hat.
Sie wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut und auch hier im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Nach dem Wiederaufbau durchlebte sie wieder manchen Sturm der Geschichte - so auch im zweiten Weltkrieg.
Eine Besonderheit ist die stehende Mutter Gottes mit Kind vom Typ einer sogenannten nährenden Gottesmutter mit entblößter, rechter Brust (Maria lactans).
Sehr beeindruckt verließ die kleine Wandergruppe die wieder schön restaurierte Kapelle und auch dem Wunsch, die kleine Glocke erklingen zu lassen, wurde augenzwinkernd entsprochen.
Der Rückweg führte wieder durch Felder und Auen und wie man erfuhr, so floss hier auf diesen Höhen einmal der Rhein.
„Haus Schlesien“ war bald erreicht und die schöne Wanderung wurde dann noch mit Speis´und Trank belohnt. „Was will man mehr?“
Weitere Informationen des OGV-Rheinbreitbach stehen in Mitteilungsblättern und im Internet - http://www.ogv-rheinbreitbach.de.
