Neue Ausstellung in Montabaurs neuem Ausstellungsraum „Kunstort Montabaur“
Kölner Künstler Mario el Toro polarisiert mit neuer Ausstellung
Montabaur. .Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Kölner Künstler Mario el Toro lud zu einer Vernissage einiger seiner Werke in „Kunstort“ nach Montabaur ein. Die Einführung in das Schaffen nahm die Koblenzer Stadtkultur-Initiatorin Petra Heidger vor, anschließend folgte die Ausstellungseröffnung mit einer Live-Performance des Künstlers. Beim Besuch der Ausstellung im „Kunstort“ in Montabaur vonBLICK aktuell war der Künstler leider verhindert. Er wurde jedoch exzellent von Ausstellungsmacher Tobias Küch vertreten, der als Hausherr im „Kunstort“ bei der Zusammenstellung der Ausstellung von Anfang an zugegen war.
Vorab einige Worte zum Künstler, und seinen Inspirationen. Er befasst sich hauptsächlich mit gesellschaftskritischen und politischen Themen, dabei scheint er an der teils irrealen Welt, speziell an der der Politik, langsam zu verzweifeln. Was hilft gegen diesen Gemütszustand? Richtig geraten, man nimmt nicht alles zu ernst, versucht, das ganze Geschehen ad absurdum zu führen und dabei gleichzeitig der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Mario el Toro bedient sich bei der Herstellung seiner Kunstwerke verschiedener Arbeitsmethoden, wie zum Beispiel der Acrylmalerei, der Streetart, Collagen und Installationen. Der Mix könnte so lauten: Man nehme etwas Progressivität, gebe Aggressivität hinzu, und würze das Ganze mit einer Prise Sarkasmus und Humor. So entstehen teilweise groteske Darstellungen, deren Sinn dem aufmerksamen Betrachter erst nach eingehender Betrachtung des Kunstwerkes langsam aufgeht. Einige Beispiele aus der Ausstellung reizen geradezu, sich in verschiedenen Interpretationen zu verirren. Der Künstler nimmt zum Beispiel die Hälfte einer Tischtennisplatte, malt Jesus wie bei einer seiner Predigten, daneben sind ein Tischtennisschläger und die Worte „Play table tennis“ zu sehen. Tobias Küch, der selbst als Künstler arbeitet, versucht, sich in die Gedankenwelt von Mario el Toro zu versetzen, was dieser mit dem Exponat sagen will. Es könnte sich eventuell um eine Rede im Bundestag handeln, die nicht Vielsagendes zum Inhalt hat, darum die Aufforderung: „Spielt doch einfach mal Tischtennis, das ist spannender.“
Beeindruckend sind drei Bilder von Mario el Toro, die sich mit der Frage beschäftigen, wer als Präsident der USA auf Donald Trump folgen könnte. Der Künstler hat auf diese Frage drei frappierende Vorschläge: Pippi Langstrumpf, Greta Thunberg oder Bugs Bunny. Um einen Pfeiler in der Ausstellungshalle hat Mario el Toro stapelweise kleine und größere Kartons gestapelt, die Kartons sollen den aktuellen Konsumterror, sowie den harten Job der Zusteller, charakterisieren. Auf vielen der Kartons stehen bissige Sprüche, passend zum Thema. Ein Beispiel dafür: „Was sagt eigentlich dein Jesus zu dieser ganzen Sch….?“ Es gäbe noch weitere Beispiele zu erwähnen, in denen sich Mario el Toro auf sarkastische Art mit der Gesellschaft auseinandersetzt, es ist aber auch der Hauch von Hilflosigkeit zu verspüren, die seine Werke ausstrahlen.
Mario el Toro hat angekündigt, dass er so lange auf die Irrwege der Gesellschaft hinweist, bis die Botschaft aus dem Song „Happy Xmas“ von John Lennon sich bewahrheitet, welches bekanntlich mit den Worten „War is over“ endet. Da ein Ende der Kriege, die an allen Fronten, militärisch und zivil geführt werden, nicht abzusehen ist, wird Mario el Toro noch viel Zündstoff erhalten, um den Finger in die Wunde zu legen.
Die Ausstellung befindet sich in der Halle des „Kunstortes“ in Montabaur in der Peterstorstr. 25. Die Halle gewinnt durch den spröden Charme der zur Ausstellung parallel laufenden Bauarbeiten, ähnelt in nichts mit den sonstigen Hochglanzausstellungen.
Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Donnerstag von 18 bis 20 Uhr , Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Oktobergeöffnet.
Wer folgt auf Donald Trump als Präsident?
Tobias Küch versucht sich spontan an einer Interpretation.
Eine Skulptur, die den Konsumterror anprangert.
