Auftakt zum attraktiven Jahresprogramm der Kaiser Ruprecht Bruderschaft
König Adolf von Nassau - ein geschei(ter)ter König?
Lahnstein. Im Jahr 2019 bietet die Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit erneut ein äußerst abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. Bruderschaftskanzler Alexander Thon M.A.: „Ich freue mich, dass es in bewährt guter Zusammenarbeit mit unserem Schreiber Roland Kraußer und Säckelmeister Dieter Müller gelungen ist, eine Reihe qualitätvoller Vorträge und weiterer Veranstaltungen zu organisieren. In einem breiten Spektrum werden wir in diesem Jahr wieder zahlreiche interessante Themen der deutschen, ja sogar der europäischen Geschichte beleuchten.“
An sechs Vortragsabenden („Dämmerschoppen“) referieren hochkarätige Rednerinnen und Redner.
Hochkarätige Rednerinnen und Redner zu Gast
So spricht im März Dr. Ansgar Sebastian Klein (Bonn) über das Thema „Mythos Rhein - Die Deutschen und das Rheinland“ und untersucht damit die zentrale Frage, weshalb ein Fluss zu einer solch überragenden Bedeutung für eine ganze Nation gelangen konnte.
Maggy Ziegler (Bad Hönningen) handelt im Folgemonat in ihrer Paraderolle als Griseldis über Königin Luise von Preußen und wirft die Frage auf, inwieweit die Legende einer „Königin der Herzen“, zu der Luise in Volkes Meinung schnell wurde, sogar die Märchenwesen der Brüder Grimm beeinflusst hat.
Einer der überragenden Persönlichkeiten der englischen Geschichte widmet sich im Mai Prof. Dr. Heinz Fischer (Koblenz), der Lebensweg und Leistung des umstrittenen englischen Lordprotektors Oliver Cromwell (1599-1658) nachzeichnet.
Im September beleuchtet Carmen Ludwig (Hamburg), Programmleiterin bei der Körber-Stiftung, Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, in dessen Rahmen die Bruderschaft im September 2019 zum zweiten Mal zehn Sonderpreise an rheinland-pfälzische Schülerinnen und Schüler vergeben wird.
Der deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert wendet sich schließlich im November Dr. Achim Kloppert zu, der den Weg der deutschen Territorialstaaten hin zum Deutschen Kaiserreich von 1871 nachzeichnet und damit die Vortragsreihe des Jahres 2019 beendet.
Hinzu kommen zwei Tagesexkursionen im Juni nach Göllheim sowie im September nach Andernach. Außerdem führt eine Halbtagesexkursion auf den Spuren der Römer im August in den Rhenser Stadtwald. Am 3. Oktober findet wie alljährlich ein Festakt zum Jubiläum der deutschen Vereinigung am Königsstuhl über Rhens statt. Und wie in jedem Jahr öffnet die Bruderschaft an insgesamt acht Terminen den „Scharfen Turm“ der Rhenser Stadtmauer für Besucher von nah und fern.
Veranstaltungsstart im Februar
Die Veranstaltungsreihe eröffnet am 20. Februar der Kanzler der Bruderschaft, der Lahnsteiner Historiker Alexander Thon M.A., mit einem Vortrag im Hotel Alter Posthof in Spay um 18 Uhr.
Der Referent behandelt die Zeit der Königsherrschaft Graf Adolfs von Nassau, der gerade einmal sechs Jahre (1292-1298) amtiert hat. Die Kürze seiner Herrschaft und sein tragisches Ende haben lange Zeit dafür gesorgt, dass er geradezu verächtlich als „kleiner König“ bezeichnet worden ist.
Die neuere Geschichtsforschung hat allerdings ein wesentlich differenzierteres Bild zu zeichnen vermocht. Tatsächlich steht das Königtum Adolfs exemplarisch für die deutsche Verfassungsgeschichte im Spätmittelalter mit all ihren Fortschritten, aber auch Irrungen und Wirren. Der Vortrag wirft mit eindrucksvollem Bildmaterial schlaglichtartige Blicke auf die Herkunft Adolfs (namentlich auf die Stammburg Nassau an der Lahn), seine Wahl zum römisch-deutschen König im Jahr 1292 und seinen Tod in der Ritterschlacht von Göllheim 1298. Außerdem wird die in mehrfacher Hinsicht außergewöhnliche Ehefrau Adolfs, Imagina von Isenburg-Limburg, einer näheren Betrachtung unterzogen.
In Zusammenhang mit diesem Vortrag steht die erste Tagesexkursion des Jahres 2019, die auf den Spuren König Adolfs am 1. Juni 2019 in das rheinpfälzische Göllheim, zum Kloster Rosenthal und auf den höchsten Berg der Pfalz, den Donnersberg, führt.
In Göllheim steht der Besuch des Uhlschen Hauses, ehemals ein großbürgerliches Wohnhaus, heute das Museum von Göllheim, mit seinen 2015 neu gestalteten Räumlichkeiten auf dem Programm. Zwei Räume zeigen mustergültig Exponate zur Geschichte König Adolfs und der Schlacht am Hasenbühl bei Göllheim. Nach einem kurzen Besuch des Königskreuzes an der Stelle des ehemaligen, heute überbauten Schlachtfeldes führt der Weg zur malerischen Klosterruine Rosenthal, in dessen Mauern der Leichnam des Königs für mehrere Jahre aufgebahrt stand.
Alle Veranstaltungen sind öffentlich, Gäste sind herzlich willkommen. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Bruderschaft (www.kaiser-ruprecht-bruderschaft.de, erreichbar ab März 2019) oder sind beim Kanzler der Bruderschaft, Tel. (0 26 21) 69 68 69 5 oder per E-mail: ALThon@web.de zu erhalten.
