Allgemeine Berichte | 02.06.2023

Kolumne (48) Wege und Straßen (1)

 Quelle: Faltblatt Erlebnisraum Römerstraße, Hrsg. EuRegionale 2008 in Kooperation Landschaftsverband Rheinland

Odendorf/Essig. Es waren die Römer, die die ersten befestigten Fernstraßen in den Gebieten nördlich der Alpen bauten. Unser heutiges Straßen- und Wegenetz basiert zum Teil auf diesen alten Verkehrswegen. Sie lösten die vorgeschichtlichen Naturwege ab, es waren ingenieurtechnische Meisterleistungen. Man brauchte diese Straßen nicht nur als Aufmarschweg für das Militär, sondern weit mehr noch für die Integration der neu eroberten Gebiete in das Imperium Romanum. Die Staats- bzw. Fernstraßen bildeten ein dichtes Netz und erreichten auch die entlegensten Winkel des Reiches. Schätzungen gehen dabei von mehr als hunderttausend Straßenkilometern aus.

In unserer Region, der damaligen römischen Provinz Germania inferior (Niedergermanien) gab es drei besonders wichtige Fernwege, die ihre Bedeutung bis in die Gegenwart beibehielten, denn noch heute verlaufen hier Bundesstraßen auf alten Wegetrassen.

Zunächst war es die Limesstraße, die am Rhein entlangführte und vorrangig die Kastelle miteinander verband. Heute ist die Deutsche Limes Straße eine touristische Route für Autofahrer. Sie folgt dem Verlauf des UNESCO-Welterbes Niedergermanischer-, Obergermanisch-Raetischer- und Donau Limes - eine Strecke vom Niederrhein bis nach Passau an der Donau. Der 900 km lange Limes Radweg führt durch unterschiedliche Kulturlandschaften und trifft neben römischen Denkmälern auf viele Sehenswürdigkeiten anderer Epochen.

Bei der Via Agrippa geht es um ausgebaute Heerstraßen, wobei die Bezeichnung „Agrippa-Straße“ erst in der Neuzeit üblich wurde. Das gallische Straßennetz mit dem Ausgangspunkt Lyon wurde unter Marcus Vipsanius Agrippa, dem Statthalter Galliens geschaffen. Eine Trasse führte über Trier und Lyon zur Mittelmeerküste, eine weitere von dort nach Aquitanien. Es gibt mehrere Verzweigungen. Für unsere regionale Betrachtung ist es die alten Römerstraße Köln – Trier.

Die „Via Belgica“ stellte eine wichtige Ost-West Verbindung dar. Eine Straßenbezeichnung dieses Namens gab es zu römischer Zeit noch nicht, der antike Name ist nicht überliefert. Der heutige Name ist eine moderne Bezeichnung der Straßenforschung. Sie bezieht sich auf eine bedeutende, ca. 400 km lange Fernstraße, die vom heutigen Köln über Frechen, Jülich, Maastricht bis nach Boulogne-sur-Mer an der Atlantikküste führte und dabei die frühere römische Provinz Gallia Belgica durchquerte.

Alle drei Straßen kreuzten sich in der Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermanien, in Köln.

Teilstücke der Agrippa-Straße zwischen Köln und Dahlem und der Via Belgica zwischen Köln und Übach-Palenberg sind im Feld, im Wald und in städtischen Straßenzügen mehr oder minder gut erkennbar.

Zu unserer Region: Die bei Grabungen ermittelten Befunde bestätigen einen römischen Straßenkörper am Swistübergang bei Miel sowie einen ähnlichen Straßenkörper nordöstlich der Oststraße von Odendorf. Er liegt in unmittelbarer Nähe des dort festgestellten, vollständig erhaltenen Erdwerks der Michelsberger Kultur (jungsteinzeitlich um 4000 v. Chr.). Sie belegen die Anfänge einer Wegeführung.

Ebenfalls nahe Odendorf verlief, entsprechend der heutigen B 56 von Kuchenheim bis Essig und der B 266 von Essig nach Rheinbach, eine im frühen Mittelalter aufgenommen West-Ost Verbindung, die Aachen-Frankfurter Heerstraße.

Die überregionale Wegeverbindungen werden seit dem Mittelalter gleichzeitig als Pilgerwege genutzt. Das gilt für die Wallfahrt von Köln über das Kloster Schillingskapellen und den Michelsberg nach Trier, sowie für die großen Wallfahrten aus Nord- und Ostdeutschland über den Köln-Bonner Raum nach Luxemburg, Frankreich und bis zum Grabe des Apostels Jakobus nach Santiago de Compostela in Spanien.

Sammlung Zehnthaus

www.verein-zehnthaus.de

 Quelle: Faltblatt Erlebnisraum Römerstraße, Hrsg. EuRegionale 2008 in Kooperation Landschaftsverband Rheinland

Quelle: Faltblatt Erlebnisraum Römerstraße, Hrsg. EuRegionale 2008 in Kooperation Landschaftsverband Rheinland

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