Einladung zu einer Geschichtsstunde der besonderen Art am 7. Juni um 17 Uhr
„Kommen Sie mit“
Führung entlang der Stolpersteine zur Erinnerung an jüdisches Leben in Linz
Linz. Rund 70 Mitglieder zählte die jüdische Gemeinde in Linz in den 1930er Jahren. Ende der 30er/Anfang der 40er Jahre wurden sie deportiert oder getötet beziehungsweise konnten nach Misshandlung ins Ausland fliehen. Im Februar dieses Jahres bekamen die ersten zwölf Linzer Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus an fünf Plätzen in Linz sogenannte Stolpersteine. Der deutsche Künstler Gunter Demnig, der die Aktion 1996 ins Leben gerufen hatte, hatte die Steine selbst verlegt. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitiert Demnig gerne aus dem Talmund. Mit den Steinen vor den Häusern soll die Erinnerung an die Menschen lebendig werden, die einst dort wohnten. In Zeiten des zunehmenden Antisemitismus kann man nicht genug auf das Leiden, das auch die direkte Nachbarschaft betraf, eingehen.
Die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde geht mit ihren Katechumenen und jedem, der sich anschließen mag, einen Rundgang vom Katharinenhof zur Mühlengasse, zurück durch die Stadt Am Halborn und die Neustraße entlang bis zur ehemaligen Synagoge von Linz und einem der beiden „Judenhäuser“, in denen alle Juden vor der Deportation eingepfercht wurden. Vor den jeweiligen Stolpersteinen wird Andrea Rönz, Leiterin des Stadtarchivs, die Familiengeschichte der zu Gedenkenden erzählen und dabei Einblicke in das jüdische Leben geben.
Der etwa einstündige Rundgang endet wieder im Garten des Katharinenhofes an den Verzällbänken. Dort besteht die Möglichkeit, sich über das Erfahrene auszutauschen.
Treffpunkt ist der Katahrinenhof (Ev. Gemeindehaus, Grabentor 1) am 7. Juni um 17 Uhr.
