Kulturzentrum Kapuzinerkloster Cochem
Konzert mit Lara Maria Gräfen und ihrem Support-Act Lutz Rode
Cochem. Am Freitag, 11. März, veranstaltet die Stadt Cochem ein Konzert mit Lara Maria Gräfen und ihrem Support-Act Lutz Rode.
„Bin geboren, als der Eiserne Vorhang sich hob und die Tragikkomödie der Welt weiterzog. Im Berlin von der Dietrich, im Berlin von der Knef, hab ich jetzt meine Bude, das Leben ist schön.“ Mit diesen Worten richtet Lara Maria Gräfen das Scheinwerferlicht ihres Debütwerkes „Sein und Haben“ vor allem auf eine Person: auf sich selbst. Ihre Bühne? Eine Welt zwischen Kotti und Blaulicht, durch die stets ein Hauch der gold-verdorbenen Zwanzigerjahre Berlins geistert.
Mit ihren 25 Jahren besingt die Wahl-Berlinerin ihr eigenes Leben, das Leben einer modernen Frau, in dem sich Emanzipation und Erotik, Grausamkeit und Liebe im selben Satin-Bett gefährlich umschlungen halten mit einer Stimme, die sich ein Gin-fiebriges Taumeln irgendwo zwischen der besungenen Hildegard Knef und Amy Winehouse gestattet. Dabei überlagern sich die Ebenen der einerseits zeitlos modernen Eleganz der frühen Chansons und andererseits provokanten Weiblichkeit des 21. Jahrhunderts nicht nur in Musik und Text: Ganz in schwarz und in weich fließende Chiffon Stoffe gekleidet kann der Takt ihrer Chelsea Boots quer über Theaterbühnen wie auch mitten durch Elektroclubs führen, ohne dass die bruchlose Verschmelzung von Authentischem und Artifiziellem Einbußen erleiden würde. Ja, ihre Chansons drehen sich im Walzertakt um die Liebe und das Leben, doch gleichzeitig gelingt es ihr vor allem, die urbane Szenerie zum Leben zu erwecken, die sich vielleicht sogar manchmal zur heimlichen Protagonistin aufschwingt: „Das Blaulicht singt sein blaues Lied/von Faustschlägen, Tränen und Messern/die Nacht hat sich mit Schnee geschmückt/lass uns Whisky mit Cola verwässern“.
Der selbstbewusste Charme einer Frau, die weiß was sie will und dies in wenigen kräftigen Worten zum Ausdruck zu bringen vermag. Egal, was der Rest der Welt davon halten mag. So spielt auch der letzte Song „Hand“ die Körperlichkeit der Liebe vom anfänglich verliebten Zittern hin zum bitteren Ende, dem „Schlag in stummen Widerstand“, in Form einer getragenen Piano-Ballade durch. In den Arrangements vereinigen sich die zwei Spannungspole ihrer selbst-ernannten Indie-Chansons, zwischen zittrigen Ennio-Morricone-Gitarren und walzerndem Klavier, zwischen klassischen Streicher-Teppichen und betrunkener Mundharmonika. Bei all dem erscheint es nicht unberechtigt zu vermuten, dass dieses „Leben, um davon zu erzählen“ vielleicht bald zu einem Erzählen werden könnte, von dem man leben kann.
Einlass ist ab 19 Uhr, das Konzert beginnt um 20 Uhr. Eintrittskarten sind unter www.stadtcochem.de oder bei der Buchhandlung Layaa-Laulhé in Cochem und in der TouristInformation Ferienland Cochem erhältlich. KulturCard-Inhaber, Schüler, Studenten und Auszubildende erhalten eine Ermäßigung.
