„authentic - Junge Kultur made in Koblenz“
Kreative Talente präsentierten sich
Koblenz. Wie bei einem Gauklerfest wimmelte es vor der Rhein-Mosel-Halle von Kunst- und Kultur-Darbietenden bei der ersten Veranstaltung „authentic - Junge Kultur made in Koblenz“. Mit je drei Stunden im Außen- und Innenbereich hatten die acht Veranstalter (Initiator und federführend war die Jugendkunstwerkstatt Koblenz) mit den kreativen 15- bis 30-jährigen Talenten ein beeindruckendes Programm (bei freiem Eintritt) zusammengestellt. An einem Platz vor der Halle trugen zwei Rapper Texte vor, die den Nerv ihres vorwiegend jungen Publikums trafen. Direkt daneben zeigten Matthias und Gabriel, was Fahrrad-Trial ist. Die anspruchsvolle Wettkampf-Sportart sei nur mit einem guten Koordinationsvermögen, mentaler und physischer Fitness und einer sehr guten Selbsteinschätzung auszuüben, erklärte Matthias. Dann zeigten beide Sportler wie es gelingt, mit den selbst aufgebauten Rädern vom Boden aus auf 1,20 Meter hohe Paletten zu springen und dort die Räder sich wie Pferde aufbäumen zu lassen. An der Stelle, an der eben noch die Rapper ihren Auftritt hatten, spielte jetzt die Trash-Drumming-Gruppe der Albert Schweitzer Realschule plus unter der Leitung von Alex Sauerländer einen heißen Rhythmus. Die rund zwanzig Trommler boten ein sehr spezielles und faszinierendes Klangerlebnis, indem sie nach einer festgelegten Choreographie mit den Drumsticks auf die Regentonnen aus Kunststoff schlugen. Die von Schwarzlicht erzeugten Effekte wären mit der von Sauerländer herbeigesehnten spontanen Sonnenfinsternis sicherlich zu einem noch beachtlicheren Augenmerk geworden. Von dem Rhythmus begleitet, betätigten sich einige Meter weiter drei Sprayer. Jeder von ihnen brachte mit Hilfe von zahlreichen Farbsprühdosen seine, dieses Mal ganz legale Kunst auf eine große Leinwand. Als besonders ausdrucksstark fiel Moritz „Radik“ Winklers Graffiti ins Auge. Der in Koblenz gut bekannte Sprayer brachte drei riesige, hintereinander angeordnete Gesichter auf den Malgrund, bei denen er die Veränderung der Mimik zum Schwerpunkt machte. Neben der Graffiti-Gruppe saßen die Zeichner. Der Comic-Kurs der „JuKuWe“ karikierte in seiner Bleistiftzeichnung die Koblenzer Prominenz von Kaiser Wilhelm bis zum Brigittche. Die Sparte Literatur bediente Anja Balschun im vor der Halle geparkten Bücherbus, wo sie zu Lesungen aus ihrem Roman „Flaschenkinder“ einlud. Geradezu magische Anziehungskraft übte das Zirkuszelt in der Mitte des Vorplatzes aus. In den mit Farbe und Licht in Szene gesetzten Raum lockten psychedelisch anmutende Live-Klänge, erzeugt von Musikern mit Schlagzeug, E-Gitarre und einem professionellen Mischpult. In eher fragilen Nuancen bediente die Sinne der Umstehenden die nebenan gezeigte Jonglage-Darbietung mit Keulen. An einem Stand neben dem Eingang zur Halle sammelten einige Kinder unter Anleitung erste Batik-Erfahrungen.
Mystische Atmosphäre
Als um zwanzig Uhr die Aufführungen im Atrium der Rhein-Mosel-Halle begannen, wurde es draußen ein wenig ruhiger, die meisten Gäste zog es hinein. Im Eingangsbereich stand der per Bodypainting geschaffene „authentic-man“, der es sichtlich genoss, über Stunden von zwei hübschen Damen mit Farbpinseln zu einem Kunstwerk gestaltet zu werden. Im Atrium selbst tauchte das Geschehen in der „Manege“ ein in eine mystische Atmosphäre, erzeugt durch Farbeffekte und Shownebel. Hier machte das fünfzigköpfige Sinfonie-Orchester der Musikschule Koblenz unter der Leitung von Dorothea Buchwald den Auftakt mit einer musikalischen Reise durch die Filmgeschichte, James Bond ließ grüßen. Mit großem Applaus bedachte diesen ersten „Act“ das die Fläche flankierende, auf Wasserkästen sitzende Publikum. Sehr ideenreich und humorvoll leitete das Moderatoren-Team durch die Gala-Show, bei der nur die gelegentlichen Tonprobleme ein Störfaktor waren. Im Innenbereich war die Vielfalt des Gezeigten genau so groß wie außen vor der Halle. Ob Slapstick von der Schauspielschule Koblenz mit einer Schlacht am Klamotten-Buffet, ob Arien oder Duette, ob Ballett, Jazz, Modern Dance oder ob poetische Artistik, dargeboten von sechs jungen Damen - jede Vorführung war unterhaltsam allemal, und etliche wurden mit besonders begeistertem Applaus gefeiert. Dazu gehörte unter anderem die Shuffle-Dance-Aufführung, bei der sechs Männer und zwei Frauen, mal in kurzen Soli, mal in der Gruppe, roboterhafte Schrittfolgen zur Musik, kombiniert mit artistischen Trick-Einlagen präsentierten. In die gleiche Kategorie gehörte die vom Publikum ebenso euphorisch gefeierte Beatboxing-Darbietung eines jungen Mannes, der da ganz alleine im Scheinwerfer-Kegel stand und erstklassige Klang-Imitationen von Percussion-Instrumenten in einer professionellen Show zu Gehör brachte.
Eine Feuerjonglage lieferte am Ende dieser ersten authentic-Veranstaltung einen letzten Höhepunkt. Mit dem Erreichten konnten sich alle höchst zufrieden zeigen, auch wenn sich die Aktiven am Tag danach erst einmal als „geflasht“ meldeten. Doch dass es im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben wird, ist klar. Auf der Veranstaltungs-Homepage werden schon jetzt Talente dafür gesucht.
BSB
Im Eingangsbereich der Rhein-Mosel-Halle stand der per Bodypainting geschaffene „authentic-man“.
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