Stadt betreibt Prävention mit besonderen Maßnahmen
Kriminalpräventiver Rat stellt Zusammenarbeit und Erfolge vor
Gesamtrückgang der Kriminalität von über 40 Prozent
Meckenheim. Zusammengerückt ist man angesichts der Ereignisse, die vor zehn Jahren Meckenheim mitsamt der damals auffallend hohen Straftatenzahlen in den regionalen Fokus rückte. Die guten Ergebnisse wie ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen sowie ein klar verbessertes Sicherheitsempfinden in der Stadt zeige den Erfolg, hörte man unisono bei der Vorstellung der Arbeit und der Ergebnisse des Kriminalpräventiven Rats der Stadt Meckenheim. Fragen beantworteten vor Ort Bürgermeister Bert Spilles, Holger Jung als Vorsitzender des Kriminalpräventiven Rats, der persönliche Referent der Polizeipräsidentin Bonn Jörg Pfefferkorn, Direktionsleiter Kriminalität des Polizeipräsidiums Bonn Norbert Wagner, Jan Fante vom Amtsgericht Rheinbach, Gerald Ohletz und Michael Schneider vom Polizeipräsidium Bonn und Joachim Neienhuis-Wibel vom Fachbereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Stadt Meckenheim.
„Wer hier länger wohnt, erinnert sich auch an nicht so schöne Zeiten in der Stadt“, sagte Bürgermeister Bert Spilles. Damals sei man zusammengerückt, habe den Kriminalpräventiven Rat aufgebaut, Arbeitsgruppen gebildet und die Herausforderungen angenommen. Auch die Justiz habe Flagge gezeigt, so Richter Fante. Wenn er die Lebensläufe manches Angeklagten lese, sei für ihn erkennbar, dass man mit den ergriffenen Maßnahmen viel erreicht habe. Deutlich weniger Jugendliche würden straffällig, auch wenn man die üblichen „Pappenheimer“ manchmal schon mit Namen kenne und sie bereits mehrfach im Gerichtssaal begrüßt habe. Einen dicken Baustein nannte er die Präventionsprogramme der Stadt. Diese trügen dazu bei, junge Menschen auf dem Weg in die Legalität zu begleiten.
Mit frühen Hilfen, Jugendarbeit in den Quartieren, Freizeitangeboten und der Unterstützung von Schülern, um den Weg in Ausbildung und Arbeit zu finden habe man sicher manchen schon „aus dem Sumpf gezogen“, schätzte auch Norbert Wagner. Dabei seien die Maßnahmen, die man in Meckenheim ergreift, keineswegs eine Selbstverständlichkeit, so Holger Jung. „Die Stadt investiert viel, leistet sich einen eigenen Ordnungsaußendienst, beschäftigt Sicherheitsdienste“, sagte er. Auch die Projekte an den Schulen, die ein konstruktives Miteinander fördern seien keine Selbstverständlichkeit, aber wirksam.
Mit einem Rückgang von über 40 Prozent der Straftaten zeigten die Maßnahmen deutliche Wirkung, war man sich unisono einig.
Ebenso einig war man sich, dass dies kein Grund sei, „die Hände in den Schoß zu legen.“ Eine Zeitlang habe man hohe Einbruchszahlen verzeichnet, denen man mit polizeilichen Maßnahmen ebenso wie mit Aufklärung zu vorbeugenden Maßnahmen im und am eigenen Haus begegnet. Derzeit gingen mehr als die Hälfte der Einbruchsversuche wegen entsprechender Sicherungen ins Leere, informierte Norbert Wagner.
Eine Herausforderung sei die stark gestiegene Anzahl der Telefonbetrugsversuche. Über solche solle man in jedem Fall die Polizei informieren. Nur so könne man Schwerpunkte feststellen und handeln. In Zusammenarbeit mit Seniorenorganisationen, Familien und auch den Banken habe man das Problem immerhin soweit eindämmen können, dass nur noch einer von hundert Telefonbetrugsversuchen erfolgreich sei, so Wagner. In diesem Bereich sei man am Ball, „Hier gibt es noch viel zu tun.“
