Mascha M. Fisch stellte in Karden ihre Romane vor
Kriminelle Lesung im Stiftsmuseum
Treis-Karden. Mascha M. Fisch kam zwar auf Krücken, ihrer Vitalität und temperamentvollen Art tat das aber keinen Abbruch. Die 87-jährige Journalistin, die in Schaffhausen in der Schweiz geboren wurde, las aus ihren drei Kriminalromanen und fesselte das Publikum schon gleich zu Beginn. Mascha M. Fisch hat ein bewegtes Leben, denn die Schriftstellerin, die sich selbst als „spätberufene“ Krimiautorin bezeichnet, lebt seit rund 60 Jahren in Deutschland, zunächst in Berlin, dann in Bonn und schließlich in Gamlen bzw. seit vielen Jahren in Mayen.
„Es war immer mein Wunsch, einmal in Deutschland zu leben, denn die Sprache und Kultur fasziniert mich auch heute noch“, gestand die „Miss Marple aus Mayen“, die neben ihrer journalistischen Tätigkeit Synchron-Sprecherin und Filmemacherin war. Bevor sie zu ihrem ersten Roman griff, begrüßte noch Jürgen Claßen als erster Beigeordneter der Ortsgemeinde die Zuhörer, die interessiert im historischen Stiftsmuseum zusammengekommen waren. Die 14. Kardener Stiftslesung lebte auch – wie bereits frühere Veranstaltungen – von der besonderen Atmosphäre des im Stiftsbezirks der St.-Castor-Kirche liegenden Gebäudes, in dem Ausstellungsstücke aus der Kelten- und Römerzeit, aber auch Exponate der ehemaligen Stiftsherren zu sehen sind. Mascha M. Fisch erläuterte gekonnt die Entstehungsgeschichte ihrer Romane, wobei in allen drei Werken Pia Engel, Tochter Tinchen, der Norweger Sven und „Tapsi“, der Hund, eine Rolle spielen. Die Handlungsschauplätze sind Örtlichkeiten wie Ediger-Eller, der Calmont, Mayen oder die Elztal-Raststätte, wo Teile der Handlung spielen. Selbstverständlich ergeben die drei Krimis einen spannenden Handlungsbogen, der immer wieder mit einer Überraschung endet.
Die in der Pause angebotenen kühlen Getränke und Snacks aus dem Café Belda schafften dann eine gute Grundlage für den zweiten Teil der Lesung, die der 87-Jährigen sichtlichen Spaß machte. Über ihren vierten Krimi, der bereits in Arbeit ist, verriet die Schriftstellerin bereits so viel, dass die Handlung wie gewohnt in der Eifel spielt. Lang anhaltender Applaus verabschiedete die betagte Künstlerin, die auch nach zwei Stunden noch keine Ermüdungs-Erscheinungen zeigte, ehe sie von Buchhändler Gérard Layaa-Laulhé wieder in die Eifel zurückgefahren wurde.
TT
