Allgemeine Berichte | 23.05.2024

Bundesweiter Digitaltag in Montabaur

Kritische Beschäftigung mit dem „Digitalzwang“

Montabaur.Entsteht mit dem zunehmenden Digitalzwang in unserer Gesellschaft eine neue Form der Ausgrenzung? Und das nicht nur für arme und ältere Menschen, sondern auch für Mitbürger/innen die sich dem grenzenlosen Digitalzwang nicht kritiklos hingeben wollen. Der deutschlandweite Digitaltag am Freitag, 7. Juni ist für die Digital-Botschafter/innen in der VG Montabaur gemeinsam mit dem Senioren- und Behindertenrat (SBR) Westerwald eine passende Gelegenheit, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Um 15 Uhr sind im VHS-Gebäude, Sauertalstraße 19 in Montabaur alle Interessierten zu einer Veranstaltung zum Thema „Digitalzwang – gibt es noch ein Recht auf Analog?“ nach Anmeldung willkommen. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Generationenbüro der VG Montabaur sowie von der VHS Montabaur.

Egal ob Online-Shopping, Tickets für ein Konzert oder das Deutschland-Ticket für Bahn und Bus: da können insbesondere ältere Menschen, die sich dem Digitalzwang nicht unterwerfen oder auch die Möglichkeiten dazu nicht haben, schnell an ihre Grenzen kommen. Zumal auch Verwaltungen und Ärzte immer mehr auf digital setzen und Unternehmen ihre Leistungen zunehmend nur noch per App anbieten. Und außerdem gibt es auch Menschen, die einfach kein Smartphone haben wollen, um nicht für jeden Nonsens eine zwielichtige App installieren zu müssen oder nicht von zu vielen Apps vom wirklichen Leben abgelenkt zu werden. Unterstützt wird die Aktion von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) e.V., die sich auch sehr darum bemüht, dass die analoge Welt für ältere Menschen nicht außer Acht gelassen wird.

Fakt ist auch im Westerwald: jede/r zehnte Deutsche besitzt gar kein Handy, bei den über 65-jährigen sind es mehr als die Hälfte, die kein Smartphone nutzen, so eine aktuelle Erhebung des Branchenverbandes Bitkom. Inzwischen haben das auch Großorganisationen wie beispielsweise die Gewerkschaft Verdi erkannt, die auf ihrem letzten Bundeskongress sich klar dafür ausgesprochen hat, im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen „Ein Recht auf Analog“ zu etablieren. 44 Prozent der Bürger/innen unterstützen dies laut dem D21-Digital-Index.

Bei der Veranstaltung am 7. Juni wird zunächst Hildegard Jöris das Angebot „Digital aktiv mit 60+“ in der VG Montabaur vorstellen. Danach wird aus der NDR-Mediathek eine 45-minütige Doku „Digitaler Zwang – was geht noch ohne Internet?“ gezeigt, die sich mit der voranschreitenden Digitalisierung und den damit verbundenen Gefahren beschäftigt. Der Film zeigt, dass mittlerweile viele Dinge im Alltag ohne Smartphone oder Computer nicht mehr möglich oder sehr umständlich sind. Doch schon jetzt überfordert die Technik viele Menschen, die dadurch gesellschaftlich ins Abseits gestellt werden. „Ist das fair? fragen die Autoren. Des Weiteren betitelt der Journalist und Philosoph Alexander Grau die Menschen als „Sklaven der digitalen Entwicklung“. Der Beitrag beleuchtet außerdem verschiedene Aspekte der Digitalisierung und nimmt sie umfangreich kritisch in den Blick. Nach der Dokumentation besteht noch für eine Stunde die Möglichkeit zum Gespräch, das von Uli Schmidt vom SBR moderiert wird.

Dauer der Veranstaltung insgesamt nicht länger als zwei Stunden. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 40 begrenzt – Anmeldung ist möglich bei Hildegard Jöris, Tel. (0 26 02) 9 97 84 40 oder E-Mail: monstabor2021@icloud.com oder Uli Schmidt unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

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