Ingrid Kühne mit ihrem Soloprogramm „Okay, mein Fehler“ in der Kulturwerkstatt
Kühne eroberte das Publikum im Sturm
Remagen. Einen absolut köstlichen Abend hatten die Gäste in der Kulturwerkstatt. Erstmalig trat Ingrid Kühne in Remagen auf. Tourismusleiter Marcel Möcking hatte beschlossen, dass der Rahmen in der Kulturwerkstatt mit direkter Nähe zum Publikum wohl besser sei.
Und das sollte sich bewahrheiten. Von der ersten Minute an sprang der sprichwörtliche Funke über und ließ das 110-köpfige Publikum in der ausverkauften Veranstaltung immer und immer wieder hellauf lachen. Mit ihrem zweiten Soloprogramm „Okay mein Fehler“ riss Kühne die Kabarettfreunde mit, und sicher fand sich so mancher Gast in den Witzen von Kühne wieder. Anekdote reihte sich an Ankekdote, vielfach mit darin: Ehemann Ralf, Sohn Sven und auch die Mutter. „Die meinte eines Tages, mir erzählen zu müssen, dass man auf dem Mars statt 100 Kilo nur 37 Kilo wiegt.
Da konnt ich doch nur kontern mit, soll ich jetzt auf den Mars auswandern“. Vor allen Dingen die alltäglichen Dinge und Begebenheiten nahm Kühne wortgewandt und mit jede Menge Humor aufs Korn. Ob Vater und Sohn, die nach dem Einkaufen aus dem Auto ins Haus stürzen, während Kühne das Auto abstellt, den gesammelten Einkauf unter die Arme nimmt und sich umhängt, um dann letztlich froh zu sein, dass die beiden Herren wenigstens die Haustüre offen gelassen haben. Dazu kommt dann stets der Spruch „Okay, mein Fehler“. Schon im alten Rom habe es geheißen „mea culpa“.
Ob es schon da einen gegeben habe, der alles Schuld war, zweifelte die Kabarettistin, die 1968 in Aldekerk, heute Kerken, geboren wurde, an. Beim Kalenderführen blieb ebenfalls im Publikum kein Auge mehr trocken. Nachdem der Familienkalender angeschafft war, fragte sich Kühne angesichts der fünf Spalten pro Tag, ob sie die Termine der Nachbarn nun auch noch eintragen solle.
Eine Spalte galt natürlich dem Müll. Doch die brauchte es eigentlich gar nicht, denn Ehegatte Ralf hat natürlich eine Müll-App, ebenso wie eine Wetter-App. „Da sind wir im spannendsten Krimi abends vorm Fernseher.
Da sagt mein Mann „Es regnet noch neun Minuten“. Da fällt mir doch wirklich nichts mehr zu ein“, erzählt Kühne. Doch Spaß mit den Mülltonnen hat sie auch. „Wenn mein Mann dank seiner Müll-App die jeweilige Tonne rausstellt, dauert es nur wenige Minuten, bis alle Tonnen der Nachbarn auch draußen sind. Das habe ich dann auch ausprobiert, als gar kein Müllabfuhrtermin war. Und siehe da, innerhalb von 17 Minuten waren alle Nachbartonnen an der Straße“, witzelt Kühne. Spaß mache es auch, im Winter früh am Morgen ein wenig mit dem Schneeschieber über die Straße zu kratzen und mit dem Ehemann zu wetten, wie lange es dauert, bis alle Rolläden der Nachbarn oben sind.
Familienanekdoten aus dem wahren Leben
Köstlich war auch die Geschichte davon, wie die Schwiegermutter vor Zeiten ihren Sohn gerufen habe „Beeil dich, die Landkarte brennt schon“, wenn Bonanza anfing.
Der Spruch stieß bei Sohn Sven auf völliges Unverständnis mit dem Satz „Warum habt ihr denn nicht die Stoptaste gedrückt“. „Du Depp, die gab es früher am Fernseher ebenso wenig wie die Mediathek. Früher wurde ich wach vor dem Fernseher, wenn der nervige Piepton mit Testbild das Programm beendete. Heute werde ich morgens um 4:30 Uhr mit krumm gelegenem Rücken auf dem Sofa wach und wundere mich, wenn da ständig eine „Ruf mich an“- Aufforderung kommt.“, brachte Kühne den nächsten Klopper. Welch leidvolle Erfahrungen Kühne beim Üben mit Sohn Sven für die Führerscheinprüfung machte, nahm breiten Raum ein und weckte so manche Erinnerung im Publikum. Ob die Frage von Sohn Sven „warum fahren die alle so nah vor mir her“ oder die weitere Frage „wieviel Promille darf ich eigentlich beim Autofahren haben“. „Da bin ich manchmal wirklich froh, wenn die Leute sagen, dein Sohn kommt ganz nach seinem Papa“, so Kühne. Grausig sei auch die Sache mit dem Stopschild. Da stehe Sven doch so lang vor dem Stopschild bis sie ihn frage: „Wartest du darauf, dass das Stopschild grün wird?“ Ganz fürchterlich sei auch das langsame Fahren ihres Sohnes, der feststellte, dass hinter ihm eine riesige Autoschlange fahre. „Er hat aber nicht begriffen, dass er vorne fuhr“, so Kühne. „Da sagte mein Mann doch glatt, dass Sven fahren soll, wenn wir in Urlaub fahren. Da konnte ich nur noch sagen, wir haben doch nur eine Woche“. Als begleitende Beifahrerin habe man es ganz schön schwer. Angst um das Kind haben, das bekomme als Beifahrerin noch eine ganz andere Bedeutung. Fröhlich winke er jedem Autofahrer zu, bis sie ihm sage, „mach endlich das Fernlicht aus. Scheißegal, ob es kürzer ist, im Kreisel fährt man immer rechts rum“, so Mutter weiter zu Sohn.
Und nach jedem Witz mit viel Wiedererkennungswert gab es jede Menge spontanen Applaus für Ingrid Kühne, die im Jahr 2014 den Publikumspreis bei Marc Metzgers „Blötschkopp und die Rampensäue“ gewann. Seit 2015 ist Ingrid Kühne auch außerhalb der närrischen Zeit solo auf der Comedybühne. Inzwischen mit ihrem zweiten Soloprogramm. Und dass das die richtige Wahl war, zeigte der lang anhaltende Applaus am Ende der Vorstellung in der Kulturwerkstatt.
AB
110 Zuschauer spendeten immer wieder spontan Beifall.
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